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Musik - Rehan Syed Trio begeisterte mit seinem Programm „Gypsy Colours“ am Donnerstagabend mit typischem Gypsy-Swing im Arkadensaal

Eine Form des Jazz sorgt für viele wippende Füße

Von 
Carsten Klomp
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Schwerpunkt des Rehan Syed Trios ist der sogenannte Gypsy-Jazz. © Carsten Klomp

Wertheim. Wenn der Name Django Reinhardt in einem Jazzprogramm auftaucht, ahnt man: Es wird vermutlich gleichzeitig kammermusikalisch fein, als auch rasant virtuos. Es war ein Konzert des Wertheimer Kulturkreises, dass am Donnerstagabend sehr viele Musikliebhaber in den Arkadensaal lockte. Das Rehan Syed Trio begeisterte mit typischen Gypsi-Swing. Die drei Musiker, neben Syed noch der Gitarrist Felix Leitner und der Kontrabassist Simon Ort, hatten ihr Programm „Gypsy Colours“ mitgebracht und sobald nach der ersten rapsodischen Einleitung der Swing von Rhythmusgitarre und Kontrabass aufgenommen wurde, sah man im Publikum viele fröhliche Gesichter und wippende Füße.

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Schwerpunkt des Trios ist der sogenannte Gypsy-Jazz. Dieser äußert sich manchmal in den Arrangements zu Grunde liegenden Kompositionen, beispielsweise von Gitarrist Django Reinhardt, vor allem aber in der Stilistik der Arrangements selbst. Das beginnt schon bei der typischen Besetzung mit zwei Gitarren und Bass (manchmal ergänzt durch eine Geige) mit ganz klarer Rollenverteilung zwischen der virtuosen Lead-Gitarre, der für die Harmonik zuständigen und als Percussionsersatz verwendeten Rhythmusgitarre und dem Kontrabass, der in der Regel die harmonische Grundlage legt. Außerdem soliert „der Bass“ in fast jedem Arrangement – und das tat Bassist Simon Ort wahrlich furios, geistreich und in jeder Beziehung eindrücklich.

Auch wenn die Aufgabe des zweiten Gitarristen etwas undankbar erscheint, ist er doch als gleichzeitige „Rhythmus- und Harmoniesection“ des Ensembles von fundamentaler Bedeutung für die Arrangements. Felix Leitner erfüllte diese Aufgabe ebenso einfühlsam wie präzise und souverän. Spätestens hier konnte man bemerken, wie eingespielt das Trio aufeinander ist.

Ob es im überschaubar großen Arkadensaal einer elektrischen Verstärkung der Instrumente bedurft hätte, ist vielleicht Geschmackssache. Andererseits wechselte Rehan Syed, so wie sein Vorbild Reinhardt, zwischen akustischer und E-Gitarre und somit war die Verstärkung wohl unvermeidlich. Jedenfalls überzeugte Syed auf beiden Instrumenten als ebenso virtuoser wie ausdrucksstarker Musiker. Ob als Solist bei Arrangements von Isham Jones, Henry Mancini oder eben Reinhardt und bei seinen eigenen Kompositionen wie Fussissimo oder Rehanistan: Syed riss das Publikum mit und ließ gleichzeitig Raum für seine Mitstreiter, insbesondere Simon Ort.

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Am Ende wurde es ein toller Abend mit einem begeistertes Publikum – natürlich mit erklatschter Zugabe. Die Tatsache, dass Syed in Würzburg lebt und mit zahlreichen weiteren Ensembles zusammenarbeitet, lässt jedenfalls auf eine Wiederholung in gleicher oder auch veränderter Formation hoffen.

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