Serie - Beute in Wertheim waren Smartphones im Wert von fast 25 000 Euro Einbrecher muss hinter Gitter

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Ulrich Pfaff
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Von Ulrich Pfaff

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Wertheim/Detmold. Ein schlanker Typ, aber durchtrainiert. Ein Kampfsportler, er war sogar angeblich mal Käfigkämpfer. So einer kann schon kräftig einen Betonklotz gegen eine Glastür rammen. Was der 32 Jahre alte Angeklagte auch zig-mal getan hat. Der Rumäne stand in Detmold (Kreis Lippe) vor dem Landgericht: Als Serieneinbrecher, der auch in Wertheim einen Elektronikmarkt heimgesucht hatte, und das gleich zwei Mal.

Kriminelle Energie hatte der 32-Jährige reichlich, aber vielleicht steht die im umgekehrten Verhältnis zur der Art, wie er die Einbrüche begangen haben soll – die war eher simpel und brachial. Mit Bauzaunfüßen aus Beton, vorwiegend von nahe gelegenen Baustellen, improvisierte er mit Seilen eine Ramme nach mittelalterlichem Vorbild, mit der er die Eingangstüren oder Schaufenster von Elektronikmärkten zertrümmerte.

So auch in Wertheim. Dort holte er – wie immer – aus einem Fachmarkt in der Sudetenstraße die teureren Mobiltelefone aus ebenfalls zerdepperten Vitrinen. Was besonders dreist war: Dort brach er Mitte März 2020 ein, und dann Ende Mai gleich noch einmal. Gesamtwert der Beute waren fast 25 000 Euro nach Ladenpreis. Er hinterließ zudem einen Sachschaden an den Türen von 12 000 Euro.

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Insgesamt soll er bei den mehr als 20 angeklagten Fällen Beute im Wert von 150 000 Euro eingesammelt haben, die kaputten Türen an den Geschäften summierten sich auf stattliche 70 000 Euro. Per Kurierdienst verschickte der Rumäne die gestohlenen Smartphones in seine Heimat.

Wenig professionell

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Dass er auch andere Elektronik-Märkte gleich mehrmals heimgesucht hatte, erklärte der Rumäne so: „Ich bin kein Profi.“ Wirklich wenig professionell – zumindest in Bezug auf spätere Beweismittel – verhielt sich der 32-Jährige aber nur im Umgang mit den Betonklötzen: Da er nie Handschuhe trug, hinterließ er an den Seilen, an denen er die „Rammen“ gegen die Türen schwenkte, fein säuberlich seine DNA.

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Damit nicht genug: Er war jeweils mit Leihwagen unterwegs, deren Anmietdaten zu den verschiedenen Tatzeiträumen passten. Er war am 1. Juni vergangenen Jahres in Detmold (Kreis Lippe) nach einem Einbruch in einen IT-Geschäft in einem Gewerbegebiet von der Polizei geschnappt worden – unter Einsatz eines Hubschraubers. Für vier Einbrüche verurteilte ihn das örtliche Amtsgericht drei Monate später zu einer Haftstrafe von zweieinhalb Jahren. Im Zuge weiterer Ermittlungen tauchte dann gleich haufenweise die DNA des 32-Jährigen auf, anhand derer er als Verdächtiger für die Taten in Wertheim, aber auch weitere in Nordhessen und in Unterfranken in Frage kam.

Im Rahmen eines Deals bot die 2. Strafkammer des Landgerichts Detmold dem Rumänen Rabatt beim Strafmaß an, wenn er ein Geständnis ablege und seine Berufung gegen das Amtsgerichtsurteil zurückziehe - was er auch tat: Viereinhalb Jahre Haft kamen dabei heraus.