Freiwilliges soziales Jahr - Annelie Vestner ist bei der evangelischen Jugend im Kirchenbezirk Wertheim tätig / Viele Herausforderungen und neue Erfahrungen Einblick in interessantes Berufsfeld

Von 
Birger-Daniel Grein
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Annelie Vestner absolviert aktuell ein freiwilliges soziales Jahr bei der evangelischen Jugend im Kirchenbezirk Wertheim. © Birger-Daniel Grein

Ein freiwilliges soziales Jahr bietet jungen Menschen neue Eindrücke und Erlebnisse. Von der Vielfältigkeit schwärmt auch Annelie Vestner.

Das freiwillige soziale Jahr

Das freiwillige soziale Jahr (FSJ) ist ein Freiwilligendienst für junge Menschen bis 26 Jahre. Je nach Wunsch des Teilnehmers kann es zwischen sechs und 18 Monate gehen. Es findet ganztägig in einer gemeinwohlorientierten Einrichtung statt.

Ein FSJ bietet den jungen Menschen die Möglichkeit, Einblick in viele interessante Berufsfelder zu bekommen und sich in ihnen auszuprobieren. Außerdem könne diese die bildungs- und erfahrungsreiche Zeit zur persönlichen Weiterentwicklung und zur Berufsorientierung nutzen.

Junge Menschen, die ein FSJ absolvieren, erhalten ein monatliches Taschengeld und teilweise Zuschüsse zu Unterkunft, Verpflegung, Sozialversicherung, Anspruch auf Kindergeld, sofern das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet ist, Jahresurlaub, Begleitseminare, einen FSJ Ausweis, der Vergünstigungen ermöglicht ,und eine Abschlussbescheinigung.

Während des FSJ werden die Freiwilligen durch Mitarbeiter der Einsatzstelle und der Trägers betreut.

Bewerbungen sind ganzjährig möglich. Informationen zu Fristen gibt es bei den jeweiligen Trägern.

Informationen zum FSJ in Baden-Württemberg gibt es auf der Internetseite: www.fsj-baden-wuerttemberg.de. bdg

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Reinhardshof. „Mein freiwilliges soziales Jahr ist so vielfältig. Ich habe jeden Tag andere Aufgaben“, erzählt Annelie Vestner im FN-Gespräch. Sie absolviert seit 1. Juli ein freiwilliges soziales Jahr (FSJ) bei der evangelischen Jugend im Kirchenbezirk Wertheim.

Die 18-jährige Abiturientin, die aktuell in Wertheim wohnt, kommt aus Niedernhausen bei Wiesbaden. Ihr sei schon vor mindestens drei Jahren klar gewesen, dass sie nach dem Abschluss ein FSJ machen wolle.

Ihre älteren Geschwister hatten ein solches geleistet. Ihre positiven Berichte hätten sie dazu motiviert. Während ihr Bruder ein freiwilliges ökologisches Jahr ableistete, machte ihre Schwester Leonie Vestner ihr FSJ auch bei der evangelischen Kirche Wertheim im Schwerpunkt Kirchenmusik.

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Im letzten Schuljahr habe sich Annelie Vestner intensiv umgeschaut, welche FSJ-Stellen es gibt und landete in Wertheim. „Nicht zuletzt, weil meine Schwester Leonie so begeistert war“, erklärt sie.

Annelie Vestner war vorab bereits in ihrer kirchlichen Heimatgemeinde seit ihrer Konfirmation als Küsterin aktiv und habe dadurch ziemlich viel vom geistlichen und gemeindlichen Leben mitbekommen. In der Jugendarbeit selber hatte sie allerdings vor dem FSJ noch keine Erfahrung gemacht.

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„Es ist doch toll im freiwilligen Jahr etwas ganz Neues kennenzulernen und neue Erfahrungen zu machen“, beschrieb sie die Gründe für ihre Entscheidung, das soziale Jahr bei der evangelischen Jugend im Kirchenbezirk Wertheim zu leisten.

Vielfältige Aufgaben

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Ihre Aufgaben dort sind vielfältig. Sie ist an der Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Freizeiten beteiligt, lernt die Gremienarbeit kennen, wirkt bei den Vorbereitungsgruppen für das Freizeitangebot 2021 mit, unterstützt den Konfirmandenunterricht in Königshofen, wirkt im Kindergottesdienstteam Eichel-Hofgarten mit und übernimmt zudem Verwaltungsaufgaben im Büro der Jugendkirche. „So bekomme ich einen umfassenden Einblick.“

Zum FSJ gehören auch insgesamt fünf Seminare auf Ebenen der Landeskirche an verschiedenen Orten in Baden-Württemberg. „Ein Teil der Seminare wird wegen Corona online stattfinden“, berichtet sie.

Einen „Lieblingsaufgabenbereich“ hat Vestner nicht. „Mit gefallen alle gleich gut“, sagt sie. Erste Erfahrungen als Betreuerin konnte sie in diesem Sommer während der Kinderradfreizeit und der Stadtranderholung der Kirche in Königshofen und während der Erlebnispädagogikschulung beim Segeln auf dem Ijsselmeer machen. Gerade ihr Einsatz bei der Kinderfreizeit sei sehr anstrengend gewesen, erinnert sich Annelie Vestner. Den ganzen Tag gefragt zu sein, war eine neue Erfahrung.

Auch das Einstiegsseminar auf Landesebene gefiel ihr. „Es war besonders schön, sich mit gleichaltrigen austauschen zu können, die ihr FSJ in ähnlichen Bereichen machen.“ Man habe sich beispielsweise über die eigenen Erfahrungen und die Gründe für die Stellenwahl unterhalten. Auch hier wirkt sich die Corona-Pandemie aus. „Viele Treffen laufen nur virtuell und man sitzt viel am PC“, so Vestner. Zu Beginn ihrer Tätigkeit habe sie sich mit den Coronaregeln der Landeskirche und im Verlauf des FSJ mit deren Änderungen auseinandersetzen müssen. So musste zum Beispiel ein Schutzkonzept für die Freizeiten entwickelt werden.

Vom FSJ profitieren

Vestner ist sich sicher, dass sie von ihrem FSJ profitieren wird. Sie wachse insbesondere daran, Verantwortung zu übernehmen. „Ich lerne dabei, mit dieser Verantwortung umzugehen.“ Auch technisch habe sie im Büroalltag viel gelernt. „Ich weiß jetzt wie man Videos schneidet“, sagt sie und verweist auf die Produktion der Glaubensgrüße in Videoform.

Auch die nächsten Monate in Wertheim werden noch Einiges bereit halten und darauf freut sich die junge Frau. Eigentlich endet Annelie Vestners freiwilliges soziales Jahr Ende Juni 2021. Gerade überlegt sie, ihren Einsatz um drei Monate zu verlängern. „Dann könnte ich noch bei den Sommerfreizeiten dabei sein, die ich mitplane und auch das Jahresabschlussseminar des FSJ bei der Landeskirche mitmachen.“

Nach ihrem FSJ will Vestner im Bereich Naturwissenschaften studieren. In der Jugendarbeit will sie sich jedoch weiterhin ehrenamtlich engagieren. „Beruflich kann ich mir diesen Bereich noch nicht vorstellen, aber vielleicht ändert sich das ja noch“, meint sie am Ende des Gesprächs.

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