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„Gemeinsam sind wir Wertheim“ - Zum fünften Mal führten Wertheimer Aktion in der Stadt durch / Spaltung durch die Pandemie wurde thematisiert

Ein Zeichen für den Zusammenhalt

Von 
Birger-Daniel Grein
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Mit Lichtern, Musik und Reden setzte die Aktion „Gemeinsam sind wir Wertheim“ auf dem Marktplatz ein Zeichen für Gemeinschaft, Vielfalt und gemeinsamen Einsatz für Wertheim. © Birger-Daniel Grein

Kerzenlicht für ein gutes Miteinander - dies prägte erneut die Aktion „Gemeinsam sind wir Wertheim.“

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Wertheim. Bereits zum fünftem Mal setzten die Wertheimer mit der Gemeinschaftsaktion „Gemeinsam sind wir Wertheim“ ein Zeichen für Gemeinschaft, Vielfalt und gemeinsamen Einsatz für Wertheim.

Am Freitag trafen sich zahlreiche Aktionsmitglieder und weitere Einwohnerinnen und Einwohner der Kreisstadt, um das Licht der Gemeinschaft zum Leuchten zu bringen. Mit ausreichend Abstand „erleuchteten“ sie dabei den Marktplatz.

Dem Bündnis für die Aktion gehören das Diakonische Werk im Main-Tauber-Kreis, der Evangelischer Kirchenbezirk Wertheim, die Evangelische Jugendkirche, die Katholische Kirchengemeinde Sankt Venantius Wertheim, die Stadt Wertheim, das Berufliche Schulzentrum, die Comenius Realschule, das Apfelsaftprojekt des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums, der Förderverein offene Jugendarbeit, die Integranz-Initiative, die Jugendhilfe Creglingen, der Mosaikverein Wertheim, die Russisch-Orthodoxe Gemeinde und der Verein „Willkommen in Wertheim“ an.

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Organisiert wird die Veranstaltung von der ökumenischen Fachstelle für Flüchtlingshilfe im Main-Tauber-Kreis. Für die musikalische Umrahmung der Lichteraktion sorgte Maurice Menig. Das Apfelsaftprojekt des Gymnasiums steuerte warmen Apfelsaft bei.

Die einführenden Worte zur Aktion kamen von Mitorganisator Alexander Schuck und Elvira Ungefucht, als Vertreterin der evangelischen Kirche. Die Menschen mit den Kerzen seien ein schöner Anblick – waren sich die beiden und alle Anwesenden einig. Man freue sich, dass die Aktion dieses Jahr wieder in Präsenz stattfinden konnte. Im letzten Jahr musste man sie aufgrund der Pandemie als Videokonferenz durchführen.

Mit der Zusammenkunft wolle ein Zeichen setzen für Zusammenhalt, Solidarität und Frieden in Wertheim. „Jeder Mensch bereichert Wertheim und gehört auf seine Art dazu“, waren sie sich einig. Ungefucht bedauerte, dass es in diesem Jahr leider einen neuen Höhepunkt der Polarisierung gebe, die 2020 mit den Coronaregeln begann und seither auch Familien und Freunde spalte. „Uns werden wohl weitere Krisen bevorstehen, auch, weil die Welt immer komplexer wird“, sagte sie. Sich darauf vorzubereiten sei nur möglich, wenn die Menschen miteinander im Gespräch bleiben, zuhören und akzeptieren. „Wir wollen ein Zeichen setzen für ein Wertheim, in dem alle gut zusammenleben können.“

Die Grußworte der Stadt Wertheim überbrachte Brigitte Kohout, ehrenamtliche Stellvertreterin des Oberbürgermeisters. Sie resümierte, die Integration von Flüchtlingen habe Wertheim in den letzten Jahren insgesamt gut gemeistert. Wertheim sei eine Stadt mit vielen verschiedenen Ethnien, da seien Konflikte jedoch nicht auszuschließen. Noch mehr beschäftige sie die Coronasituation, die spalte und trenne. Sie stelle sich die Frage, wie duldsam man jenen gegenüber sein müsse, die die Maßnahmen verweigern. Das Pflegepersonal sei schon letzten Winter am Limit gewesen. „Sie arbeiten auch jetzt an ihren Grenzen und riskieren ihre eigene Gesundheit.“ Hier höre Toleranz für sie auf, wandte sie sich an all jene, die die Pandemieschutzmaßnahmen verweigern. „Meine Freiheit endet dort, wo die Freiheit des anderen beginnt.“ Sie rief die Menschen auf, die Gemeinschaft nicht mutwillig aufs Spiel zu setzen. „Das Wichtigste an unserer Freiheit ist, gesund zu bleiben.“

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Dekanin Wibke Klomp betonte, ihr tue an Wertheim gut, dass es so bunt und vielfältig ist. „Wir leben in einer Stadt, in der unsere Kinder eine Zukunft haben.“ Sie freute sich, dass bei der Lichteraktion auch Kinder mit Kerzen und Laternen dabei waren. Für diese treffe man sich bei der Aktion, um ihnen vorzuleben, dass man alle Menschen akzeptiere, unabhängig von ihrer Herkunft und ihrem Vermögen.

Die Aktion passe auch zum St. Martinstag und der Botschaft des Heiligen: Licht in die Welt bringen, indem man für andere da ist. Klomp wünschte sich, dass sich die Menschen die Hand reichen und die gesellschaftliche Zukunft gemeinsam entwickeln. Wenn alle gemeinsam anpacken, erhalte Wertheim noch mehr Strahlkraft, war die Dekanin überzeugt.

Nadine Schmid sprach für den Verein „Willkommen in Wertheim“. Sie erklärte, dass der Begriff „Toleranz“ aus dem lateinischen kommt und „etwas aushalten“ bedeute. „Solange jemand etwas macht, was anderen nicht schadet, ist es in Ordnung“, definiert sie. Dies sei für sie ein Standard in einem demokratischen Land. Es gelte aufeinander zuzugehen, gemeinsam miteinander zu leben und anzupacken, um die Herausforderungen zu meistern, die in der Stadt und darüber hinaus auf die Menschen warten. Zu dieser Gemeinschaft gehöre aber auch gemeinsamer Spaß, hob sie hervor. All dies sei wichtig, um Wertheim noch liebes- und lebenswürdiger zu machen.

Nachdem sich die Teilnehmer mit warmen Apfelsaft aufgewärmten hatten, stimmte man das Lied der Aktion an: „Gemeinsam sind wir Wertheim.“

Freier Autor

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