Integration - Flüchtlinge der Erstaufnahmeeinrichtung und Schüler des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums treffen erneut aufeinander Ein spontanes Tänzchen zum Abschied

Von 
Elmar Kellner
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Sie sind zu einem echten Team zusammengewachsen und hatten jede Menge Spaß: Schüler des Wertheimer Gymnasiums und junge Flüchtlinge.

© Kellner

Wertheim. Die Szene gegen Ende konnte schon ein bisschen melancholisch stimmen: "Ich wünsch dir noch ein geiles Leben" klangen "Glasperlenspiel" aus den Lautsprechern und spontan setzten die jungen Leute noch einmal zu einem, diesmal nicht choreografierten, Tänzchen an. Irgendwann danach hieß es für die Schüler des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums wieder eintauchen in den Schulalltag. Die jungen Männer aus der Erstaufnahmeeinrichtung am Reinhardshof dagegen kehrten zurück ins Camp am Reinhardshof. Ob es für sie ein "geiles Leben" gibt, das wird erst die, womöglich ferne, Zukunft zeigen.

Jede Menge Spaß

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Immerhin, das was sie zu Beginn der vergangenen und dieser Woche erlebt haben, davon dürften sie noch eine Weile zehren können. Sie waren Teil des Projekts "(L)ea rockt!", haben gemeinsam mit Nathan Grant, Kevin Benning und Levent Kotil von den "Flamekeepers" erst für sich in der Gruppe (wir berichteten) und jetzt gemeinsam mit jungen Leuten aus dem Gymnasium getanzt und jede Menge Spaß dabei gehabt.

Und sie haben das, was sie gelernt haben, einem großen Publikum gezeigt. In dieser Woche sogar einem ganz großen, denn bei der Generalprobe ihres Auftrittes am Dienstagnachmittag im Speisezelt der Erstaufnahmeeinrichtung und bei der großen Performance gestern Vormittag im Foyer des DBG war ein Team des Südwestrundfunks dabei, um einen Beitrag für die Sendung "Landesschau aktuell" zu drehen, der am Abend ausgestrahlt wurde.

Der Zufall half der gemischten Crew mit Tänzern aus Deutschland, Gambia und Afghanistan bei der "Teambildung". Denn "Dank" eines Staus auf der Autobahn am Dienstagvormittag verspäteten sich die "Lehrer" erheblich.

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Nach einigem Warten entschloss man sich dann, einfach schon einmal ohne Grant, Benning und Kotil anzufangen. Wie hervorragend das funktioniert hat, auch wenn man sich teilweise nur mit den berühmten "Händen und Füßen" verständigen konnte, war bei den gemeinsamen Auftritten zu sehen, die nun wirklich nicht vermuten ließen, dass die Jugendlichen sich erst seit ganz kurzer Zeit kennen. Nachdem Nathan Grant die Zuschauer entsprechend angeheizt und Projektinitiator Andreas Blum auch die Grüße des Schirmherrn, Oberbürgermeister Stefan Mikulicz ausgerichtet hatte, zeigte die Crew scheinbar ohne jede Scheu was sie in den wenigen Stunden gemeinsamen Trainings gelernt hatte.

Kleine Pause

Die Trennung hinterher fiel allen nicht ganz leicht. Noch lange nachdem das Publikum wieder in den Klassenzimmern verschwunden war, standen und saßen die Akteure beieinander, wurden Fotos gemacht. Für "(L)ea rockt" ist jetzt erst einmal eine kleine Pause. Weitergehen soll es Ende April, dann mit der Comenius Realschule.

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