"St. Vincent" - Film mit Bill Murray in der VHS-Reihe Ein spaßiges Vergnügen mit ernsten Zwischentönen

Lesedauer: 

Ein spaßiges Vergnügen mit ernsten Zwischentönen ist der Film "St. Vincent", der heute und morgen in der VHS-Reihe im Wertheimer Roxy-Kino gezeigt wird.

© Roxy-Kino

Wertheim. Im ernst-heiteren Film brilliert Bill Murray als zynischer, bärbeißiger Rentner, der sich mit dem Nachbarjungen anfreundet. Zu sehen ist "St. Vincent" am heutigen Dienstag um 18.30 Uhr und am morgigen Mittwoch um 20.30 Uhr in der VHS-Reihe im Wertheimer Roxy-Kino.

AdUnit urban-intext1

Er ist zweifelsohne einer der Großen im Comedy-Fach, der ewig populäre Bill Murray. Einen klassischen "grumpy old man" gibt er erneut, einen von Geldnöten geplagten Vietnam-Veteranen, der gern dem Hochprozentigen zuspricht. Wie aus diesem Saulus ein Paulus wird, erzählt Regisseur Theodore Melfi munter und mit ernsten Zwischentönen.

Mit der Ruhe ist es für den Pensionisten vorbei, als die alleinerziehende Maggie (Melissa McCarthy) nebenan einzieht. Deren Umzugswagen bricht einen Ast ab, der auf Vincents Auto landet.

Nicht weiter schlimm, denn so lassen sich ein paar Dollar machen - wie auch mit dem Babysitterjob, zu dem die im Schichtdienst arbeitende Röntgenschwester den Senior überredet. Er soll auf ihren zwölfjährigen Sohn aufpassen. Vincent hat aber ganz eigene Vorstellungen von Pädagogik, nimmt den Jungen stattdessen lieber in seine Stammkneipe mit und lehrt ihn, dass ein rechter Haken oft nachhaltigere Wirkung zeigt als der Versuch einer friedlichen Aussprache.

AdUnit urban-intext2

Der Film besticht durch Murrays nuanciertes Spiel und dessen präzise gesetzten Verbalspitzen. Zugleich lässt er seinen Kollegen Raum zur Entfaltung. Erdig sexy, mit akkuratem Akzent und rosa gefärbtem Haar besticht Naomi Watts als Hure mit Herz, die ihrem Dauerfreier nach dessen Schlaganfall die Bude auf Vordermann bringt und ihm fortan Schonkost statt Sex verabreicht; gewohnt hemdsärmelig trumpft McCarthy auf.

Bestens verankert ist die Story im sorgsam gezeichneten Arbeitermilieu. Treffend triste Stadtlandschaften fängt Kameramann John Lindley ein, seine Rennbahnaufnahmen versieht er mit dem nötigen Tempo inklusive nervöser Zockeratmosphäre. So entsteht ganz nebenbei auch ein Bild der von der Rezession geplagten USA, die ihre Helden vergessen hat und deren Bewohner versuchen, mit Anstand über die Runden zu kommen.