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Wolfgang und Margot Schneider Stiftung - Benefiz-Konzert im Schlösschen im Hofgarten am vergangenen Sonntagabend zu Gunsten junger Musiker

Ein musikalischer Abend über „Heimat als Utopie” im Hofgartenschlösschen

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mae
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Ein Kammerkonzert der Extraklasse bekamen die zahlreichen Besucher im Schlösschen Hofgarten von (von links) Kiveli Dörken, Yamen Saadi, Maria Chabounia und Florian Schmidt-Bartha geboten. © Matthias Ernst

Hofgarten. Ein Benefizkonzert für junge Musikerinnen und Musiker veranstaltete die Wolfgang und Margot Schneider Stiftung im Schlösschen im Hofgarten am Sonntagabend. Die erst 2020 gegründete Stiftung hat sich auf die Fahnen geschrieben, die Mensch- Umwelt-Beziehung zu stärken. Dazu zählt für Wolfgang Lachermacher-Schneider auch die Unterstützung von kulturellen Veranstaltungen. „Ich habe die Stiftung gegründet, um die geschaffenen Werte dauerhaft für gemeinnützige Zwecke zu erhalten und sinnvolle Projekte zu fördern“, so seine Aussage in einem Gespräch nach dem Konzert.

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Als erste Nutznießer des Stiftungszweckes wurden Maria Chabounia, Yamen Saadi, Florian Schmidt-Bartha und Kiveli Dörken bedacht. Die vier jungen Musiker, alle unter 30 Jahre alt oder gerade geworden, spielten im Schlösschen anspruchsvolle Stücke der klassischen Musikliteratur. Dabei wurde schnell deutlich, warum die Stiftung aus mehreren Kandidaten genau diese vier ausgesucht hatte.

In der Corona-Zeit hatten die Künstler fast keine Auftritte und damit keine Einnahmen, begründete Margot Schneider die Wahl für die erste Ausschüttung der Stiftung. Mit einem Betrag von je 2000 Euro wolle man die Kulturschaffenden unterstützen.

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Beim Konzert hatte Florian Schmidt-Bartha fast ein „Heimspiel“. Er ist in der Region seit vielen Jahren als ausgezeichneter Cellist bekannt und spielte des öfteren im Schlösschen. Auch wenn er jetzt in Berlin wohnt, hat er den Bezug zur Heimat nicht vergessen und kommt gern ins Taubertal.

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Vielleicht hieß gerade deswegen der Titel des Programms, das die vier Musikerinnen und Musiker zum besten gaben: „Heimat als Utopie?“. Als Musiker seien sie viel unterwegs. Gerade deswegen sei ihnen die Heimat sehr wichtig, erzählte Bartha, der die Moderation des Konzertes übernommen hatte. Die vier Musiker stammen aus völlig unterschiedlichen Gegenden. Violinist Yamen Saadi wurde 1997 in Nazareth in Israel geboren, Sopranistin Maria Chabounia 1992 in Belarus und Klaviervirtuosin Kiveli Dörken – geboren 1995 in Düsseldorf – hat griechische Wurzeln.

Alle vier eint die unheimliche Liebe zur Musik, die man bei allen Stücken förmlich spüren konnte. Bereits beim Klaviertrio Nr.2 h-Moll von Joaquin Turina (1882-1949) aus dem Jahr 1933, das spanische und maurische Anlehnungen hatte, wurde die Schwere dieses Konzertes deutlich.

„Es wird ein wenig schwierig“, gab Florian Schmidt-Bartha bei den jüdischen Liedern (1943) von Mieczyslw Weinberg zu. Erst kürzlich hatte Florian Schmidt-Bartha mit dem Philharmonischen Orchester Würzburg unter der Leitung von Gábor Hontvári das Cello-Konzert von Weinberg aufgeführt. Die schwierigen Bedingungen und die Aussichtslosigkeit während des zweiten Weltkriegs, unter denen Weinberg die Lieder geschrieben hatte, intonierte Sopranistin Maria Chabounia so wunderbar, dass einige Zuhörer Gänsehaut bekamen. Dazu das feine Begleiten von Yamen Saadi auf einer Violine von Antonio Stradivari aus dem Jahr 1734 in Zusammenhang mit einem Jacob Eury Bogen und das klangvolle Spiel von Kiveli Dörken am Flügl: Diesem Zauber konnte sich keiner entziehen.

Bei Ludwig van Beethovens (1170-1827) „Liedern verschiedener Völker für Gesang und Klaviertrio“ kam ein ähnliches Gefühl auf, allerdings auch die heitere Seite des Konzerts, wie bei Béla Bartók (1881-1945) „Sieben Ungarische Volksmelodien“ für Violine und Violoncello. Nachdenklich wurde es noch einmal bei Ernest Bloch (1880-1959) mit „Prayer from Jewish Life“ für Violoncello und Klavier.

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Den Abschluss bildete das Klaviertrio Nr.1 c-Moll von Dimitri Schostakowitsch (1906-1975). „Nach so viel Schmerz wollen wir den Abend versöhnlich beenden“, versprach Florian Schmidt-Bartha. Und es wurde heiter. Doch die richtige Freude kam erst auf, als Maria Chabounia ein weißrussisches Volkslied mit Kiveli Dörken am Flügel zum besten gab. Welche Stimmgewalt in ihrer doch eher zarten Person steckt, konnte sie bestens unter Beweis stellen.

Und so endete ein außergewöhnlich intensives Konzert im Schlösschen Hofgarten, welches die Besucher so schnell nicht vergessen werden. mae

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