Geschichte - Wertheimer Ahnenbilder (56) – Wilhelm Friedrich Seher (1777 bis 1862) Ein Medaillonbildnis von 1795

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Wertheim. Aus der seit dem späten 16. Jahrhundert nachweisbaren Wertheimer Fischer- und Schiffersippe Seher begründete Johann Samuel Seher 1729 den Schneiderzweig der Familie. Aus der Ehe von dessen Sohn Johann Michael, die er 1764 mit der Lehrertochter Anna Clara Baumbach aus Soden bei Frankfurt schloss, ging am 10. Mai 1777 Wilhelm Friedrich Seher hervor, Schneider in der dritten Generation.

Wilhelm Friedrich Seher ließ sich im Alter von 18 Jahren auf einem Medaillon porträtieren. © Andreas Langguth
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Dieser hat sich im Alter von 18 Jahren 1795 auf einem Medaillon porträtieren lassen, das leicht beschädigt überliefert ist. Er selbst gründete mit seiner Heirat am 28. Mai 1805 seinen eigenen Hausstand mit der zwei Jahre jüngeren Johanna Maria Großmann, Tochter eines Kammachermeisters.

1808 erwarb er Haus Rechte Tauberstraße 13, übersiedelte aber 1815 in die Nebenzollgasse. Dort ist seine Frau am 8. März 1816 gestorben. Er hat sich nicht wieder verehelicht. Neben seiner Schneiderprofession versah er später das Amt des Leichenbitters. Er erreichte bei seinem Tod am 29. Mai 1862 das hohe Alter von 85 Jahren.

Sein am 6. August 1812 geborener Sohn Johann Michael ergriff den Lehrerberuf, den er wegen seiner aktiven Beteiligung am Revolutionsgeschehen 1848/49 verlor. Er wurde Kaufmann und etablierte sich ab 1856 als Wertheims erster ortsansässiger Photograph. Sein Sohn Wilhelm Seher ist als Kalligraph und als Meister in Anfertigung von bis zu 1 Meter umfassenden Feldblumensträußen hervorgetreten