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Benefizkonzert in der Klosterkirche - Die Mitglieder des Ensembles „Gesangsoase“ traten für den Verein „Sambia“ auf

Ein Akt der Menschlichkeit für die Ärmsten

Von 
Birger-Daniel Grein
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Beim Benefizkonzert des Vereins Sambia erfüllten die gefühlvollen Klänge des Klassenklassik Ensemble der Gesangoase Tauberbischofsheim die Bronnbacher Klosterkirche. © Birger-Daniel Grein

Bronnbach. Gefühlvolle Musik erklang in der ehrwürdigen Atmosphäre der Klosterkirche für einen Akt der Menschlichkeit. Beim Benefizkonzert des Vereins „Sambia“ aus Böttigheim am Samstag berührten die Sänger des Klassenklassik-Ensembles der „Gesangsoase“ aus Tauberbischofsheim die Zuhörer. Mit dem Konzert sammelte der Verein Spenden für sein Schulfrühstücksprojekt in Sambia. Der Vereinsname steht als Akronym für die Ziele des Vereins „Schulische Ausbildung mit beruflich individueller Ausprägung.“

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Es war das zweite Benefizkonzert, das der Chor für den Verein gab. Neben klassischen Stücken gehören auch Jazzklänge zum Repertoire des Ensembles. Zu hören gab es deutsche, lateinische und englische Lieder.

„Passend zur Klosterkirche haben wir auch viele christliche Stücke einfließen lassen“, erklärte Chorleiterin Claudia Bähr. Dazu gehörten „Der Herr ist mein Hirte“ und „Sanctus Benedictus“. Es erklangen aber auch Lieder wie „Perhaps Love“ von John Denver über die Bedeutung der Liebe. Das Publikum dankte den Mitwirkenden mit einem kräftigen Applaus. „Für das Konzert haben wir unsere Lieblingslieder ausgewählt“, berichtet die Chorleiterin. Gerne sei man der Anfrage von „Sambia“ nachgekommen, wieder ein Konzert zu deren Gunsten zu geben.

Nicht nur die Musik, sondern auch die Hilfe, die der Verein leistet, bewegte die Herzen der Gäste. Gegründet wurde er am 3. Oktober 2012. Wie die Vorsitzende Anita Bartsch berichtete, sei ein Erlebnis aus 2011 dafür ausschlaggebend gewesen.

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Bereits seit 2001 habe sie über die Organisation „Weiße Väter Missionare“ einen Aids-Waisen namens Charles als Patenkind gehabt. Auf die Einladung von ihm und den Missionaren sei sie 2011 vier Wochen auf eigene Kosten allein nach Sambia gereist, um die Situation dort kennenzulernen. Sie habe damals die Chance gehabt, mit einer Franziskanerschwester 4000 Kilometer durch Sambia zu reisen. Dabei sei man auch in die ärmste nordwestliche Provinz gekommen.

„Ich sah den Hunger in den Augen, aber auch die Hoffnung.“ Es habe sie sehr berührt, dass Menschen in solch einer Armut solche Lebensfreunde ausstrahlen könnten. Sie seien dankbar für jede Kleinigkeit wie eine Süßigkeit. „Ich habe dann überlegt, in welchem Überfluss wir leben.“ Da sei ihr Gerechtigkeitssinn hervorgekommen. „Unser Überfluss auf der einen Seite, Hunger und Kampf ums Überleben andernorts.“ Sie habe die Welt nach der Zeit in Sambia mit anderen Augen gesehen.

Nach ihrer Rückkehr berichtete sie viel von den Eindrücken. Mit Freunden und Familie habe man entschieden, ein gemeinnütziger Verein sei eine Plattform und den Kindern dort zu helfen. 18 Mitglieder gründeten den Verein im Wohnzimmer von Bartsch. „Heute sind es 275 Mitglieder“, freute sie sich.

Der Verein vermittelt Patenschaften mit je einem Aids-Waisen oder Halbwaisen.

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„Diese Waisenkinder leben in der Großfamilie, aber sind das Schwächste im ganzen Glied.“ Durch die Patenschaft könne man diese bei ihrer Bildung unterstützen. „Vom Gründungstag an war uns klar, wir wollen ein ganzheitliches Konzept, um diesen Kindern eine schulische und berufliche Ausbildung zukommen zu lassen.“

Als Projektpartner gewann man Organisationen und Personen, die Bartsch vor Ort in Sambia kennengelernt hatte. „Uns ist wichtig, dass die Helfer vor Ort die Kinder und ihre Geschichten genau kennen.“ Partner ist ein Franziskanerorden in St. Kalemba und dessen Missionspfarrer. „Außerdem hat unser Verein zwei Einwohner als feste Mitarbeiter vor Ort.“

Angefangen hat alles mit den Schulpatenschaften, die den Patenkindern ermöglichen, Schulgebühren, -uniform und -material zu finanzieren. „Die von uns unterstützten Kinder wurden älter, so starteten wir weitere Projekte, um sie weiter zu unterstützen.“

Als zweites Projekt entstand das Schulfrühstück. Die Kinder liefen täglich mehrere Kilometer zur Schule, folgen hungrig dem Schulunterricht und gehen wieder hungrig nach Hause. Sie seien oft stundenlang unterwegs. „Diesen Teufelskreis wollen wir mit dem Projekt unterbrechen.“ Wichtig sei dem Verein, mit dem Essen nicht nur die Patenkinder, sondern alle rund 2000 Schüler zu unterstützen, die in die fünf Schulen im Projektgebiet gehen. „Für 50 Euro kann ein Kind ein ganzes Jahr lang das Schulessen erhalten.“ Die Spenden aus dem Konzert kommen diesem Projekt zugute.

Später gründete der Verein eine eigene Nähschule in St. Kalemba und startete das College-Kinder-Projekt für begabte Waisenkinder. Außerdem wurden Maßnahmen initiiert, um die Ernährung von an Aids erkrankten Kindern zu sichern, denn dies sei Basis für eine gelingende medikamentöse Therapie.

Neben täglichen Rückmeldungen der Mitarbeiter vor Ort und Kontrolle über Rechnungen, fliegt Bartsch jedes Jahr auf eigene Kosten ins Projektgebiet. „Mir ist der persönliche Kontakt zu den Kindern wichtig.“ Dabei bringt sie auch gegenseitige Briefe zwischen Paten und Patenkinder hin und her. Eindrucksvoll beschrieb sie, was die Projekte bewirken. „2000 satte Kinderaugen, unendliche Dankbarkeit und Dankbarkeit für die Chance auf Bildung.“ Abschließend zitierte sie aus dem Brief eines der Patenkinder. „Marry schrieb, ich habe nichts was ich dir geben kann, aber aus Dankbarkeit werde ich so viel lernen, dass du stolz auf mich bist.“

Freier Autor

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