"Wertheimer Beach Club" - Trotz der Flaute in den vergangenen Jahren öffnet Stefan Kempf zum fünften Mal den Stadtstrand / Hoffen auf gutes Wetter Diesmal muss einfach die Sonne scheinen

Von 
Susanne Marinelli
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Partystimmung wie beim Altstadtfest (Bild) herrschte im "Wertheimer Beach-Club" im vergangenen Jahr nicht immer. Denn das Wetter hielt oft potenzielle Gäste von einem Besuch ab. Dass es in der am 17. April neu beginnenden Saison besser wird, hofft Veranstalter Stefan Kempf.

© Kellner

Wertheim. Sonne, Strand und Wasser: Was braucht man mehr, um ein paar gemütliche Stunden zu genießen? Eigentlich (fast) nichts, könnte man sagen. Genauso aber: Ohne Sonne ist der beste Strand wenig verlockend. Exakt das musste Stefan Kempf, Initiator und Betreiber des "Wertheimer Beach-Clubs", in den vergangenen Jahren feststellen. Denn bis auf die Premiere 2011 habe das Wetter an vielen Tagen potenzielle Gäste von einem Besuch des von ihm initiierten Stadtstrands am Zusammenfluss von Main und Tauber abgehalten. Doch aufgeben kommt für den Gastronomen trotz der bisherigen Rückschläge - zumindest noch nicht - infrage, wie er im Gespräch mit den Fränkischen Nachrichten klarmacht.

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Los geht die Saison bei der fünften Auflage des "Beach Clubs" am Freitag, 17. April, um 17 Uhr, und zwar "egal, wie das Wetter ist", betont Kempf. Somit findet die Eröffnung eine Woche früher als 2013 statt. Die Bauernweisheit "April, April, der macht, was er will" im Hinterkopf, mag das manchen überraschen. Doch die Erfahrung habe gezeigt, so Kempf, dass dieser Monat "in der Vergangenheit wettermäßig kein schlechter war". Gleichzeitig bekamen er und sein Team aber schon oft die "Launen" von "Mutter Natur" am eigenen Leib zu spüren: "Beim Aufbau hatten die Leute Sonnenbrand. Bei der Eröffnung haben wir dann den Regenschirm gebraucht."

Auf die Stadtstrand-Jahre zurückblickend, bezeichnet der Wertheimer Gastronom das erste als das beste. "2014 war ähnlich schlecht wie 2013", obwohl kein Hochwasser den Sand weggespült hat. In der letztjährigen Saison sei der "Beach-Club" nur an 48 Prozent der geplanten Zeiten "und somit nicht einmal an jedem zweiten Tag" geöffnet gewesen. Ab dem Altstadtfest lief fast nichts mehr."

Dennoch will Kempf den Kopf nicht in den Sand stecken. "Es wäre sogar fahrlässig", meint er, wenn er den "Beach-Club" in diesem Jahr nicht eröffnen würde. Schließlich habe er bislang in die Veranstaltung einiges investiert, die Ausstattung mit gemütlichen Liegen, Hochstühlen und Tischen, Loungemöbeln sowie Spielzeug für die Kinderecke sei vorhanden. Auch die Werbepartner seien wieder mit von der Partie.

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Hinzu komme, dass am 7. Juni der Regionaltag in Wertheim stattfindet. "Für die Stadt ist es sicherlich gut", wenn dabei so etwas Außergewöhnliches geboten werde: "Ich denke, dass beide Seiten dabei voneinander profitieren können. Immerhin ist es nicht selbstverständlich, dass eine Stadt unserer Größenordnung einen Stadtstrand oder etwas Ähnliches hat."

Da sich das Wetter nicht vorhersagen lässt, will Kempf für alle Fälle vorsorgen. Er hat seinen Vorrat an Leih-Decken auf 400 aufgestockt. Zudem will er Glühwein und alkoholfreien Kinderpunsch auf die Getränkekarte setzen. "Denn das schmeckt auch im kalten Frühling oder Sommer", nimmt es der Veranstalter mit Humor.

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Gleichzeitig appelliert er an die künftigen Besucher, mit ihm nicht zu hart ins Gericht zu gehen, wenn der "Beach-Club" aufgrund schlechter Wettervorhersagen kurzfristig geschlossen bleibt, das Wetter sich aber unerwartet bessern sollte. Auch wenn das Ganze einem "Lotteriespiel" gleiche, müsse man nachmittags entscheiden, ob geöffnet werde. Denn man benötige die Vorbereitungszeit, damit die Gäste abends etwa Burger, Flammkuchen, Weine aus der Region, Cocktails, alkoholfreie Getränke und Wasserpfeifen (ab 18 Jahre) genießen können.

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Im Gegensatz zu einem Biergarten, der nach einem Regen schnell wieder in Betrieb gehen könne, benötige man für einen Stadtstrand dazu länger. Perfekt seien zwei bis drei Tage schönes Wetter, "damit der Sand keine Nässe beziehungsweise Kälte nach oben abstrahlt, sondern warm und trocken ist". Kempf versichert: "Wir versuchen auf jeden Fall, so oft und so lange wie möglich zu öffnen."

Ausblick

Gedanken macht er sich schon jetzt über eine "Beach-Club"-Auflage 2016. Er wisse nicht, ob er es als Stadtrat und stellvertretender Vorsitzender des Stadtmarketingvereins dann verantworten könne, mit dem "Beach-Club" 35 Parkplätze am Main zu belegen, wenn möglicherweise wegen des Tauberbrückenbaus viele Stellplätze in der Stadt wegfallen könnten. Es werde "irgendwann zu diskutieren sein, wie und wo es weitergehen könnte". Jetzt aber bereite man alles für den "Wertheimer Beach-Club" 2015 vor. Ab dem 13. April rollen die Laster mit 120 Tonnen Sand an, die für den 400 Quadratmeter großen Stadtstrand benötigt werden. Kempf freut sich schon auf seine Gäste: Willkommen ist "jeder im Alter von null bis 100 Jahren", betont er und hofft: "Es muss ja irgendwann einmal ein schöner Sommer werden."