Kirchengemeinde Wartberg - Ute Zeilmann ist die neue Pastoralreferentin / Den Menschen zuhören und ihnen helfen als Motto Die Jugendarbeit liegt ihr sehr am Herzen

Von 
Birger-Daniel Grein
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Ute Zeilmann ist die neue Pastoralreferentin im Kirchenzentrum Wartberg. Engagieren wird sie sich in vielfältigen Aufgaben in der gesamten Seelsorgeeinheit.

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Ute Zeilmann ist neue Pastoralrefentin im Kirchenzentrum Wartberg. Seit September ist sie im Amt.

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Wartberg. Trifft man die Pastoralreferentin Ute Zeilmann, spürt man sofort, sie ist von ihrem Beruf begeistert und das Engagement für die Menschen und die Zukunft der Kirche liegen ihr am Herzen. Am 3. September wurde sie als neue Pastoralreferentin in einem Gottesdienst erstmals vorgestellt. Ihren ersten Gottesdienst leitete sie beim Wartbergfest. "Das Christentum ist für mich eine Lebenseinstellung", betonte sie im Gespräch mit den FN. "Wir sind nicht dafür da, Strukturen zu erhalten, sondern Menschen zu helfen."

Aufgewachsen ist Zeilmann in einem kleinen Dorf bei Ahorntal im Landkreis Bayreuth. Sie habe im Schatten der evangelischen Kirche gelebt. "Der Pfarrer war mein Nachbar." Bibelkreise und die gelebte Ökumene im Ort haben dafür gesorgt, dass diese für sie selbstverständlich ist. Außerdem ist sie in einer größeren katholischen Seelsorgeeinheit aufgewachsen, was sie als Vorteil für ihre Tätigkeit sieht.

Berufswunsch mit neun Jahren

Ihr Wunsch für einen kirchlichen Beruf sei schon früh entstanden. Als sie acht oder neun Jahre alt gewesen sei, habe sie nach einem Gottesdienst für kirchliche Berufe auf dem Heimweg zu ihrer Mutter gesagt: "Wäre ich ein Junge, würde ich Pfarrer werden." Zur Zeit ihrer Firmvorbereitung gab es eine Pastoralreferentin in ihrer Kirchengemeinde. Deren Arbeit faszinierte sie und so entschloss sie sich, diesen Beruf zu ergreifen. Der Wunsch blieb bis kurz vor ihrer Abiturprüfung 2004 bestehen, dann habe ein Zeitungsartikel für Zweifel gesorgt. "Ich wollte unbedingt in meinem Heimatbistum Bamberg bleiben, doch es hieß, dort würden die Stellen für Pastoralreferenten eingespart, was eine Ausbildung unmöglich machte."

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Rund vier Monate lang habe sie auch über andere Berufe nachgedacht, dann ließ sie sich an der Uni Bamberg beraten. "Danach fühlte sich das Theologiestudium richtig an." So begann sie im Wintersemester 2004/05 dort ihr Studium. Bereits nach 20 Minuten in der ersten Vorlesung über das Alte Testament zog dieses Thema Zeilmann in den Bann. Ein Interesse, das sie bis heute nicht losließ. Schön fand sie auch das Erlernen von Griechisch und Hebräisch.

Nach dem Vordiplom im Sommer 2006 wechselte sie an die Uni München. Grund waren die beruflichen Aussichten, denn dort habe sie die Chance auf eine Ausbildungsstelle zur Pastoralreferentin gehabt. Bereits Ende 2006 unterbrach sie wegen einer schweren Erkrankung ihres Vaters das Studium für etwa ein Jahr und kehrte in die Heimat zurück. "Für den Beruf des Seelsorgers habe ich in der Zeit der Pflege mehr gelernt als in jeder Vorlesung dieser Welt."

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Nachdem ihre Mutter die Pflege übernehmen konnte, überlegte Zeilmann, wie es beruflich weiter gehen soll. Dann hatte sie erfahren, dass das Bistum Bamberg wieder beginnt Pastoralreferenten auszubilden. So setzte sie ihr Studium in Bamberg fort und legte im August 2009 ihr Diplom ab.

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Am 1. September begann ihre dreijährige Ausbildung in Schnaittach im Nürnberger Land. Ihre Schwerpunkte in der Seelsorgeeinheit waren Schule, Jugendarbeit, Ökumene, Firmvorbereitung und Gremienarbeit.

Angebote ausbauen

Im Rahmen eines Projekts baute sie die karikativen Angebote der Kirchengemeinde aus. So erreichte sie mit ihrem Einsatz, dass bei den Pfarrgemeinderäten Verantwortliche dafür benannt wurden, und sie gewann Ehrenamtliche für diverse Projekte. Darunter war auch ein Sprachkurs für türkisch-islamische Frauen in kirchlichen Räumen. "Der war bei manchen nicht unumstritten."

Für sie gehe es darum, im Auftrag Jesus die Bedürfnisse der Menschen wahrzunehmen, unabhängig von deren Religion, begründete sie das Engagement. Ihre Sendungsfeier nach der zweiten Dienstprüfung fand am 13. Juli 2012 im Bamberger Dom statt - zusammen mit der Feier zum 1000-jährigen Bestehen des Doms. "Die Feier war für mich die Bestätigung, ich habe alles richtig gemacht." Es sei ein Gefühl des Ankommen gewesen.

Promotion soll folgen

Mit ihrer ersten Stelle in Auerbach ab September 2012 war sie hingegen sehr unglücklich, denn die Akzeptanz ihr gegenüber, sowie die Zusammenarbeit war schwierig. Dann kam das Angebot für eine Stelle mit Promotionsvorhaben im Bereich Altes Testament an der Uni Bamberg, die sie im März 2014 antrat. Die Zusammenarbeit sei super gewesen, dennoch wollte sie nie dauerhaft in die Wissenschaft. Anfang 2017 begab sie sich auf Stellensuche. Im Internet stieß sie auf eine Liste mit 22 Stellen im Bistum Freiburg. Was ihr gefiel, war die Anerkennung den Pastoralreferenten gegenüber.

Für Wertheim hat sie sich aus mehreren Gründen entschieden. Einerseits war ihr die ökumenische Arbeit wichtig, andererseits hat es die richtige Entfernung von ihrer Heimat und es liegt nahe an Würzburg. Die dortige Uni ist Partner in ihrem Promotionsverfahren.

"Predige gerne"

Ihr erster Eindruck von Wertheim und dem Team ist sehr gut. Lob gab es für die intensive Arbeit im ökumenischen Bereich. Erst einmal möchte sie die Leute kennenlernen und ihnen zuhören. Außerdem will sie ihre Doktorarbeit noch in diesem Jahr abgeben.

Zu ihren Hauptaufgaben gehört die Arbeit mit Jugendlichen in Kirche und Schule, aber auch Gottesdienste. "Ich predige auch wahnsinnig gerne", betonte sie.

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