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Verhandlung - Wertheimer erhält Bewährungsstrafe / Mann kaufte Drogen wegen einer Autoimmunerkrankung

Detaillierte „Buchhaltung“ eines Dealers „verriet“ 46-Jährigen

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goe
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Wertheim. Wegen unerlaubten Erwerbs von Amphetamin in zwei Fällen und unerlaubten Besitzes von Kokain und Ecstasy verurteilte das Amtsgericht Wertheim einen 46-jährigen Wertheimer zu einer Gefängnisstrafe von sieben Monaten. Diese wurde unter Auflagen zur Bewährung ausgesetzt.

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Die Polizei in Nordrhein-Westfalen war einem Drogenhandel auf die Spur gekommen, der übers Internet und per Postsendungen ablief. Eine detaillierte „Buchhaltung“ wurde sichergestellt mit Käufernamen, Art der Drogen, Mengen und weiteren Angaben.

Ein Eintrag bezieht sich auf den Wertheimer: 60 Gramm Amphetamin, bestellt 2. September 2020 und verschickt. Die Staatsanwaltschaft Hagen verständigte ihre Kollegen in Mosbach. Diese erwirkten einen richterlichen Durchsuchungsbeschluss und beauftragten mit der Umsetzung die Polizei in Wertheim.

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Am 15. Februar entdeckten die Beamten in Wertheim Kokain, einige Ecstasy-Tabletten, Haschisch-mühlen, eine Feinwaage und andere Utensilien, die auf den Umgang mit Drogen schließen lassen.

Der Wohnungsinhaber zeigte sich kooperativ und nannte die PIN seines Laptops. Darin ist der Kauf von einen Gramm Amphetamin für 30 Euro vier Tage zuvor verzeichnet, abgewickelt in dieser Wohnung. Verkäuferin war eine Frau.

Der Angeklagte leidet an einer neurologischen Autoimmunerkrankung und „steht kurz vor der Rente“. Er habe gegen seine Schmerzen Drogen genommen und diese nicht nur per Internet (mit Bitcoins), sondern auch auf der Straße gekauft, zum Beispiel in Aschaffenburg. Die genannten Drogenkleinmengen räumte er über seinen Verteidiger ein, nicht aber die 60 Gramm. Durch den krankheitsbedingten Gedächtnisverlust könne er nicht mehr alles nachvollziehen.

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Für den Verteidiger fehlte der Beweis, dass sein Mandant die 60 Gramm Amphetamin auch erhalten hat. Das Gericht kam nach weiterem Studium der vorhandenen Listen zu seinem Urteil und verhängte die Bewährungsstrafe.

Während der Bewährungszeit muss der Beschuldigte mit unangekündigten Aufforderungen zur Abgabe von Drogentests rechnen. Die dafür anfallenden Kosten in Höhe von jeweils etwa 60 Euro hat er zu tragen. Wenn er Drogen gegen Schmerzen nahm, müsse er sich jetzt eine andere Therapie ausdenken, so die Richterin, und bei Marihuana auf Rezept das Gericht informieren. goe

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