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Leserbrief - Zum Artikel „Wer rastet, der rostet“ (FN, 2. Mai)

Das Ziel, nicht zu rosten, wird verfehlt

Von 
Claus Kuhnmünch
Lesedauer: 

Da ich auch zu dieser Adressatengruppe gehöre, hat mich der Artikel zunächst angesprochen. Ein flächendeckendes Breitensportangebot für eine Gruppe 60++ für ganz Wertheim mit expansiver Absicht. Beim genaueren Lesen kamen mir dann aber doch erste Kritikpunkte und schließlich finde ich die Aktion gar nicht sehr gelungen.

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Ein Termin pro Woche, der bei etlichen Gelegenheiten wie Feiertage, Ferien, Erkrankung der Übungsleiter sogar noch ausfällt, reicht nicht. Hier wird gerastet, das Ziel, nicht zu rosten wird nicht erreicht.

Warum, um Himmels Willen, wird auf Bodengymnastik verzichtet? Der Boden ist der Angstgegner der angesprochenen Gruppe, man kommt schlecht runter und nicht mehr hoch. Das muss geändert werden, hier müssen Übungen ansetzen.

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Der Status Quo darf nicht hingenommen werden, er muss weg oder mindestens gebessert werden.

Sich schwungvoll zu bewegen ist im 60++ Alter nicht unbedingt gesundheitsförderlich, man ist kein Rennpferd mehr. Selbst eine schwache Muskelausstattung ist in der Lage, Bewegung (Schwung) zu erzeugen aber nicht, sie wieder zu bremsen, das tut sie im passiven Bewegungsapparat und hier sitzen bekanntlich beginnende oder manifeste Arthrosen. Warum kein kontinuierliches , gezieltes, gelenkschonendes Krafttraining für eine gute basismotorische Fähigkeit.

In allen pflegerelevanten Feldern hat die Sturzprophylaxe hohe Priorität. Auch hier muss präventiv gearbeitet werden.

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Man darf der angesprochenen Gruppe gerne zutrauen, dass sie Willens und in der Lage ist, am eigenen Körper zu arbeiten. Arbeits- und Bewegungsintensität haben sich an Alltagstätigkeiten dieser Personengruppe zu richten, eine Adressatenanalyse ist unabdinglich. Das heißt, wir müssen uns schon etwas anstrengen, um das Ziel, nicht zu rosten, zu erreichen. Unterhaltung braucht es wenig, Motivation ist der Erfolg.

Meine Empfehlung an die Initiatoren eines solchen Projektes: Es bedarf eines ausgereiften Curriculums von Fachleuten und nicht eines Crash-Kurses für Ehrenamtliche, das Ehrenamt in Ehren!

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