VHS-Film - Drama „Gelobt sei Gott“ im Roxy-Kino zu sehen Das Schweigen brechen

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Im Drama „Gelobt sei Gott“ werden Missbrauchsfälle in der französischen Kirche thematisiert. Die VHS zeigt den Film in dieser Woche. © Pandora Filmverleih

Wertheim. Ein Drama über Missbrauchsfälle in der französischen Kirche und die Verarbeitung der Opfer 30 Jahre später zeigt die VHS in dieser Woche. Alexandre Guérin (Melvil Poupaud) lebt mit Frau und drei Kindern ein friedvolles Leben. Als er zufällig erfährt, dass der Priester, von dem er vor über 30 Jahren als Kind missbraucht wurde, weiterhin mit Kindern arbeitet, kann er nicht mehr schweigen. Er sucht das Gespräch mit der örtlichen Pfarrstelle. Während sich die Geistlichen aufgrund der Verjährung des Falls zunächst nicht kooperativ zeigen, kommt es wenige Zeit später zum Gespräch mit dem besagten Pfarrer.

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Doch danach? Ist das Schweigen erst einmal gebrochen, gibt es kein Halten mehr. Alexandre findet weitere Opfer in François Debord und Emmanuel Thomassin. Ihr Werdegang ist ganz unterschiedlich als Alexandres, das Ziel der Opfer ist gleich: Wieso schreitet die Kirche nicht ein, wenn Klagen von sexuellem Missbrauch an Kindern eintreffen – selbst Jahre später? Sie bilden eine Gruppe namens „La Parole Liberée“ (Das gebrochene Schweigen), finden weitere Opfer des Priesters und machen ihre Geschichte publik. Sie fordern: Die Aufhebung der Verjährung in der Kirche. Doch die alten Wunden bringen nicht nur positive Entwicklungen für die Beteiligten.

Regisseur François Ozon („8 Frauen“) verfilmt mit „Gelobt sei Gott“ die hochaktuelle Geschichte über den französischen Priester Preynat. Im Januar 2016 wurde Anklage gegen ihn erhoben, im Juli 2019 wurde er von seinen religiösen Pflichten entbunden.

Der Kinofilm wurde im Geheimen in Belgien gedreht, während parallel die Untersuchungen gegen den Priester Preynat und den Kardinal Barbarin liefen. Die Uraufführung fand im Rahmen der Berlinale 2019 statt. „Gelobt sei Gott“ wurde mit dem großen Preis der Jury ausgezeichnet – aufwühlend, emotional und zutiefst engagiert.

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Der Film ist freigegeben ab sechs Jahren und ist am Dienstag, 28. Januar, um 18 Uhr sowie am Mittwoch, 29. Januar, um 20.15 Uhr im Roxy-Kino in Wertheim zu sehen.