Fördervertrag - Stiftung Deutscher Denkmalschutz unterstützt Sanierung der Kilianskapelle in der Wertheimer Altstadt Das „Schmückstück“ soll wieder strahlen

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Sebastian Schwarz
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Freuten sich gemeinsam über den Fördervertrag (von links): Benedikt Kleiser (Hochbau und Planungsamt der Stadt Wertheim), Bürgermeister Wolfgang Stein, Christoph Grüber (Regionaldirektor Glücksspirale) und Jörg Paczkowski (Kurator für Wertheim bei der Deutschen Stiftung Denkmalschutz). © Sebastian Schwarz

Die Stiftung Deutscher Denkmalschutz hat am Donnerstag einen Fördervertrag über 50 000 Euro zur Sanierung der Kilianskapelle an die Stadt Wertheim überreicht.

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Wertheim. Die Stadt darf sich über weitere Fördermittel zur Sanierung der Fassade der Kilianskapelle freuen. Einen Fördervertrag über 50 000 Euro überreichten am Donnerstag Jörg Paczkowski, Wertheimer Kurator der Stiftung Deutscher Denkmalschutz (DSD), und Christoph Grüber, Regionaldirektor der Lotterie Glücksspirale, an Wertheims Bürgermeister Wolfgang Stein.

Wer sich nun fragt, was eine Lottogesellschaft mit der Sanierung einer Kapelle zu tun hat: Die Glücksspirale fördert den Denkmalschutz in Baden-Württemberg nach eigenen Angaben mit rund 28 Millionen Euro jährlich. Im Jahr 2019 gingen davon rund 2,9 Millionen an die DSD und die Denkmalstiftung Baden-Württemberg.

Förderungswürdiges Bauwerk

Wieso gerade die 1472 errichtete Kilianskapelle besonders förderungswürdig ist, das erklärte Jörg Paczkowski. „Sie ist eine der bedeutendsten spätgotischen Kapellen in Deutschland“, unterstrich der ehemalige Leiter des Wertheimer Grafschaftsmuseums. Das Gotteshaus wurde im Zuge der Reformation im 17. Jahrhundert in ein weltliches Gebäude umgewandelt und diente fortan bis ins 19. Jahrhundert als Lateinschule.

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Im Zuge des Umbaus erhielt die Kapelle unter anderem ein barockes Dach. „Das würde der Denkmalschutz heute nicht mehr erlauben“, merkte Paczkowski mit einem Augenzwinkern an. Ihr ursprüngliches Erscheinungsbild erhielt die Kilianskapelle dann 1903/1904 zurück, nachdem sie nicht mehr als Schule genutzt worden war.

Welche Bedeutung das Bauwerk für die Stadt Wertheim hat, verdeutlichte Bürgermeister Wolfgang Stein. „Das ist ein Schmuckstück, das uns lieb und teuer ist“, bekräftigte er. Jedoch sehe man der Kapelle deutlich an, dass gerade an Fassade und Dach einiges zu tun sei.

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So zeigt das Äußere etwa etliche witterungsbedingte Schäden. Risse, Verfärbungen und Verschmutzungen haben dem „Schmuckstück“ sichtlich zugesetzt. Das soll sich aber nun ändern und die Kapelle wieder ihren alten Glanz erhalten. „Wenn das Ganze fertig ist, wird sie mindestens so schön aussehen wie die Stiftskirche“, versprach Bürgermeister Stein.

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Um dieses Versprechen zu erfüllen, wird die Stadt Wertheim laut Stein rund 450 000 Euro in die Hand nehmen. Bemerkenswert dabei: 61 Prozent der Summe kommen aus verschiedenen Fördertöpfen, der Eigenanteil der Stadt liegt dementsprechend also nur bei rund 39 Prozent (175 000 Euro). Neben den 50 000 Euro von der DSD erhält die Stadt zudem eine Förderung über 140 000 Euro aus Bundes- sowie 85 000 Euro aus Landesmitteln zur Denkmalpflege.

Maßnahmen der Sanierung

Welche Arbeiten an der Kilianskapelle konkret in Angriff genommen werden, verriet Benedikt Kleiser vom Hochbau- und Planungsamt der Stadt Wertheim. So sollen im Bereich der Fassade die verputzte Fläche und die Sandsteinelemente restauriert werden. Außerdem ist vorgesehen, dass die bleiverglasten Fenster an der Süd- und Ostseite gereinigt und restauriert werden.

Und auch das Dach und die Eindeckung sollen ausgebessert werden. Dort gibt es laut Kleiser allerdings nur kleine, altersbedingte Schäden zu beheben. Dementsprechend werde nur eine normale Instandsetzung vorgenommen. Anfangen sollen die Bauarbeiten zwischen Mai und Juni. In voller Pracht erstrahlen soll die Kapelle dann voraussichtlich wieder nach dem Ende der Bauarbeiten im Dezember.