AdUnit Billboard
Urpharer Abendmusik - Konzertreihe wurde fortgesetzt / Duo „Ahlert & Schwab“ machte den Anfang

Das Motto: „Der letzte Lautenist“

Von 
Matthias Ernst
Lesedauer: 
Das Duo Davis Ahlert und Birgit Schwab begeisterte mit Musik für Mandoline und Laute in der Urpharer Jakobskirche. © Matthias Ernst

Urphar. Die Konzertreihe der Abendmusik in der Urpharer Jakobskirche wird fortgesetzt. Den Anfang nach der Unterbrechung durch Corona machte das Duo „Ahlert & Schwab“ mit ihrem Programm „Der letzte Lautenist“.

AdUnit Mobile_Pos2
AdUnit Content_1

Mehrmals wurde das Konzert von Davis Ahlert und Birgit Schwab verschoben, am Sonntagabend fand es in der Jakobskirche endlich statt. Die beiden Ausnahmekünstler an Mandoline (Ahlert) und Laute (Schwab) sind keine Unbekannten in der alten Wehrkirche, die mit ihren dicken Mauern und den engen Holzbänken an längst vergangene Jahrhunderte erinnert.

In dieses Ambiente passte die Musik der beiden Künstler, die Hofmusik aus Dresden und Bayreuth spielten. Die heute ungewöhnliche Zusammensetzung von Mandoline und Laute war im 18. Jahrhundert eine oft benutzte Kombination von Instrumenten. Vor allem bei höfischen Anlässen erklangen die Laute mit ihren vielen Saiten und die Mandoline in wechselnden Bauformen und Saitenkombinationen zur Unterhaltung der Grafen-, Barone- oder Fürstenhäuser.

Fast jeder Komponist der damaligen Zeit, aber auch in späteren Jahren, der etwas auf sich hielt, hatte Stücke für diese Instrumentenkombination im Angebot.

AdUnit Mobile_Pos3
AdUnit Content_2

Kein Wunder also, dass Ahlert und Schwab aus einem reichen Fundus von Musikstücken schöpfen können. Im kommenden Jahr feiern die beiden ihr 30-jähriges Bühnenjubiläum. Und noch immer merkt man ihnen die Freude am gemeinsamen Spiel an. Inzwischen wagen sich die Musiker selbst an die schwere Sonaten, Suiten oder Concerti heran. Dabei sind sie nicht auf eine bestimmte Epoche begrenzt. Vom Beginn des 18. Jahrhunderts bis zu Stücken aus der Gegenwart reicht das Repertoire. Ahlert und Schwab versuchen außerdem, bisher verschollene und unentdeckte Stücke zu finden, die dann einem breiten Publikum zu Gehör gebracht werden.

Für das Konzert in der Urpharer Jakobskirche hatten sie sich Kompositionen von Bernhard Joachim Hagen (1720-1787), Adam Falckenhagen (1697-1761) und Johann Sebastian Bach (1684-1750) herausgesucht.

Alle drei Stücke hatten unterschiedliche Tonarten, so dass Birgit Schwab besonders viel Arbeit hatte. Ihre Laute musste jedes Mal neu gestimmt werden, weil einige Saiten des Instrumentes außerhalb des Griffbretts liegen. „Fast die Hälfte seines Musikerlebens verbraucht der Lautist mit dem Stimmen seines Instruments“, zitierte Birgit Schwab einen alten Musikerwitz und erntete auch im Wertheimer Stadtteil Lacher.

Doch mehr überzeugte die Musik an diesem Abend in der Kirche, die noch vom Erntedank-Gottesdienst am Morgen herbstlich geschmückt war. Daniel Ahlert spielte gleich auf mehreren historischen Mandolinen. Neben der leicht veränderten Form waren es die Saitenpaare, in denen sich die Instrumente unterschieden – beispielsweise eine Mandoline mit sechs Saitenpaaren, die auch Mailänder Mandoline genannt wird, und eine neapolitanische Mandoline mit vier Saitenpaaren. Die unterschiedliche Bespannung mit Darmsaiten oder Saiten aus Messing erzeugt dabei unterschiedliche Tonbilder, die je nach Vorgabe des Komponisten den besonderen Klang ausmachen.

AdUnit Mobile_Pos4
AdUnit Content_3

Birgit Schwab an der Laute, verlangte dem Instrument und sich selbst alles ab. Die europäische Laute stammt eigentlich von der arabischen Oud ab, ist aber mit ihrem langen Hals eine Weiterentwicklung mit ganz eigenem Klangbild. Die elf Saiten des Zupfinstrumentes wurden derart zum Leben erweckt, dass eine besondere Stimmung in der Kirche aufkam.

Das Du gilt nicht umsonst als herausragendes Künstlerpaar. Das wurde gleich bei der Sonate in G-Dur von Bernhard Joachim Hagen deutlich. Die drei unterschiedlich ausgeprägten Sätze zeigten die Virtuosität, mit der Ahlert und Schwab seit Jahren begeistern.

Diese Begeisterung übertrug sich auf die nächste Komposition, das Concert Nr. 3 in D-Dur von Adam Falckenhaben. Auch hier arbeiteten die beiden Musiker die unterschiedlichen Tempi und Klangvariationen fein heraus.

Das gelang ebenfalls bei der Suite in A-Dur von Johann Sebastian Bach, so dass der Beifall des Publikums nicht enden wollte. Als Zugabe den zweiten Satz aus der Suite in A-Dur von Silvius Leopold Weiss.

AdUnit Footer_1
AdUnit Mobile_Footer_1