Fastnachtsnachwuchs - Die Mädels der Reicholzheimer Garde trainieren fleißig / Ein Blick hinter die Kulissen Das Lampenfieber hat keine Chance

Von 
Sebastian Schwarz
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Nicht um Drill oder Ernsthaftigkeit geht es beim Nachwuchs der Reicholzheimer Garde. Der Spaß steht im Vordergrund. © Sebastian Schwarz

Die Fränkischen Nachrichten durften beim Reicholzheimer Garde-Nachwuchs hinter den Kulissen zusehen, wie die Mädels mit ihrer Trainerin Christine Schlör ihren großen Auftritt vorbereiten.

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Reicholzheim. Konzentriert stehen die zwölf Gardemädels der RNC-Kindergarde auf der Bühne und warten auf ihr Startkommando. „Prinzengarde“ ruft Sophia laut. Sie ist die Kommandeuse der Kindergarde, steht bei der Formation in der Mitte und ist sozusagen die Anführerin der Tanztruppe. „Marsch“ antworten ihr die anderen Mädchen.

Und los geht’s: Mit viel Schwung wirbeln die Mädchen, die alle in der dritten oder vierten Klasse sind, übers Parkett. Ihre Choreographie für die Kindersitzung haben sie schon richtig gut drauf.

Vor der Bühne steht Trainerin Christine Schlör und gibt den Takt vor. Eins fällt beim Training sofort auf: Hier haben alle richtig viel Spaß. Die Stimmung ist ausgelassen, die Mädchen lachen viel.

Es muss Spaß machen

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Darauf legt Christine Schlör auch besonderen Wert. „Es geht bei uns nicht um Drill und Ernsthaftigkeit, sondern dass es den Kindern Spaß macht“, sagt sie.

Da ist es dann auch nicht schlimm, wann mal etwas nicht gleich klappt. „Wenn wir uns vertanzen, marschieren wir, lächeln und steigen einfach wieder ein“, erzählt Gardemädchen Sarah.

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Nach der ersten Trainingsrunde kriegen die Mädels erst mal eine kleine Pause. Und ein dickes Lob von ihrer Trainerin. „Echt super“, findet Schlör den ersten Trainingsdurchgang ihrer Mädels.

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Jetzt heißt es Energie nachtanken. Die Trainerin hat ihren Schützlingen Salzbrezeln mitgebracht, die sie alle gemeinsam knabbern. Dann geht es aber auch schon weiter. Diesmal wollen die Mädels auch noch ihren Einzug in die Halle proben. „Der Einzug macht immer viel Spaß, weil man da ganz laut ’Helau’ rufen darf“, verrät Kommandeuse Sophia. Und das machen die Mädchen auch gleich.

Eine nach der anderen stellen sie sich am Ende der Halle auf, um dann einmal quer durch den Saal auf die Bühne zu marschieren, ganz so wie sie es bei Kindersitzung auch machen werden.

Das lautstarke „Helau“ und den Gruß an Präsidenten und Elferrat beherrschen die Mädels schon einwandfrei.

Auf die Vorstellung auf der großen Bühne freuen sie sich alle bereits sehr. Schon allein, weil sie dann ihre blau-weißen Gardekostüme mit den Silberpailletten tragen dürfen.

Die finden sie nämlich alle ganz besonders toll. Im Training dürfen sie die hübschen Kleider leider – aber verständlicherweise – nicht tragen, sondern nur ihre weißen Trainings-T-Shirts.

Aber sind sie eigentlich gar nicht nervös, wenn sie bei der Kindersitzung vor so vielen Zuschauern tanzen? Schließlich werden rund 400 große und kleine Zuschauer erwartet. „Beim ersten Mal war ich ein bisschen nervös, aber jetzt geht es. Ich bin ja schon zum zweiten Mal dabei“, erzählt Gardemädchen Mariella.

Ein bisschen nervös ist Sarah, wie sie zugibt. Aber das macht ihr gar nichts aus: „Ich stehe gerne auf der Bühne“, sagt sie. Also alles kein Problem - das Lampenfieber hat bei den Mädchen keine Chance.

Ab der dritten Klasse

Ab der dritten Klasse dürfen die Mädchen bei der RNC-Kindergarde mitmachen. Nach der vierten Klasse gibt’s dann allerdings erst einmal eine längere Pause, denn zur großen Garde dürfen sie erst ab 16. Dass sie da alle hinwollen, da sind sich die zwölf Mädchen der Kindergarde aber jetzt schon einig.

Mit einem lauten „Ja“ beantworten sie die Frage, ob sie dann später bei den Großen tanzen wollen. „In die große Garde zu kommen, ist der Traum von fast jedem Mädchen“, sagt Melina Schmidt. Die 12-Jährige ist eine der vier Co-Trainerinnen von Christine Schlör und will in einigen Jahren selbst dabei sein.

In die große Garde

Den Sprung zur großen Garde bereits geschafft hat Ann-Kathrin Dewes. Die 17-Jährige gehört seit zwei Jahren zum Trainerteam. „Als ich noch in der Kindergarde war, wollte ich auch unbedingt zu den Großen mit den schönen Glitzerkleidchen“, erinnert sie sich.

Das einstündige Training ist mittlerweile fast wie im Flug vergangenen. Zum Abschluss dürfen die Mädchen noch ihre Namen mit einem dicken Filzstift auf ihre Trainings-Shirts schreiben. Und dann ist auch schon Schluss für heute. Doch nächste Woche geht es mit dem Training natürlich weiter. Schließlich soll bis zur Generalprobe am 2. März und dem großen Auftritt bei der Kindersitzung am 5. März alles passen.