AdUnit Billboard
Auf der Wertheimer Burg - Akkordeonorchester überzeugten mit unterhaltsamen Konzert

Das Klangvolumen war perfekt

Von 
Matthias Ernst
Lesedauer: 
Akkordeonmusik mit dem Orchester der Harmonika Gemeinschaft Ludwigsburg und dem Akkordeonorchester Abtsgmünd begeisterte auf der Burg. © Matthias Ernst

Gleich zwei Orchester an einem Nachmittag begeisterten die Besucher auf der Wertheimer Burg mit konzertanter Akkordeonmusik.

AdUnit Mobile_Pos2
AdUnit Content_1

Wertheim. Obwohl die Innenstadt von Wertheim mit dem Herbstmarkt und den offenen Geschäften viele Besucher anlockte, fanden doch viele davon auch den Weg hinauf auf die Burg, um ein selten zu hörendes Musikerlebnis zu bestaunen: Ein Orchester das allein aus Akkordeonspielern besteht.

Doch nicht nur ein Orchester trat auf, die Stadt mit Burgmanager Christian Schlager hatte gleich zwei Orchester dieser Art verpflichten können. Dabei war der Auftritt schon viel länger geplant, doch wegen Corona wurde das Konzert mehrfach verschoben. Es hätte allerdings kaum besser als auf den Tag der Deutschen Einheit gelegt werden können. Wie vielfältig die Möglichkeiten des Instrumentes sind, zeigten die beiden Orchester der Harmonika Gemeinschaft Ludwigsburg und das Akkordeon Orchester Abtsgmünd.

Dabei wurde deutlich: das Akkordeon ist weit mehr als ein Schifferklavier, wie es oft in der Gesellschaft vollkommen zu Unrecht eingeordnet wird. Musiker und Musikerinnen jeden Alters spielten in den beiden Orchestern. Über 20 Instrumentalisten, dazu noch Schlagzeug und Keyboard – das Klangvolumen war perfekt.

AdUnit Mobile_Pos3
AdUnit Content_2

Von klassischen russischen Kompositionen über Filmmusik wie Adaptionen von „Indiana Jones“- Melodien oder einem „König der Löwen“-Medley bis hin zum „Rootbeer Rag“ von Billy Joel, spielte das Harmonika Orchester Ludwigsburg zu Beginn des Nachmittags unter ihrer Dirigentin Ute Matt.

Gleich fünf Orchester unterhält der Verein, vom Kinderorchester bis hin zu Projektorchester und Hobbyorchester bietet der Verein alles an, was konzertante Akkordeonmusik ausmacht. Man sei froh, endlich wieder vor echtem Publikum spielen zu dürfen, lautete die Aussage. Und das merkte man den Musikerinnen und Musikern bei ihrem Auftritt in Wertheim förmlich an.

Wie eng die beiden Orchester verbunden sind, merkte man beim zweiten Auftritt. Spielte Claudia Steinfeldt beim ersten Orchester noch selbst an vorderster Front mit, übernahm sie das Dirigentinnenamt beim Abtsgmünder Akkordeonorchester. Das startete beeindruckend mit dem Stück „Pegasus“ von Hans-Günther Külz. Geschrieben in der eher seltenen Tonart G-Sus. Im Stück überwindet Pegasus, das geflügelte Pferd, als Symbol der Kraft alle Schwierigkeiten und widrigen Umstände. Es ist auch ein Symbol für die Überwindung der Coronakrise, denn das Stück spielten die Musiker und Musikerinnen im Homeoffice zusammen ein – jeder für sich und trotzdem gemeinsam. Es sei eine Art Neuaufbruch, meinten die beiden jungen Moderatoren des Konzerts. Erst seit Mitte Juni konnte gemeinsam geübt werden, vorher waren Treffen unmöglich. Um die Mitglieder des Orchesters bei Laune und vor allem bei der Stange zu halten, waren unkonventionelle Lösungen, wie das Einstudieren eines Stückes zuhause gefragt. Die konzertante Aufführung vor Publikum war nach sehr langer Zeit der Höhepunkt.

Von Klassik bis Rag

Wie sich Klassiker der Komponisten auf dem Akkordeon anhören, erlebten die Besucher und Besucherinnen des Konzertes bei Friedrich Smetanas „Die Moldau“. Man konnte beobachten, wie viele die Augen schlossen und der Musik innig lauschten. Dann kam der Regen und die Musiker flüchteten unter das schützende Dach im Burggraben. Auch viele Konzertbesucher flohen vor dem Regen. Sie konnten somit das Finale nicht mehr miterleben, das nochmals die ganze Breite der Akkordeonmusik bot.

AdUnit Mobile_Pos4
AdUnit Content_3

Ein ungewöhnliches Instrument hat dank der beiden Orchester an diesem Nachmittag neue Fans gewonnen. „Hoffentlich kommen sie bei schönem Wetter noch einmal auf die Burg. Wir wären wieder mit dabei“, sagten ein paar von den besuchern, die bis zum Schluß ausgehalten hatten.

AdUnit Footer_1
AdUnit Mobile_Footer_1