Wintereinbruch

Bürger sind zum Schippen und Streuen verpflichtet

Weiße Pracht am Tag des Schneemanns

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Wenn es schneit, sind Bürgerinnen und Bürger zum Räumen und Streuen von Gehwegen verpflichtet. © dpa/Tobias Hase

Main-Tauber-Kreis/Wertheim. Main-Tauber-Kreis. Pünktlich zum „Tag des Schneemanns“ fielen in der Nacht auf Mittwoch weiße Flocken vom Himmel und blieben sogar liegen. Temperaturen unter dem Gefrierpunkt in der Nacht und nur knapp über Null Grad am Tag soll es auch in der kommenden Woche geben.

Der Wintereinbruch ruft Räumfahrzeuge auf den Plan, lässt Hausbewohner ob der Kehrpflicht aufstöhnen und verführt zum Griff zur eigentlich nicht erlaubten Salzkeule. Kinderaugen bringt die weiße Pracht hingegen zum Leuchten. Wer am Mittwochmorgen aus dem Fenster schaute, wusste gleich, was ihm blüht.

Doch wer ist für den Winterdienst verantwortlich? Antwort darauf gibt die Stadtverwaltung Wertheim mit ihrem Hinweis auf die Räum- und Streupflichten.

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Diese sind für Gehwege durch Satzung auf die Grundstückseigentümer beziehungsweise -besitzer, also die Anlieger, übertragen. Die Pflicht besteht auch dann, wenn der Anlieger wegen Gebrechlichkeit, Urlaub, Krankheit oder aus anderen Gründen nicht in der Lage ist selbst zu räumen oder zu streuen. Er muss dann dafür Sorge tragen, dass jemand anderes – wie eine Fremdfirma, ein Nachbar oder Angehöriger – den Winterdienst übernimmt.

Über die ganze Länge des Grundstücks müssen Gehwege, oder falls diese nicht vorhanden sind, 80 Zentimeter am Rand der Fahrbahn so von Schnee und Eis freigehalten werden, dass ein gefahrloses Begehen möglich ist. Zum Bestreuen ist abstumpfendes Material wie Sand, Splitt oder Asche zu verwenden. Der Schnee soll möglichst am Gehweg oder Fahrbahnrand gelagert werden.

Nicht auf Fahrbahn verteilen

Keinesfalls darf Schnee von Gehwegen großflächig auf der Fahrbahn verteilt werden. „Diese immer häufiger festzustellende Unsitte ist nicht zulässig und wird künftig mit einem Bußgeld geahndet“, betonen die Verantwortlichen der stadtverwaltung.

Die Verwendung von auftauenden Streumitteln ist verboten. Sie dürfen ausnahmsweise bei Eisregen, Eisglätte, bei steilen oder abschüssigen Gehwegen, Treppen, Rampen sowie zum Auftauen festgetretener Eis- und Schneerückstände verwendet werden. Der Einsatz ist jedoch so gering wie möglich zu halten.

Die Gehwege müssen werktags bis 7 Uhr, sonn- und feiertags bis 8 Uhr geräumt und gestreut sein. Wenn nach diesem Zeitpunkt Schnee fällt oder Eisglätte auftritt, ist unverzüglich, bei Bedarf auch wiederholt, zu räumen und zu streuen. Diese Pflicht endet um 20 Uhr.

Die ausführlichen Regelungen sind in der Streupflichtsatzung beschrieben. Die Satzung kann im Internet auf der Homepage der Stadt Wertheim abgerufen werden. Fragen dazu beantwortet bei der Stadtverwaltung Wertheim das Referat Öffentliche Ordnung unter Telefon 09342/301-251.

Nicht nur für Anwohner, auch für die Straßenmeistereien des Landkreises und die Bauhöfe der Kommunen bedeutet Schneefall immer eine Herausforderung. So waren etwa die Mitarbeiter der Straßenmeistereien mit all ihren verfügbaren 21 Fahrzeugen ab 4 Uhr morgens auf den Weg, um die Straßen zu räumen und zu streuen. Alles sei gut gelaufen, besondere Vorkommnisse habe es nicht gegeben, hieß es. Weil Minustemperaturen angesagt seien, werde am Mittwochabend noch einmal gestreut, wo es nötig sei.

Was Fahrer der Schneepflüge aber immer wieder erleben und bemängeln ist die Parksituation in schmalen Straßen und auf Wendeplatten. Sind die Wendeplatten so zugeparkt, dass der Schneepflug nicht drehen kann, muss der Fahrer sein Riesengefährt bei Dunkelheit rückwärts aus der Sackgasse steuern.

Teilweise würden Autos auch so dicht versetzt geparkt, dass der drei Meter breite Schneepflug schlichtweg nicht durchkommt.

Schlimmes passiert sei auf den Straßen bislang nicht, hieß es von der Polizei am Mittwoch von der Polizei. Bei wenigen Unfällen habe es lediglich Blechschäden gegeben, lautet die gute Botschaft.

Ein paar Tage wird die winterliche Witterung in der Region noch anhalten. Dicke Handschuhe fürs morgendliche Schippen sollten also bereit liegen. Und wer ein wenig Spaß haben will, baut einfach einen Schneemann. hvb/stv