Winterdienst - Höhefelder sind mit neuem Räum- und Streukonzept der Stadt nicht einverstanden Bürger ärgern sich über zusammengestrichenen Plan

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Höhefeld. Mit dem neuen Streuplan der Stadt fiel die Räumung einiger Straßen in Höhefeld weg. Das sorgte für Unmut bei den Bürgern, die ihrem Ärger am Donnerstag in der Sitzung des Ortschaftsrats im Bürgerhaus Luft machten.

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Es ist bitterkalt und endlich schneit es. Doch während sich die Kinder freuen, den Schlitten aus der Garage holen und die ersten Schneebälle werfen, trübt sich die Laune mancher Höhefelder. Nicht wegen der weißen Pracht an sich, sondern weil die vor ihrer Haustür auf der Straße einfach liegen bleibt.

Einige Straßen gestrichen

Denn im neuen Räum- und Streukonzept der Stadt Wertheim wurden einige Straßen in der Gemeinde vom Plan gestrichen. So sollte beispielsweise künftig rund um das Höhefelder Bürgerhaus oder der Weg zum Sportplatz nicht mehr geräumt werden.

Eigentlich war Dezernatsleiter Helmut Wießner als sachverständiger Referent zum Thema DSL-Ausbau an diesem Abend im Bürgerhaus. Er konnte aber als ehemaliger Leiter des Wertheimer Bauhofs auch zu diesem Thema Rede und Antwort stehen und die Ursachen für die Streichung erläutern.

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Um die Straßen in der Gemeinde im Winter von Eis und Schnee frei zu halten, seien die Wertheimer Bauhofmitarbeiter sehr stark gefordert, erklärte der Verwaltungsmitarbeiter. Diese Arbeit habe wegen der wachsenden Gemeinde mit ihren vielen Neubaugebieten ständig zugenommen. "Wir sind in der Zeit immer sehr grenzwertig mit dem zuständigen Personal umgegangen", so Wießner.

Ein neuer Räum- und Streuplan musste her, unter Berücksichtigung der Lenk- und Ruhezeiten und der Kosten. Grundtenor des neuen Plans: Alle Stadtteile und Orte zeigen sich solidarisch. Geräumt werden in erster Linie die Anfahrten zu wichtigen Gebäuden, wie Schulen und Krankenhaus, stark frequentierte Straßen und große Steigungen. Bis 7 Uhr morgens müssen solche bestimmten Bereiche geräumt sein.

Unverständnis

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Doch dieser neue Plan stieß schon vor dem ersten Schnee und seiner ersten Bewährungsprobe beim Höhefelder Ortsvorsteher auf Unverständnis. Mehrfach monierte Matthias Roos bei der Stadtverwaltung und konnte Teilerfolge erringen. Heuer sichtbar für alle Höhefelder: Beispielsweise die Straße zur Luthereiche, die untere Dorfstraße, der Steinigtweg und die Straße zum Sportheim werden vom Winterdienst nicht angefahren.

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Erst im zweiten Zug könne hier der Winterdienst aktiv werden. "Auch wenn dieser Plan noch in der Erprobungsphase ist, so wie er im Moment ist, passt mir das nicht. Da kommt niemand gefahrlos zu Fuß zum Panoramaweg. Und auch die Feuerwehr könnte bei Gefahr nicht hin", sagte Roos. Dabei klopfte der Ortsvorsteher auf einen dicken Ordner, der mit dem Schriftverkehr mit der Stadtverwaltung zu diesem Thema gefüllt ist.

"Moralische Verpflichtung"

"Die Verwaltung hat vergessen, dass Höhefeld 200 Meter höher liegt als Wertheim", monierte ein aufgeregter Bürger, der viele Jahre in diesem Bereich tätig war. "Das muss man als Bürger nicht einfach hinnehmen", lautete die Meinung eines anderen. "Die Stadt hat eine moralische Verpflichtung", warf jemand ein.

"Wir waren nicht dafür, dass eingespart wird. Für mich ist das Ding noch nicht beendet. Wir werden versuchen, weitere Straßen in den Plan einzusteuern. Denn es gibt viele Bedenken und Einwände der Bürger", betonte Roos.

In diesem Zusammenhang wurde daran erinnert, dass jeder Grundstücksbesitzer die Pflicht hat, einen 80 Zentimeter breiten Streifen von Schnee und Eis zu räumen und begehbar zu machen. hhei