Beim Amtsgericht verhandelt - Mann wurde wegen Trunkenheit im Verkehr verurteilt Blonde "Katharina" als Fahrerin ist nicht nachweisbar

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Wertheim. Beim Amtsgericht Wertheim ging es um die Frage, ob im Februar ein Scherenschleifer aus Moers im Rheinland seinen Mercedes von Nürnberg nach Bettingen auf einen Parkplatz gefahren hatte oder nicht. Die Polizei hatte nach einem telefonischen Hinweis den 24-Jährigen in Bettingen angetroffen. Die im Krankenhaus Wertheim entnommene Blutprobe ergab eine Alkoholkonzentration von 1,5 Promille.

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Die Gerichtsverhandlung erbrachte den Nachweis, dass der Angeklagte in Bettingen gefahren war, und es folgte wegen fahrlässiger Trunkenheit im Verkehr die Verurteilung zur Strafe von 35 mal 15 Euro. Fürs die Richterin sprach das meiste dafür, dass der Beschuldigte auch von Nürnberg nach Bettingen gefahren war, unter Umständen habe aber doch eine unbekannte Blondine auf dieser Strecke am Steuer gesessen.

Kurze Parkplatzstrecke

Wegen der kurzen Strecke auf dem Parkplatz wurde dem Angeklagten nicht die Fahrerlaubnis entzogen sondern nur ein Fahrverbot von zwei Monaten verhängt. Durch die bisherige Beschlagnahme des Führerscheins ist das Fahrverbot abgegolten, und der Mann bekam den Führerschein zurück. Im Flensburger Fahreignungsregister werden nur zwei statt drei Punkte eingetragen.

Ein Restaurantleiter aus Bettingen hatte die Polizei gerufen. Um 7.45 Uhr sei ein Gast ins Lokal gekommen, habe ein Ladekabel fürs Handy leihen wollen und sich merkwürdig benommen, so der Anrufer. Er habe geschwankt und nach Alkohol gerochen. Vom Lokal aus sei er eine Böschung hinunter gegangen und in einen Mercedes gestiegen. Auf dem geschotterten Platz neben der Autobahnbaustelle und der L2310 habe er mehrfach das Auto rangiert.

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Die Polizei fand den Mann neben dem Mercedes. Nach seiner Darstellung hatte er am Vortag in Nürnberg eine Blondine kennengelernt, die ihn wegen seiner Alkoholisierung nach Moers fahren wollte. Unterwegs habe es Streit gegeben, und man sei bei Bettingen von der Autobahn abgefahren. "Katharina" habe sich Richtung Dertingen entfernt und sei nicht mehr zurückgekommen.

Die Polizei entdeckte am Mercedes einen platten Reifen durch einen Riss, möglicherweise von einem Betonabweiser der Autobahn-Baustelle. Außerdem befanden sich am Kotflügel Schuhsohlenabdrücke. Sie stimmtem mit Abdrücken auf der Fußmatte des Fahrerplatzes und dem Sohlenprofil der Schuhe des Angeklagten überein.

Gegen Wagen getreten

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Die Beamten vermuteten, dass der Beschuldigte aus Verärgerung über den platten Reifen gegen den Wagen getreten hatte. Sie gaben den Hinweis, dass sie die Geschichte von der vermeintlichen "Katharina" nicht glaubten. Es bestehe der Verdacht einer Straftat. Der Mann machte keine weiteren Angaben. Durch richterlichen Beschluss wurde im März der Führerschein beschlagnahmt.

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In der Verhandlung schwieg der Mann zum Vorwurf. Die Staatsanwaltschaft beschränkte sich auf das, was sicher nachweisbar ist und beantragte neben der Strafe nur ein Fahrverbot. Der Verteidiger stellte eine Strafe ins Ermessen des Gerichts.

Sollte der Angeklagte doch selbst von Nürnberg nach Wertheim gefahren sein, so die Richterin, wäre er mit über zwei Promille unterwegs gewesen. goe