Lesung - Gisela Groh interpretiert Heinz Ehrhardt / Vergnüglicher Abend mit Begleitung am Klavier Biografisches und noch'n Gedicht

Von 
Holger Watzka
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Biografie und Lebenswerk von Heinz Ehrhardt: Rezitatorin Gisela Groh und Johanna Steigerwald am Piano bei Convenartis auf der Bühne.

© Holger Watzka

Wertheim. Er war Komiker, Musiker, Komponist, Kabarettist, Schauspieler und Dichter und gerade wegen "Noch'n Gedicht" wird er glühend verehrt. Die Rezitatorin Gisela Groh, begleitet von Johanna Steigerwald am Piano, begeisterten auf der Kleinkunstbühne im Convenartis-Gewölbe in der Mühlenstraße in Wertheim über zwei Dutzend Heinz-Ehrhardt-Fans.

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Gisela Groh hatte sich intensiv in die Biografie und das Werk von Heinz Ehrhardt eingearbeitet und ganz sicher nicht zu viel versprochen, als sie auf einen vergnüglichen Abend einstimmte. "Wer sich selbst auf den Arm nimmt, erspart anderen die Arbeit", meinte einst der große Humorist.

Die Rezitatorin begann ganz vorne, also schon ein paar Tage bevor Heinz Ehrhardt an einem eisigen Februar-Tag im Jahr 1909 in Riga als Sohn eines deutsch-baltischen Kapellmeisters das Licht der Welt erblickte. "Meine Eltern waren meine Großeltern, soll Ehrhardt einst gesagt haben. Das Kind wuchs weitestgehend bei Oma und Opa mütterlicherseits auf, der Großvater hatte ein Musikhaus und führte den kleinen Heinz schon sehr früh an Instrumente. Im Alter von sechs Jahren konnte das Wunderkind schon Klavier spielen.

Ferien ergänzt

Es war aber nicht allein die Musik, schon früh fühlte er sich zum Philosophen und Humoristen berufen: "Im Hinblick auf die nassen Windeln wollte er schon früh d(D)ichter werden." Die Schule, na ja, in neun Jahren brachte er es auf 15 Schulwechsel, was auch auf den Beruf des Vaters zurückzuführen war: "Er war ein Pausenschüler und konnte ohne Pause noch´ne Pause machen." Er selbst bezeichnete sich einst als frühentwickelte Spätausgabe und die Ferien ergänzte er, in dem er schwänzte. Zwischendurch immer wieder nette Wortspiele und Erinnerungen an den großen Unterhaltungskünstler: "Es war einmal ein Muselmann, der trank sich einen Dusel an." Schmunzelnde Einblicke in seinen Lebenslauf: Seine Frau Gilda Zanetti, die Tochter des ehemaligen Konsuls in Sankt Petersburg, lernte er nicht im Suff kennen, sondern im Fahrstuhl. Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor.

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Seine größten Erfolge feierte der liebenswerte Komiker mit dem herzhaften Lachen in den 50er Jahren, er verkörperte den Deutschen in der Zeit des Wirtschaftswunders: "Ich brauche nur Fettgedrucktes zu lesen und nehme schon zu." Ob als Radiomoderator, im Kino oder später im Fernsehen, Heinz Ehrhardt wurde verehrt. Leider erlitt er 1971 einen Schlaganfall und musste sich bis zu seinem Tod im Jahr 1979 ins Privatleben zurück ziehen.

Gisela Groh und Johanna Steigerwald schafften es vortrefflich über das Leben dieses einzigartigen Humoristen zu berichten.

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Und zum Ende, bei denen die beiden verdient viel Beifall erhielten, noch'n Gedicht: "Hinter eines Baumes Rinde wohnt die Made mit dem Kinde. Sie ist Witwe, denn der Gatte, den sie hatte, fiel vom Blatte. Diente so auf diese Weise, einer Ameise als Speise."