Evangelischer Kirchenbezirk

Bezirksfrauentag in Wertheim drehte sich um das Teilen

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Die Geschichte vom Schuster Martin wurde im Gottesdienst zum Bezirksfrauentag des Evangelischen Kirchenbezirks Wertheim in der Stiftskirche aufgeführt. © Antje Bauer

Wertheim. Passend zum Martinstag stand der Bezirksfrauentag des Evangelischen Kirchenbezirks Wertheim diesmal unter der Überschrift „Teilen“– „Teilen macht glücklich“ genaugenommen. Und so ging es sowohl beim Referat von Schuldekanin Cornelia Wetterich wie auch im anschließenden Gottesdienst um dieses Thema.

„Macht Teilen wirklich glücklich?“, fragte sich Cornelia Wetterich bei ihrem Referat und gab auch gleich eine Antwort: „Wenn ich als Kind eine Tafel Schokolade bekam und sie mit meiner kleinen Schwester teilen sollte, so machte mich das gar nicht glücklich, meine Schwester hingegen schon.“ Aber in der Regel gehe es ja nicht um Schokolade, die geteilt werden soll – kann, sondern um ganz andere Dinge wie etwa Energie, Strom, Aufgabe als Eltern oder auch das Erbe. Da könne man befürchten, „wenn ich etwas teile, wenn ich etwas weggebe, bleibt weniger für mich“. Es könne aber eventuell auch Überwindung kosten, wenn man Verantwortung oder Erfolg teilen muss. Andererseits brauche es eine gewisse Haltung, „nämlich: Auch dir soll es gut gehen. Und soviel, wie wir heute in der Regel haben, bleibt für uns noch genügend übrig“, stellte Wetterich fest.

Aber Teilen und teilen können wolle gelernt sein. Dazu brauche es auch Vorbilder. Und ein solches könne St. Martin sein, um den es in vielen Legenden gehe und der auch bei den Evangelischen seinen festen Platz habe. Liebe, Nächstenliebe, Mitgefühl und Verantwortung, das seien Dinge, die ihn ausmachten. Auch Jesus habe Liebe vorgelebt, was aus vielen Erzählungen aus dem Neuen Testament deutlich werde.

Nach dem Kaffee-Trinken im herbstlich geschmückten Stiftshof, bei dem auch Gelegenheit zum Gedanken teilen, zum Gedankenaustausch blieb, feierten die Frauen einen Gottesdienst in der Wertheimer Stiftskirche. Bei dem ging es auch um einen Martin, um „Martin, den Schuster“ nach einer Legende von Leo Tolstoi. Der wartet den ganzen Tag auf Jesus, der ihm am Abend zuvor beim Bibellesen seinen Besuch angekündigt hatte. Stattdessen begegnet ihm nur Stephan, der Straßenkehrer, eine Mutter mit ihrem frierenden Kind auf dem Arm und eine schimpfende Marktfrau, der ein kleiner Junge einen Apfel gestohlen hatte – sie alle unterstützte Martin. Am Abend erfuhr er, wem er tatsächlich geholfen hatte.

Gerlinde Weisensee fragte dazu, von welchen Gedanken und Wertvorstellungen man sich leiten lasse und welche Rolle Gott dabei spiele: „Jeder kann etwas tun, kann mit anderen teilen und so ein Stück dazu beitragen, dass unsre Welt von der Hoffnung auf das Kommen Gottes und seinem Frieden geprägt ist.“

Nach dem Abendmahl, bei dem man Brot und Wein teilte, stellte Ingrid Kachel vom Arbeitskreis ‚Bezirksfrauenarbeit die Kollekte vor. Von dem Geld sollen Lebensmittel für die Tafeln gekauft werden, um den Gedanken des Teilens deutlich zu machen.

Der nächste Bezirksfrauentag ist am 10. November 2023 geplant. aba