Baumaßnahme - Firma Brand hat neues Logistikzentrum in Betrieb genommen / Unternehmen folgt damit am Standort seinem Masterplan „Bei uns heißt es: Das Material muss fließen“

Von 
Heike Barowski
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Im März 2016 begannen die Planungen, im April 2017 fand der Spatenstich statt und nun ist das neue Logistikzentrum der Firma Brand samt Kantine und modernen Büros fertig.

Das neue Hochregallager umfasst jetzt 6000 Palettenplätze und 27 000 Behälterstellplätze im direkt angrenzenden Kleinteilelager. Pro Stunde können rund 260 Positionen im Lager abgearbeitet werden. © Barowski
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Bestenheid. Den Stolz auf das brandneue Logistikzentrum ist dem Geschäftsführer der Logistik, Hans-Walter Kern, dem Marketingleiter Matthias Stein und dem geschäftsführenden Gesellschafter Christoph Schöler deutlich anzusehen.

Die Fakten

Die Firma Brand, Vacubrand in Bestenheid und Vitlab in Großostheim gehören zu einer Unternehmensgruppe, mit rund 900 Mitarbeitern in 13 Ländern, wovon rund 750 Mitarbeiter in Deutschland tätig sind.

Aktuell zählt die Firma Brand 500 Mitarbeiter, davon 70 Auszubildende in 18 verschiedenen Berufen.

Momentan registriert die Gruppe 110 freie Stellen.

Das angewandte „Milkrun“-Konzept ist an den Milchmann in England angelehnt, der morgens die frische milch brachte und gleich die leeren Flaschen mitnahm. Das Prinzip bedeutet eine deutliche Reduzierung von Leerfahrten.

Kein Wunder, denn wer das neue Logistikzentrum betreten darf, ist mit Sicherheit beeindruckt. Und das nicht nur von der Höhe des Schmalganglagers. Immerhin geht es hier bis in schwindelerregende 20 Meter hinauf. Zukünftig werden hier bis zu 6000 Palettenplätze bereitgehalten. Im Vergleich zum vorherigen Lager hat sich die Kapazität fast verdoppelt. Dazu kommt ein vollautomatisches Kleinteilelager mit 27 000 Behälterstellplätzen.

Im etwas niedrigerem „Vorbau“ sind Büros und Kantine untergebracht. Hans-Walter Kern bezeichnet ihn gern als „Achse Mensch“, denn Finanzen, Controlling und die IT-Abteilung haben hier ihren Sitz. Durch den Neubau hat somit eine Zentralisierung aller Logistikprozesse stattgefunden. Dadurch wird es in Zukunft auch nur noch eine Stelle für An- und Auslieferung geben. Vom Wareneineingang, über die Versorgung der eigenen Produktion bis hin zur Auslieferung des fertigen Produktes an die Kunden ist alles aufeinander abgestimmt, durch kurze Wege gekennzeichnet und unter einem Dach. Über die Kosten des Neubaus wollte bei Brand allerdings niemand reden.

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Dass die Firma beim Bau des 4500 Quadratmeter großen Zentrums und Bürogebäudes auf modernste Technik, wie beispielsweise Lagertechnik mit Energierückgewinnung oder effiziente Wärmedämmung setzt, versteht sich von selbst.

Zudem optimiert das Unternehmen die Fahrwege durch den Einsatz spezieller Software und verkürzt so die Durchlaufzeiten und die Reduktion der Bestände. „Just-in-Time“ oder das „Milkrun“ sind nur ein paar der Konzepte, welche die Logistikvorgänge effizienter gestalten.

Das große Ziel

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Genau das war das große Ziel hinter dem Neubau: schnellere Prozesse und größere Flexibilität, beispielsweise bei kleineren Sendungen. Pro Stunde können dann rund 260 Posten im Lager abgearbeitet werden.

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„Bei uns heißt es: „Das Material muss fließen“, erklärt Schöler. Er verweist darauf, dass vor der Inbetriebnahme des Zentrums das Material schon mal über den Hof hin und her gefahren wurde und jetzt alles per „Milkruns“ schwellenfrei transportiert wird – und zwar so, dass es vom Wareneingang über die Verarbeitung bis zur Auslieferung an den Kunden ein relativ fließender Prozess ist.

Jeder Prozess wird dann über ein IT-System gesteuert, welches übrigens in einem nächsten Schritt komplett erneuert wird.

Auch das neue Logistikzentrum ist nur ein Teil eines großen Masterplans, der im Jahr 2009 erarbeitet wurde, jedoch nicht als starre Vorgabe abgearbeitet wird, sondern durchaus immer wieder an die Gegebenheiten angepasst wird, wie Dr. Christoph Schöler berichtet. Deshalb sieht man die Zielzeit im Jahr 2025 als nicht in Stein gemauert. Bereits umgesetzt hat man bei Brand diverse Vorbereitungsmaßnahmen, zu denen Hochgeschwindigkeitsdatenleitungen aber auch der Hochwasserschutz gehören. Im Jahr 2012 erfolgte mit dem neuen Spritzgusszentrum ein weiterer Schritt im Masterplan, der nun durch das Logistikzentrum ergänzt wird.

Die Aufdopplung des ältesten bestehenden Gebäudes, ein Besucherzentrum oder ein Schulungslabor sind angedacht, genauso wie eine mögliche Ausdehnung auf die andere Seite der Straße. Doch „Automatisierung allein lässt uns nicht groß werden“, sagt Schöler und verweist auf die unbesetzten Stellen im Unternehmen.

Ab Dezember soll das Logistikzentrum dann komplett seinen Dienst aufnehmen können, genauso wie die Kantine.