Zahlreiche Zaungäste - „Europoles“ stellt im Auftrag der Deutschen Funkturm einen Sendemast in Dörlesberg auf / Aufrichten des 30 Meter hohen LTE-Funkmastes wurde von vielen Bürgern gespannt verfolgt „Bald sind wir digital vorne dabei“

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Dörlesberg. „Richtig spektakulär“ bezeichnete es einer von mehreren Zaungästen, die am Mittwoch mit gebührendem Sicherheitsabstand das Aufrichten des LTE-Funkmastes an der Waldsporthalle verfolgten. Ortsvorsteher Udo Schlachter war ebenfalls zu diesem Termin gekommen, um sich mit Wolfgang Weiss, dem Projektleiter, über die Maßnahme zu unterhalten.

Laut Projektleiter Wolfgang Weiss ist der aufgestellte Funkmast eher von der kleinen Sorte. „Richtig spektakulär“ fanden viele Dörlesberger die Aktion trotzdem. © OV
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„Mit dreißig Metern Gesamthöhe ist das einer unserer kleinen Masten“, so Weiss. Der aus zwei Teilen bestehende Mast war mit zwei Tiefladern angeliefert und schließlich mit einem Spezialkran aufgestellt worden. Das 13,5 Tonnen schwere Sockelteil mit einem Basisdurchmesser von 116 Zentimetern wurde schließlich mit dem etwa 8 Tonnen schweren Oberteil verschraubt.

Sechs Facharbeiter, allesamt höhenerprobt, erklommen schwindelfrei die Außenleiter, jederzeit absturzgesichert, um in entsprechender Höhe zu arbeiten. Verbunden ist der Mast mit über dreißig Schrauben, die Ober und Unterteil zusammenhalten. Auch Andre Limbeck, Vertreter der Deutschen Funkturm, also des Auftraggebers, hatte sich zu dem Termin eingefunden. Die Firma ist eine Tochter der Telekom und baut die Masten in Zusammenarbeit mit „Europoles“, erläuterte Weiss.

Kein weißer Fleck mehr

Als die Arbeiter schließlich die oberste Plattform in schwindelerregender Höhe zentimetergenau aufsetzten, stocke auch Ortsvorsteher Schlachter zusammen mit den Dörlesberger Zuschauern kurz der Atem. „Ich habe extra aus unserer Bäckerei frisch gebackene Glücksbrezeln geholt und heute Morgen an die Mannschaft verteilt“ so Schlachter. Und offensichtlich habe das zur guten Stimmung beigetragen.

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Passgenau fand schließlich jedes Teil seinen Platz, alles ohne Unfall oder Gefährdung. „Ich bin sehr froh, dass wir bald digital vorne dabei sind“, so der Ortsvorsteher, der für Dörlesberg seit mehreren Jahren für die Funkversorgung kämpft. Ob als Seniorennotruf oder zur allgemeinen Versorgung mit Funksignalen, der Mast werde dringend gebraucht und sichere den Standort und dessen Qualität. „Dörlesberg wird bald kein weißer Fleck in der Funkversorgung mehr sein“, so Schlachter weiter. Auch für andere Anbieter sei es nun möglich, diesen Mast für Sendeanlagen anzumieten, falls sich genügend Nutzer finden und es sich wirtschaftlich darstellen lässt.

Was in den kommenden Wochen noch durch Spezialfirmen angebaut werden muss, sind die Sendeanlagen, technische Elemente und die Stromversorgung. Letztere wird von den Stadtwerken Wertheim ausgeführt und in Kürze dazu führen, dass die Höhengemeinde endlich ausreichend Funktechnik erhält, freute sich der Ortsvorsteher. In wenigen Wochen soll das ganze seinen technischen Abschluss finden und zusammen mit den Bürgern bei Bratwurst und Bier in Betrieb genommen werden. Seinen Dank sprach Schlachter schließlich auch den Bürgern aus, die ihre breite Zustimmung zur Maßnahme stets zum Ausdruck gebracht hatten. Auch der Stadtverwaltung mit Planungsunterstützung wie notwendiger Zuarbeit sprach er zusammen mit Wolfgang Weiss Dank aus. „So ein Projekt, bei dem man neben freundlicher Aufnahme auch noch breite Unterstützung erfährt, hat man leider nicht sehr oft“, so Weiss.

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Die sechs Männer, welche an der Fertigstellung arbeiteten, bestätigten, dass dreißig Meter über der Höhengemeinde die Aussicht bei strahlendem Sonnenschein gigantisch sei, doch das dürfte eben nur dem Wartungspersonal vorbehalten sein.

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Die Dörlesberger selbst können den Funkmast, der sich größtenteils hinter einem Waldausläufer verbirgt, zwar nur vom Boden aus betrachten. Doch die deutlich bessere Verbindung zum weltweiten Datennetz ermöglicht bald eine Sicht von noch höher oben, zum Beispiel mit Sattelitenbildern. ov