Theater

Badische Landesbühne zeigt Brechts „Herr Puntila“

Verschobene Inszenierung steht am 14. Februar in der Aula Alte Steige auf dem Plan

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Martin Behlert als Anwalt, Lydia Fuchs ind er Rolle der Eva Puntila, René Laier als Gutsbesitzer Puntila und im Hintergrund Musiker Oliver Taupp gastieren mit Bertold Brechts „Herr Puntila und sein Knecht Matti“ in Wertheim. © BLB/Sonja Ramm

Wertheim. Die Badische Landesbühne wollte ursprünglich die jetzige Spielzeit 2022/2023 in Wertheim mit Bertolt Brechts „Herr Puntila und sein Knecht Matti“ in einer Inszenierung von Intendant Carsten Ramm eröffnen. Dies musste im Herbst leider wegen Erkrankungen abgesagt werden. Nun ist die Inszenierung am Dienstag, 14. Februar, um 19.30 Uhr in der Aula Alte Steige zu sehen.

Nüchtern ist der Gutsbesitzer Puntila ein eiskalter Kapitalist. Rücksichtslos beutet er seine Angestellten aus. Selbst die Verlobung seiner Tochter Eva mit dem Aristokraten Eino arrangiert er mit Kalkül.

Doch mit steigendem Alkoholpegel wandelt sich der Tyrann zum Wohltäter. Als großzügiger Lebemann stößt er mit seinen Untergebenen auf die von ihm ersehnte Freundschaft an und schenkt Fremden Arbeit. Mit gelockerter Zunge gesteht er seinem Chauffeur Matti, dass ihm der Attaché als Schwiegersohn zuwider ist. Stattdessen soll er der Auserwählte sein. Eva ist begeistert.

Die Kluft in der Gesellschaft

Doch Matti hat die Kluft zwischen den sozialen Klassen stets vor Augen. Er glaubt nicht an deren Überwindung und hat die unberechenbaren Launen Puntilas satt. Ist eine Freundschaft oder gar eine Beziehung zwischen Herrschenden und Untergebenen stets ein Fass mit doppeltem Boden?

Die Badische Landebühne zeigt Brechts Gesellschaftskritik als berauschende Komödie mit Live-Musik.

Bertolt Brecht (1898-1956) schrieb „Herr Puntila und sein Knecht Matti“ ab 1940 im Exil in Finnland. Als Vorlage diente ihm das Stück „Die Sägemehlprinzessin“ seiner Gastgeberin Hella Wuolijoki. Die Komödie, die 1948 ihre Uraufführung hatte, wurde in mehr als 30 Sprachen übersetzt und zählt bis heute zu den meistgespielten Stücken Brechts.