Leserbrief - Zu „Räte bezweifeln Nutzen vom Fahrstuhl“ (17.3.)

„Aussage ist unerhört“

Von 
Leserbrief-Schreiber: Udo Fertig
Lesedauer: 

Mit bedauern musste ich feststellen, dass Gemeinderäte auf einen wichtigen Sanierungsbaustein bei der Baumaßnahme der Kembacher Kindertagesstätte verzichten wollen. Soll man bei dem Umbau des Gebäudes große Flächen für die Kinderbetreuung nutzlos liegen lassen, weil ein Aufzug zu kostspielig wäre? Aber was mich bei dem Artikel am Meisten geschockt hat, war die Aussage von Herrn Richard Diehm, „das Leben ist kein Ponyhof“, Familien mit körperlich behinderten Kindern können andere barrierefreie Kitas besuchen.

AdUnit urban-intext1

Von einem Politiker der Grünen, sollte man erwarten können, dass er die Leitbilder der eigenen Partei, wie etwa „wir stärken die Inklusion“ kennt. Hier der Auszug aus der Homepage der Grünen: „Durch den demografischen Wandel wird die Gruppe der behinderten Menschen immer größer. Ihnen die gleiche Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen, ist für uns ein Gebot der Gerechtigkeit und es ist ein Menschenrecht.“ Trifft diese Aussage nur auf Bundesebene zu oder auch für den Ortsverband der Grünen im beschaulichen Wertheim? Wie stellen Sie, Herr Diehm, sich das vor, ohne einen ausreichenden öffentlichen Nahverkehr, die geeigneten Kitas anfahren zu können? Haben Sie nicht auch den Umweltschutz in Ihrem Programm?

Ich finde es unerhört, so eine Aussage im Bezug auf Kinder im Allgemeinen zu treffen. Es sollen Kinder in ihrem gewohnten Umfeld aufwachsen können und nicht kilometerweise für eine geeignete Betreuung durch die Gegend gefahren werden müssen. Oder sehen Sie das aus Kostengründen anders?

Aber wer so eine Aussage trifft, muss auch mit der ehrlichen Reaktion von interessierten Bürgern rechnen, frei nach der Redensart: „Das Leben ist kein Ponyhof“.

AdUnit urban-intext2