Gemeinderat tagte (I) - Konzepte für Urphar und Grünenwört im Rahmen des Programms "Flächengewinnung durch Innenentwicklung" erstellt Aus Chancen Projekte entwickeln

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Defizite in der Entwicklung der Innenorte aufzuarbeiten - diese Möglichkeiten sollen, wie hier in Urphar, genutzt werden.

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Wertheim. Ein Neubaugebiet für Bettingen (siehe weiteren Artikel), Vorbereitungen zur Ausweisung von Sanierungsgebieten in Urphar und Grünenwört: Der Gemeinderat hat sich am Montag ausführlich mit der Dorfentwicklung auf Wertheimer Gemarkung beschäftigt.

Im Wertheimer Gemeinderat notiert

  • Die Beschilderung der "Romantischen Straße" soll laut Aussagen von Oberbürgermeister Mikulicz und Dezernatsleiter Wießner zwischen 25. April und dem 29. April erfolgen.
  • Das Veranstaltungsmobil für Senioren sei, so der OB "wieder aktiviert" worden. Sechs Termine, die allerdings nicht genannt wurden, habe man für den Einsatz herausgesucht.
  • Mehr als 900 freiwillige Helferinnen und Helfer waren laut Bürgermeister Wolfgang Stein bei der jüngsten Aktion "Saubere Landschaft" im Einsatz, ein deutlicher Anstieg. Stein würdigte insbesondere die Teilnahme der Gemeinschafsschule Wertheim und der Otfried-Preußler-Schule, sowie der von der Jugendhilfe Creglingen betreuten unbegleiteten Minderjährigen und von Bewohnern der Erstaufnahmeeinrichtung.
  • Der Bürgermeister dankte den Stadtwerken Wertheim, sowie den Firmen Diehm und Goldschmitt, die Fahrzeuge zur Verfügung stellten. Mit rund 5,5 Tonnen Müll wurde auch erheblich mehr Unrat eingesammelt als zuvor. "Auf die Steigerung hätten wir verzichten können", so Stein.
  • Das Thema "Tierheim" vermisste Ingo Ortel auf der Tagesordnung der nächsten Sitzung des Ausschusses für Finanzen, Verwaltung, Kultur, Soziales und Schulen am Donnerstag. Laut OB liegt das zum einen an einem, nach seiner Aussage, recht kurzfristig eingegangenen Fragenkatalog, den man sorgfältig und vollständig abarbeiten wolle und zum anderen daran, dass er an der entsprechenden Sitzung teilnehmen wolle. Er sei "sehr interessiert an Klarheit, auch wenn das etwas unangenehm sein könnte".
  • Werner Kozyra wollte Näheres zur bergseitigen Sperrung des Rad- und Fußweges an der Landesstraße 2310 im Bereich "Alt-Bestenheid" wissen. Dezernatsleiter Armin Dattler und Referatsleiter Achim Hörner lieferten die geforderten Informationen (Hangsicherung durch das Land), die Stadtteilbeiratsvorsitzender Hubert Kronmüller mit dem Hinweis "das stand ganz groß in der Zeitung" ergänzte.
  • Später wies Kozyra noch darauf hin, dass am "Blindenheimweg" ein Holzgeländer an mehreren Stellen beschädigt sei. "Das ist bekannt", erklärte Hubert Burger. Die Beschädigungen seien bei Arbeiten des Landes erfolgt und er habe die Zusage, dass sie auch w8ieder behoben würden.
  • Namens eines nicht genannten Bürgers kritisierte Diehm die Parksituation am "Berliner Ring", wo von der Tankstelle bis zum Heizwerk rechtsseitig Fahrzeuge abgestellt werden dürfen. Damit sei die Lärmbelästigung enorm angestiegen, da andere Autos bei Gegenverkehr anhalten und wieder anfahren müssten.. Die Anregung des Beschwerdeführers lautete, man solle die Parkplätze auf der anderen Straßenseite anordnen.
  • Stadtteilbeiratsvorsitzende Renate Gassert erinnerte daran, dass die jetzige Regelung bei einer "großen öffentlichn Begehung", an der jeder habe teilnehmen können, getroffen worden sei. Es handele sich auch um "eine wunderbare Verkehrsberuhigung". ek
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Die Ortschaft weise einen stetigen Rückgang der Einwohnerzahlen auf, die Gebäudeleerstände nähmen zu und damit einhergehend der zum Teil mäßige Zustand der Bausubstanz. Die Aufrechterhaltung der Infrastruktur werde immer schwieriger. Gleichlautend düster ist die Problembeschreibung für Urphar und Grünenwört in der Verwaltungsvorlage für die Gemeinderatssitzung. Aber für beide Ortschaften gibt es auch Chancen und Potenziale. Für Urphar sind dies insbesondere die nahen Gewerbegebiete bei Bettingen, und für Grünenwört die unmittelbare Nachbarschaft zum Industriegebiet Bestenheid.

Grobe Konzepte

Für beide Dörfer wurden, erläuterte Dezernatsleiter Armin Dattler in der Sitzung, im Rahmen des Förderprogrammes "Flächen gewinnen durch Innenentwicklung" Grobanalysen und örtliche Entwicklungskonzepte erstellt. Nun sollten jeweils die Voraussetzungen für ein Sanierungsgebiet geschaffen werden. Damit bestünde dann zumindest die Möglichkeit "durch steuerliche Vorteile private Modernisierungs- und Instandhaltungsprojekte im Ortskern auch in finanzieller Hinsicht attraktiver zu gestalten". Dafür hat der Gemeinderat einstimmig mit seinem Beschluss zur Einleitung der notwendigen vorbereitenden Untersuchungen den Weg frei gemacht. "Wir glauben an das Potenzial unserer Ortschaften", versicherte Axel Wältz (CDU), machte aber gleichzeitig darauf aufmerksam, dass Sanierungsprogramme ihre volle Wirkung nur mit der Förderung durch Landesmittel entfalteten.

Laufzeiten

"Für uns wäre es schön, zu beginnen und niemals aufzuhören", antwortete Dattler auf die Frage von Birgit Väth (Bündnis 90/Die Grünen) nach der Laufzeit der Programme, um dann konkret mitzuteilen, dass diese "eigentlich höchstens acht Jahre" dauerten, es aber bislang die Möglichkeit zur Verlängerung gegeben habe und diese auch genutzt wurde.

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Wer in Grünenwört und in Urphar Interesse an Sanierungsmaßnahmen habe, solle sich am besten jetzt bereits bei der Stadt melden, appellierte Oberbürgermeister Stefan Mikulicz. Und Patrick Schönig (SPD) rief einmal mehr dazu auf, die ländlich geprägten Stadtteile nicht zu vergessen. Dezernatsleiter Dattler hatte zuvor noch einmal darauf hingewiesen, dass man beabsichtige, nach und nach für alle Ortschaften entsprechende Sanierungsgebiete auszuweisen.

Allerdings ist man jetzt erst einmal und erstmals "gebremst" worden. Denn die Anmeldung von Sonderriet und Sachsenhausen für das Programm "Flächen gewinnen durch Innentwicklung" wurde nicht berücksichtigt. Man werde aber, unterstrich Dattler, nicht aufgeben und beide Ortschaften bei nächster Gelegenheit erneut anmelden. ek