Internationaler Tag des Ehrenamts - Zwölfjährige Janine Thoma ist Patin beim Stadtjugendring / 17-jährige Helen Bohnenkämper engagiert sich bei den Oktavenhüpfern Aufgabe ist nicht nur etwas für Senioren

Von 
Birger-Daniel Grein
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Die 17-jährige Helen Bohnenkämper engagiert sich ehrenamtlich bei den Kinderchören des Sängerbunds Eichel. So übernimmt sie beispielsweise bei den Proben der Oktavenhüpfer das Einsingen mit den Kindern. © Birger-Daniel Grein

In Wertheim engagieren sich zahlreiche Menschen ehrenamtlich. Zu den Engagierten gehören auch Jugendliche.

Großes Engagement in allen Bereichen

Beim Stadtjugendring Wertheim und seiner Sparte Forscherkids sind aktuell insgesamt 27 Menschen ehrenamtlich aktiv. Sie engagieren sich als Vorstandsmitglieder, Betreuer, Kursleiter oder Paten. Zwölf davon sind unter 18 Jahre und als Paten im Einsatz. In diesem Jahr wurden insgesamt über 1600 ehrenamtliche Stunden geleistet.

Beim Sängerbund Eichel ist eines der 15 ehrenamtlichen Vorstandsmitglieder unter 18 Jahre. Neben den Ehrenamtlichen im Vorstand engagieren sich zahlreiche Sänger unter anderem in der Vorbereitung der Konzerte. Unter ihnen sind viele junge Erwachsene, die sich sowohl bei den Konzerten der Erwachsenen als auch bei denen der Kinderchöre einsetzen.

Auch in anderen Vereinen und Organisationen gibt es zahlreiche Jugendliche, die sich unentwegt ehrenamtlich einbringen. Dies zeigt unter anderem die Aktion „Miteinander-Füreinander“ der Stadt Wertheim. Dort wurden in diesem Jahr 33 Jugendliche aus dem gesamten Kreisstadtgebiet für ihr Engagement geehrt. bdg

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Wertheim. Ehrenamtliches Engagement ist nicht nur etwas für Erwachsene. Dies zeigen die Kinder und Jugendlichen, die sich in den Vereinen der Main-Tauber-Stadt für andere einsetzen. Zu ihnen gehören die zwölfjährige Janine Thoma aus Triefenstein und die 17-jährige Helen Bohnenkämper aus dem Hofgarten.

Janine geht in die siebte Klasse der Gemeinschaftsschule Wertheim, sie ist Patin beim Stadtjugendring Wertheim in der Sparte Forscherkids. Sie unterstützt mit ihrem Engagement Kursleiter, Betreuer und Teilnehmer. „Ich helfe in dieser Aufgabe Kindern, in dem ich ihnen beispielsweise etwas erklärte, ihre Fragen beantworte und auf sie bei Kursen und Exkursionen aufpassen“, erklärte Janine im Gespräch mit den Fränkischen Nachrichten. „Ich helfe außerdem bei der Planung und Vorbereitung von Angeboten.“ So hatte sie beispielsweise das dreitägige Umweltforschercamp mit Übernachtung in den Pfingstferien mitgeplant und aktiv mitgestaltet. Sie leitete bereits eigene Experimentierkurse. „Ich finde Naturwissenschaften interessant“, sagt sie. Ihr gefalle es, Kinder zu unterstützen, weil man ihnen etwas beibringen könne.

Ausbildung absolviert

Seit sie in der vierten Klasse war, nahm Janine regelmäßig an der Aktionen des Stadtjugendrings teil. „Als ich zu alt wurde, um als Teilnehmerin dabei zu sein, wurde ich gefragt, ob ich Patin werden möchte.“ Dies habe sie gerne gemacht. Als Fünftklässlerin absolvierte sie 2017 die Ausbildung zur Patin. Dazu gehörten Unterweisungen zu Themen wie Aufsichtspflicht, Erste Hilfe, richtiges Erklären von Experimenten und der richtige Umgang mit Kindern in verschiedenen Situationen. Außerdem gehörten zur Ausbildung 30 Stunden Einsatz als Patin sowie die Planung und Umsetzung eines Kursteils. „Was ich dabei trainiert habe, hilft mir bei der Arbeit als Patin“, stellte sie fest. „Ich habe auch schon einen Teil der Ausbildung zur Kindergruppenleiterin beim Stadtjugendring absolviert,“ erzählte sie stolz.

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Besonders schön für sie sei es, wenn sie Gruppen und Kurse in Eigenverantwortung leiten dürfe. „Da weiß ich, dass ich den Kindern die Inhalte selbst beigebracht habe und die Verantwortung für Kinder und Ablauf habe.“ Neben ihrer Patenaufgabe engagiert sich Janine in der Jugendwasserwacht Lengfurt. Anderen Jugendlichen legt sie ein ehrenamtliches Engagement ans Herzen. „Man lernt dabei den richtigen Umgang mit Menschen und hat sehr viel Spaß.“

Helen Bohnenkämper geht in die zwölfte Klasse des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums. Sie engagiert sich im Sängerbund Eichel vor allem den Oktavenhüpfern. Hier sind die Kinder zwischen sechs und neun Jahre. Sie selbst hat mit fünf Jahren begonnen, bei den Oktavenhüpfern mitzusingen. Vor drei jahren kam dann das ehrenamtliche Engagement für die Kinderchöre dazu. „Da sang ich schon im Chor der Erwachsenen bei den Oktavenspringern mit.“

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Chorleiterin Laura Skirde habe sie und ihre Schwester damals gefragt, ob sie sich bei den Kinderchören einbringen wollen. „Wir sagten gleich zu“ erinnerte sich Helen. Sie gibt viele Gründe für ihr freiwilliges Engagement an. Es habe schon immer Spaß gemacht mit Laura zusammenzuarbeiten. Außerdem gab es auch zu ihrer Zeit als Kind im Chor zwei Jugendliche, die eine Betreuerfunktion wahrnahmen. „Das fanden wir damals gut.“ Sie arbeite gerne mit Kindern, betonte die angehende Abiturientin. „Es ist schön, wenn man weitergeben kann, was man selbst gelernt hat.“ Ihre Aufgaben bei den Oktavenhüpfern sind vielfältig. Sie übernimmt mit viel Bewegung das Einsingen, gestaltet die Kinderchorwochenenden mit, koordiniert bei Auftritten und übernimmt die Leitung der Choreographie während der Konzertshows.

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Zusätzlich unterstützt sie andere Kinderchorgruppen, wenn dort Hilfe nötig ist. Seit drei Jahren ist Helen Jungendbeisitzer im Vorstand des Gesangvereins. „Am meisten Spaß macht es mir, Zeit mit den Kindern zu verbringen.“ Die Mehrheit von dem, was sie für ihren Einsatz brauche, habe sie von Laura Skirde gelernt und sie absolvierte einen Fortbildungstag „Musik macht Spaß“ beim Maintal-Sängerbund. „In der Schule habe ich eine Streitschlichterausbildung gemacht und war Patin für die Fünftklässler.“

Besonders in Erinnerung geblieben ist ihr das Chorwochenende. Weil so viele Kinder dabei gewesen seien, war viel los und sie habe eine Menge Eindrücke gesammelt. Erstaunt hat sie, dass die Kinder diesem besonderen Rahmen viel Privates von sich erzählten.

Ihre Freude an den Auftritten der Kleinen ist genauso groß: „Es ist toll, zu zeigen, was man mit den Kindern erreicht hat.“ Außerdem begeistere es sie, die Fortschritte der Kinder zu sehen.

Auch Helen rät anderen Jugendlichen sich ehrenamtlich einzubringen. „Es macht Spaß mit den Kleinen was Großes zu machen und weiterzugeben, was man selber gelernt hat.“

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