Amtsgericht - Amphetamin mit Gewinn weiterverkauft Angeklagter bestreitet Dealerei

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Wertheim. In einem Strafverfahren beim Amtsgericht Wertheim gibt es zahlreiche Vorwürfe gegen einen Arbeitslosen aus der Main-Tauber-Stadt.

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Im Dezember 2014 habe der 29-Jährige mit dem gesondert verfolgten L. 20 Gramm Amphetamin gekauft. L. habe die Menge auf 30 Gramm gestreckt, damit sie das Rauschgift mit Gewinn weiter verkaufen können. Eine Woche nach dem Erwerb seien 20 Gramm an G. veräußert worden.

Spuren der Drogen gefunden

Zwischen Februar und April 2015 habe der Beschuldigte vier Mal Marihuana erworben in Mengen zwischen drei und zehn Gramm, das Gramm zu etwa 16 Euro. Insgesamt gesehen handle es sich um zwei Fälle des gemeinschaftlichen unerlaubten Handel Treibens mit Betäubungsmitteln und um vier Fälle des Erwerbs. Der Angeklagte bestritt. Das Amphetamin habe dem Eigenkonsum gedient. Er habe davon weder verkauft, kenne G. nicht, noch habe er Marihuana gekauft. Zur Zeit sei er unabhängig von Drogen.

Die Polizei hatte im Drogenmilieu ermittelt und eine Person festgenommen. Die Untersuchung verdächtiger Gegenstände aus seinem Bereich ergab Anhaftungen von Amphetamin. Es zeigte sich auch ein Fingerabdruck, und so wurde noch die Wohnung des Angeklagten durchsucht. Die Auswertung der auf seinem Handy gespeicherten Daten führten zur Anklage. G. sei als Amphetaminkonsument bekannt, so die Polizei in der Verhandlung. "Kopfschmerztabletten" stünden für Drogenpillen.

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Der Angeklagte hat ein umfangreiches Strafregister, das bis ins Jahr 2005 zurückreicht. In den meisten Fällen ging es um Einbrüche, also Diebstahl in besonders schwerem Fall. Ein Mal zum Beispiel in einer Kfz-Werkstatt auf dem Wartberg oder in einem Pizza- und Döner- Laden der Eichelgasse. Die Taten sind als Beschaffungskriminalität für den eigenen Drogenbedarf zu betrachten, Konsum bestand seit der Schulzeit. Ein Mal hat er eine Eingangstür mit einem Kanaldeckel eingeworfen, um im Lokal wegen des Münzgeldes einen Automaten aufzubrechen. Der Angeklagte hat nahezu alle Strafen abgesessen, über acht Jahre ohne eventuellen Abzug wegen vorzeitiger Entlassung. Im jetzigen Fall beantragte der Pflichtverteidiger die Vernehmung weiterer Zeugen, und die Verhandlung wird Mitte März fortgesetzt. goe