Müll - Wertheimer Bauhofmitarbeiter haben am Neujahrsmorgen alle Hände voll zu tun / Zerschlagene Flaschen sind oft Problem Am Mittag ist alles wieder picobello

Von 
Birger-Daniel Grein
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Am Ende der Schicht wird dieser Hänger wie jedes Jahr rappelvoll mit den Resten einer Silvesternacht sein. © Birger-Daniel Grein

Während sich die Mehrheit der Wertheimer von den Silvester-Feierlichkeiten erholte, sorgten Mitarbeiter des Baubetriebshofs dafür, dass auch die Müllspuren verschwanden.

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Wertheim. Es war 5.30 Uhr am Neujahrsmorgen als fünf Mitarbeiter des Baubetriebshofs auf dessen Gelände eintrafen, um die erste Reinigungsaktion des Jahres 2020 vorzubereiten.

Während die meisten Einwohner bei Temperaturen um den Gefrierpunkt noch ruhig in ihrem Bett schlummerten, ging es für die Männer auf Reinigungstour. „Es ist schön, dass es dieses Jahr trocken ist, dann lässt sich der Müll leichter entfernen“, stellten die Bauhofmitarbeiter Robert Tschöp und Daniel Ganzky im FN-Gespräch am Neujahrsmorgen fest. Das frühe Aufstehen auch direkt nach Silvester störe sie nicht. „Wir melden uns immer freiwillig für diesen Dienst.“

Jedes Jahr wären es andere Mitarbeiter, die am Neujahrsmorgen arbeiten. Zu den vier Männern der Fußgruppe gehört noch der Fahrer der Kehrmaschine. Die Gesamtgröße der Fläche die gereinigt werden muss entspricht jener Fläche, die das Baubetriebshofteam auch von Montag bis Freitag anfährt.

Andere Schwerpunkte

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„Wir setzten aber andere Schwerpunkte.“ Auch die Reihenfolge in der gereinigt wurde, sei anders, erklärten die Mitarbeiter. Noch im Dunklen, um 6 Uhr, begannen die Aufräum- und Reinigungsarbeiten vor dem Kulturhaus. Weiter ging es in die Straßen um den Marktplatz und über den Marktplatz selbst. Danach sorgte das Team im Bereich des Mainvorlands bis zum Spitzen Turm für Sauberkeit. Der nächste Abschnitt der in Angriff genommen wurde, war dann links der Tauber, wo die Hospitalstraße, das Taubervorland und die Bahnhofsstraße vor allem im Bereich des Bahngebäudes gereinigt wurde.

Liste abarbeiten

Weiter ging es in der sogenannten Blindenheimkurve. Auf dem Wartberg wurde auf dem Frankenplatz und an den Bushaltestellen im Salon-de-Provence-Ring gesäubert. Den Abschluss bildeten die Parkplätze am Schlösschen, der Tauberparkplatz und die Parkplätze an der Unteren Leberklinge und der Main-Tauber-Halle.

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Vorgegangen wurde nach einer genauen Liste. „Wir schauen aber auch auf Plätze, die nicht in der Liste stehen, zum Beispiel der Skaterplatz, und reinigen dort bei Bedarf.“ Zuständig ist der Baubetriebshof jedoch nur für öffentliche Flächen. „Die Gehwege vor Häusern müssen die Bewohner selbst reinigen“.

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Man wolle die Leute erst gar nicht daran gewöhnen, dass diese Arbeiten vom Bauhof übernommen werden. Man sehe die Gefahr, dass sonst noch mehr Müll dort landet. Die Müllmenge liege, wie die Jahre zuvor, bei vier bis fünf Kubikmeter – ein ganzer Anhänger voll.

Dieses Jahr habe man mehr Kartons von Feuerwerksbatterien eingesammelt als in den Vorjahren, aber auch viele Raketenreste. „Die Leute böllerten genauso viel wie sonst“, lautete die Einschätzung der Bauhofmitarbeiter nach Beendigung ihrer Schicht. Teilweise hätten sich aber die Treffpunkte im Vergleich zu 2018 geändert. War vor einem Jahr vor allem viel Feuerwerksmüll auf der Tauberbrücke, hatten die Wertheimer dieses Jahr den ganzen Weg entlang der Tauber geböllert. Neben Resten des Feuerwerks fanden sich viele Flaschen und Verpackungsmüll.

Zersplitterte Flaschen

Ein Problem seien Scherben von Flaschen. Diese können die Kehrmaschine beschädigen und stellen auch eine Verletzungsgefahr für die Mitarbeiter dar. Von Hand müssen aber auch Stiele von Raketen und die Hüllen der Feuerwerksbatterien eingesammelt werden, weil diese die Kehrmaschine verstopfen würden. „Zudem müssen wir sämtliche Grünflächen und viele Bereiche entlang der Tauber von Hand ablesen, da die Maschine dort nicht hinkommt.“

Trotz Verbot

Die Männer hatten trotz des Böllerverbots in der Altstadt auch dort vereinzelt Raketenreste gefunden. „Leider halten sich nicht alle an die Regeln.“ Entsorgt werden die eingesammelten Reste vom Baubetriebshof über das Restmüllsystem. Von den Bewohnern und Feiernden wünschte sich das Bauhofteam, dass sie ihre Abfälle gleich wieder mitnehmen. Das Zerstören von Flaschen sei ein Ärgernis und bedeute Mehrheit für die Mitarbeiter. Hier baten sie um mehr Rücksicht. Ärgerlich sei außerdem, dass Müll in den Hang am Tauberufer geworfen werde. „Teilweise kann man diesen aus Gründen der Arbeitssicherheit nicht mehr herausholen.“ Gegen 12 Uhr endete die Arbeit des fünfköpfigen Teams.

Zünftig gefeiert und ordentlich geböllert wurde auch in den Ortschaften und Stadtteilen. Auch dort sammelte sich auf den Straßen und Plätzen hinreichend Müll, den die Feiernden gleich selbst entsorgten.

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