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Bildung - Freie Bürger besuchten Werkrealschule in Urphar-Lindelbach / Viel Lob für pädagogisches Konzept

Alle „UrLi“-Absolventen erhielten Lehrstellenangebote

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Die Werkrealschule „UrLi“. © Gerd Weimer

Urphar/Lindelbach. Beeindruckt und begeistert waren Mitglieder und Gemeinderäte der Freien Bürger Wertheim von ihrem Besuch in der Werkrealschule Urphar-Lindelbach, heißt es in einer Pressemitteilung der Organisation.

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Viel Zeit nahm sich Dieter Fauth demnach für die Fragen der Besucher, der seit rund drei Jahren als kommissarischer Leiter für die Schule verantwortlich ist. Über Jahre war der Fortbestand der Bildungseinrichtung immer wieder in Frage gestellt worden. Doch seit 2019 gibt es vom Regierungspräsidium, für den in der Region einmaligen Schultyp, eine unbefristete Bestandsgarantie. Seither steigt das Vertrauen der Eltern, was sich auch in zunehmenden Schülerzahlen widerspiegelt. Derzeit werden 48 Schülerinnen und Schüler in vier Klassen, teilweise jahrgangsübergreifend, unterrichtet.

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Die geringe Schülerzahl pro Klasse kommt auch dem pädagogischen Konzept der Schule entgegen. So haben ein Drittel der Kinder einen besonderen Förderungsbedarf, der bei den kleinen Gruppengrößen von den acht Lehrerinnen und Lehrern auch gewährleistet werden kann. Längst kommen die Schüler nicht mehr nur aus Wertheim-Ost, sondern aus dem gesamten Gebiet der Großen Kreisstadt und darüber hinaus.

Die Schüler verlassen die Schule mit dem Hauptschulabschluss. Dieser hatte über viele Jahre keinen guten Ruf. Dass sich dies in letzter Zeit jedoch verändert, belegte Fauth mit seinem Hinweis, dass allen Absolventen, die in Urphar-Lindelbach einen Abschluss erlangten, auch erfolgreich Lehrstellenangebote unterbreitet werden konnten. Hierzu hat die Schule mit zwölf Unternehmen in der Region Kooperationsvereinbarungen getroffen. So können die künftigen potenziellen Arbeitgeber die jungen Leute im Rahmen von Blockpraktika, beziehungsweise 14-tägig bei Tagespraktika, bereits im Vorfeld kennenlernen und deren Stärken und Schwächen ausloten, an denen dann in der Schule konkret gearbeitet werden kann.

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Es sei spürbar, so Fauth, dass der Mangel an Auszubildenden in Handwerk und Industrie, zu einem Umdenken geführt hat. Der Hauptschulabschluss habe inzwischen wieder einen deutlich höheren Stellenwert. Dies bestätigte Songrit Breuninger aus eigener Erfahrung; die Absolventen der „UrLi“ hätten bei den Arbeitgebern in Wertheim einen guten Ruf.

Auf die Frage von Tanja Bolg, ob es nicht besser sei, wieder zur verpflichtenden Grundschulempfehlung zurückzukehren erläuterte Fauth, dass die Hauptschulen unter dem Wegfall zweiffellos gelitten hätten. Zugleich sei die Heterogenität der Schüler an Realschulen und Gymnasien gewachsen. Letztlich müsse die Entscheidung über den Schultyp aber von den Eltern getroffen werden.

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Dies sei der Hauptgrund für den Entfall der verbindlichen Empfehlung gewesen. Um die Entscheidungsfindung der Eltern auf eine solide Grundlage zu stellen, werde daher in den Grundschulen viel Beratungstätigkeit geleistet.

Beim Rundgang überzeugten sich die Freien Bürger, dass die Schule auch technisch auf dem aktuellen Stand ist. So stehen in allen Klassenräumen Beamer und Dokumentenkameras für den Einsatz digitaler Lernmittel zur Verfügung. Um die Corona-Ansteckungsgefahr zu mindern sind die Räume mit CO2-Messgeräten und Luftreinigern ausgestattet.

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Technisch, so Fauth, habe der Heimunterricht während der Schulschließung gut funktioniert. Hierzu hätten auch Leih-Laptops einen Beitrag geleistet. Man müsse aber auch ehrlich sein, dass beim Lernfortschritt die Effektivität gelitten habe. Oft habe einfach die Rückkopplung mit den Schülern gefehlt. Dies gelte es nun, im Präsenzunterricht wieder aufzuholen.

Zum Lernkonzept gehört auch, dass es fast keine Hausaufgaben gibt. Stattdessen wird in den höheren Klassen dreimal in der Woche auch Nachmittags unterrichtet. Damit könne vermieden werden, dass Schüler ohne Förderung zu Hause nicht mithalten können. Unerlässlich sei darüber hinaus auch der Einsatz von Schulsozialarbeitern, die von der Stadt finanziert werden. Diese leisteten sehr gute Unterstützung. So wie er sich insgesamt von der Stadt Wertheim optimal begleitet fühle.

Zum Abschluss betonte FBW-Vorsitzender Marcus Götz nochmals die absolut positiven Eindrücke, die man vom Besuch mitnehme. Es zeige sich, dass mit einem über alle Maßen engagierten Lehrerkollegium und Unterstützung durch Arbeitgeber und Verwaltung auch hevorragende Ergebnisse im Unterricht erzielt werden können, die den jungen Leuten alle Perspektiven für ihre Zukunft geben.

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