Open Air-Konzert - Queen of Metal zum Anfassen / Über 1300 Besucher bei Doro Pesch-Konzert auf der Wertheimer Burg Alle geloben lauthals: „Für immer“

Von 
Heike Barowski
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„All we are“– einmal mehr begeisterte Doro Pesch ihre Fans mit alten und neuen Hymnen. © Heike Barowski

Es ist der Abend auf den die Metal-Anhänger gewartet haben: Doro Pesch begeistert auf der Wertheimer Burg die Massen bei strömenden Regen.

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Wertheim. Es sollte am Ende einer jenen denkwürdigen Abende werden, den die Fans so schnell nicht vergessen werden: Mistwetter, kombiniert mit einem Auftritt der Metalqueen Doro Pesch.

Pünktlich zum Konzertbeginn fängt es ordentlich an zu gießen. Aber echte Metaller waren, sind und bleiben hart im Nehmen und halten auch mal locker gut über drei Stunden im Dauerregen aus. „Ihr seid so hart“, lobt dann auch Doros Schlagzeuger Jonny Dee nach seinem witzig spritzigen Solo.

Am Ende hat sich das Ausharren der über 1300 Besucher gelohnt, denn sie werden mit einem für Metal-Verhältnisse beinah familiären Konzert der Extraklasse belohnt.

„NulldB“ heizte ein

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Los geht es nicht wie angekündigt mit der Vorband „Bloodflowerz“. Weil deren Sängerin erkrankt war, sprang kurzerhand „NulldB“ ( (Gewinner des Deutschen Rock und Poppreises in der Kategorie „Hard n Heavy“) aus Zell ein. Doch die vier Jungs sind alles andere als ein „Lückenbüßer“.

Wer Doro auf ihrer Dezembertour erlebte, kannte „NulldB“ bereits als Anheizer. Und genau diesen Job eerfüllt die Band auch am Samstagabend mit Bravour, baut in ihren letzten Titel „Kinder des Zorns“ sogar ein kleines Intro von Peschs „All we are“ ein.

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Kurz nach 21 Uhr ist es dann soweit. Lederkluft, lange helle Mähne, eine rauchige Stimme und ein breites Lächeln – Doro Pesch betritt die Bühne und los geht eine Reise durch 35 Jahre Pesch-Geschichte, mit „Earthshaker Rock“ aus dem Jahr 2010. Es folgen „I rule the ruins“ von 1993 und „Burning the witches“ von 1983.

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Die Fans hat sie an natürlich sofort auf ihrer Seite. Die singen lauthals mit, recken bei „Raise your fist in the air“ die Fäuste in die Höhe, klatschen und „haedbangen“. Das minutenlange typische „Moschen“ allerdings bleibt bei den meisten inzwischen etwas älter gewordenen Fans aus. Dass diese aber immer noch textsicher sind, stellen sie bei der erstaunlich früh gebrachten Pesch-Hymne „Für immer“ natürlich lautstark unter Beweis.

Apropos Hymne. Die heute in New York lebende Vegetarierin Pesch liebt die Auftritte auf dem Wacken Open Air, wie sie an diesem Abend zugibt. Und so ist ihre „Wacken-Hymne“ „We are the metalheads“ natürlich fester Bestandteil ihres Programms. In 14 Tagen wird Pesch auf dem berühmten Open Air wieder den Massen ordentlich einheizen.

Spielfreude und Ausstrahlung

Ob beim „All for metal“ oder beim schnellen „Revenge“ – Doros unverwechselbare und unveränderte Stimme sorgt für Gänsehaut, ihre Ausstrahlung für Begeisterung und nicht zuletzt läßt die deutlich sichtbare Spielfreude von Nick Douglas aus den USA oder Luca Princiotta aus Italien und Bas Maas aus den Niederlande das Publikum vom ersten bis zum letzten Titel mitfeiern. Einige von ihnen spielen schon seit Jahren mit Doro.

Besagtes „All for metal“ ist übrigens einer der Titel, der auf Doros neuem und ersten Studio-Doppelalbum ist, welches am 11. August erscheint und „sich gut zum Mitgrölen eignet“, wie sie sagt. Selbiges tun die Fans natürlich vor allem beim Mega-Hit „All we are“.

Und noch etwas macht dieses Metal-Konzert so besonders: Die Zugaben bestehen ausschließlich aus Zuschauerwünschen. So sind dadurch am Ende noch Old-School-Titel wie „Herzblut“ und „Breaking the law“ (eine Judas-Priest-Coverversion) zu hören.

„Die rockt das Publikum immer noch. Sie ist einfach unverändert klasse“, sagt eine Frau begeistert, die extra aus Berlin für das Konzert angereist war. Sie ist mit ihrer Meinung nicht allein. Von allen Seiten gab es für das Konzert nur Lob.

Lediglich das sehr überschaubare Merchandising-Angebot, bei dem es nicht einmal CDs zu kaufen gibt und die doch recht eingeschränkte Getränkeliste, die lediglich aus Bier und Sprudel besteht, ernten Kritik. Aber auch so etwas schreckt niemanden ab, der eine Legende wie Doro erleben darf.

In Gedenken an Lemmy Kilmister, dem Gründer von Motörhead, singt die Queen of Metal ganz zum Schluss „Love me forever“ – ein Versprechen, dass ihr die Fans auch für die nächsten 35 Bühnenjahre gern erfüllen werden.