Keine Erhöhung - Ausschuss für Eigenbetrieb billigt Kalkulation der Gebühren für 2021 / Investitionen in Kanäle und Klärwerk Abwassergebühren bleiben vorerst stabil

Von 
Gerd Weimer
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Der Eigenbetrieb Abwasser investiert viel Geld. Unter anderem wird die Zentralkläranlage in Bestenheid im nächsten Jahr für 100 000 Euro erweitert und modernisiert. © FN-Archiv/Elmar Kellner

Die Abwassergebühren bleiben im kommenden Jahr noch einmal stabil. Doch anschließend werden sie „moderat“ steigen.

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Wertheim. Seit zwölf Jahren sind die Abwassergebühren für die Wertheimer Haushalte stabil. Die Schmutzwassergebühr liegt bei 1,83 Euro pro Kubikmeter, die Gebühr für Niederschlagswasser bei 27 Cent.

Auch im nächsten Jahr gibt es laut Kalkulation des Eigenbetriebs Abwasser keine Steigerung. Lediglich die Gebühr für die Bereitstellung eines Zwischenzählers steigt um elf Cent auf 54,46 Euro pro Monat.

„Das wird in den nächsten Jahren nicht mehr zu halten sein“, sagte Helmut Wießner, der Betriebsleiter des Eigenbetriebs.

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Grund dafür seien höhere Aufwendungen beispielsweise bei der Klärschlammbeseitigung, „wo die Kosten derzeit explodieren“.

Es sei in den vergangenen Jahren gelungen, die Gebühren durch Modernisierungen und Kostensenkungen stabil zu halten. Es werde aber wahrscheinlich eine „moderate Erhöhung“, geben so Wießner in der Sitzung des Betriebsausschusses am Montag.

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Tina Hesse, die stellvertretende kaufmännische Leiterin des Eigenbetriebs, stellte die Details der Gebührenkalkulation vor. Demnach ist die Stabilität der Abgaben für das nächste Jahr nur möglich, weil Gewinne aus 2018 und 2019 eingerechnet werden konnten.

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Im Vergleich zu anderen Kommunen des Landkreises sind die Gebühren relativ niedrig. In Bad Mergentheim zahlen die Haushalte (Stand Jahresbeginn 2020) beispielsweise 21 Prozent mehr für das Schmutzwasser und sogar fast das Doppelte für Niederschlagswasser. Die Freudenberger müssen für Niederschlagswasser gut 80 Prozent mehr berappen.

Im Wirtschaftsplan für das kommende Jahr sind Umsatzerlöse von 6,7 Millionen Euro vorgesehen. Der geplante Verlust beträgt 430 000 Euro. Die Investitionen von 3,4 Millionen Euro verteilen sich hauptsächlich auf die Sanierung von und Erschließung mit Kanälen.

Kaum Personalkostensteigerung

Letztere erfolgt in den Neubaugebieten der Ortschaften: Reicholzheim (560 000 Euro), Dertingen (350 000 Euro), Sonderriet (330 000 Euro) und Waldenhausen (185 000 Euro), wo auch die größte Sanierung mit 150 000 Euro fällig ist. Große Posten sind zudem die Messeinrichtung für Regenüberlaufbecken (350 000 Euro) und die Modernisierung und Erweiterung der Zentralkläranlage. Bei den Personalkosten wird mit einer geringen Steigerung auf 1,9 Millionen Euro kalkuliert.

Der Berechnung liegen Kosten für Kanäle und Kläranlagen von insgesamt etwa 3,4 Millionen Euro zu Grunde. Die Zahl der Beschäftigten bleibt bei 27. Dazu kommt ein Auszubildender als Ver- und Entsorger.

Der Schuldenstand soll bis Ende 2021 um fast eine Million auf 17,8 Millionen Euro sinken. Für neue Kredite kalkuliert der Eigenbetrieb mit etwa zwei Prozent Zinsen. Relativ hoch, doch bei einer Laufzeit von 30 Jahren sei das die sichere Vari-ante, wie Wießner erläuterte.

Redaktion Teamleiter Redaktion Wertheim