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Amtsgericht - Vorstrafenregister eines 27-Jährigen wächst weiter

Abhängiger muss hinter Gitter

Von 
goe
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Wertheim. Ein Wertheimer hat mit 27 Jahren schon zehn Vorstrafen angesammelt, im Hintergrund steht die Abhängigkeit von Drogen. Jetzt erhielt der ledige Vater zweier Kinder vom Amtsgericht Wertheim eine weitere Strafe: 15 Monate Haft wegen Verstoßes gegen Weisungen während der Führungsaufsicht.

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Nach einer Verurteilung 2017 wegen Einbruchdiebstahls zu drei Jahren Haft beziehungsweise Unterbringung in einer Entziehungsanstalt hatte die Justiz im August 2020 mit einer Aufsichtsmaßnahme dem Angeklagten helfen wollen, von Drogen wegzukommen. Er sollte sich bis 2023 ein Mal monatlich bei der Suchtberatung des Caritas-Verbandes in Würzburg vorstellen und sich regelmäßig beim Bewährungshelfer in Wertheim melden.

Es ging nicht lange gut

Ab Jahresende 2020 fehlte der Beschuldigte bei der Drogenberatung und brach den Kontakt zum Bewährungshelfer ab. Dieser berichtete jetzt in der Verhandlung, direkt nach der Haft habe der Angeklagte die Therapie begonnen, es sei aber „nicht lange gut gegangen“. Die erste Eintrag des Beschuldigten im Strafregister erfolgte 2008. Damals und bei den Taten in späteren Jahren ging es unter anderem um Diebstahl, Bedrohung, Körperverletzung und Einbruchdiebstahl. Zunächst gab es Jugendstrafen, dann nach Erwachsenenstrafrecht jeweils Freiheitsstrafen.

Der Angeklagte lebt von Hartz-IV und der Unterstützung der Mutter. Nach der Trennung von der Freundin habe er „alles schleifen lassen“, sei nach Frankfurt und habe dort wieder Heroin konsumiert. Er möchte eine weitere Therapie „ausprobieren.

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Die Staatsanwältin sah „kein Licht am Ende des Tunnels“ und regte die Unterbringung in einer geschlossenen Anstalt an. Das wollte der Beschuldigte auf keinen Fall.

Die Richterin entgegnete, es mache keinen Sinn, Leute zum Glück zu zwingen: „Sie haben ja schon ein paar Therapien in den Sand gesetzt.“ Wenn er die geschlossene Unterkunft ablehne, könne er sich bis zum Strafantritt um eine offene Therapie bemühen. Staatsanwaltschaft und Gericht hätten kein Interesse, ihn ins Gefängnis zu schicken. goe

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