Ortschaftsrat - Rückblick auf 2016 / Ausbauarbeiten an Fahrbahnen und Auffahrten bei der A 3 werden dieses Jahr fertig / Blutspender geehrt / Ortsdurchfahrt thematisiert 85 Prozent der Fahrer hielten Geschwindigkeit ein

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Ortsvorsteher Egon Beuschlein (links) freute sich in der Ortschaftsratsitzung am Donnerstag, die Blutspender Udo Schlundt, Heike Österlein und Kurt Stollberger auszuzeichnen.

© Birger-Daniel Grein

Dertingen. Die erste Sitzung des Dertinger Ortschaftsrats in 2017 am Donnerstag im Probenraum der Mandelberghalle war laut Ortsvorsteher Egon Beuschlein eigentlich eine Jahresabschlusssitzung, die von einem Rückblick auf 2016 und Blutspenderehrung geprägt war.

Im Ortschaftsrat notiert

In der Sitzung des Ortschaftsrats Dertingen am Donnerstag dankte Ortsvorsteher Egon Beuschlein dem Gesangsverein für die Sammlung für die Kriegsgräberfürsorge. Dabei kamen 543 Euro zusammen. Lob hatte er für die Nutzer des Jugendraums und ihr tadelloses Verhalten sowie für alle, die sich zum Wohle des Dorfes einbringen.

Der Biber im Ort vergrößert seinen Wirkungskreis. Besitzer von Bäumen in der Nähe des Aalbachs können beim Ortsvorsteher kostenlos Maschendrahtzaun erhalten, um ihre Bäume vor dem Tier zu schützen. Ein weiteres Problem ist eine Rattenplage am Bach. Beuschlein forderte, dort keine organischen Abfälle zu entsorgen. Auch über die Toilette dürfen diese nicht entsorgt werden.

Dertingen hat mit Eberhard Baumgart einen neuen Friedhofsgärtner. Der Ortsvorsteher dankte dessen Amtsvorgänger Siegfried Diehm. Gesucht werden noch immer Helfer zur Pflege von Beeten im Ort.

In der Bürgerfragestunde wurde der Wunsch nach Hundekotbeutel-Spendern geäußert. Der Rat wird nun prüfen, ob man solche aufstellen und wie man die Entsorgung regeln kann.

Beuschlein wies darauf hin, dass Angehörige geräumte Gräber auffüllen und mit Rasen einsäen müssen. Bürger kritisierten Lkw-Fahrer, die für den Autobahnausbau arbeiten. Nicht alle würden die offiziellen Fahrwege einhalten.

Angeregt wurde die Anbringung eines Geländers auf dem Weg zur Kirche, um diesen für ältere Menschen sicherer zu machen. Aktuell laufen die Verhandlungen zur Vergrößerung des Holzlagerplatzes.

Wer öffentliche Wege streut, kann beim Ortsvorsteher kostenlos Streugut dafür erhalten. bdg

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Beuschlein freute sich, gleich sechs Blutspender zu ehren. Dabei nutzte er die Gelegenheit und warb um weitere Spender. Heike Österlein wurde für 25-maliges Spenden, Kurt Stollberger für 75-maliges und Ortschaftsrat Udo Schlundt sogar für 100 Spenden ausgezeichnet. Corinna Beuschlein und Kirsten Stollberger, die jeweils zehn Mal spendeten, sowie Katrin Tritschler (25 Mal) waren nicht anwesend.

Weder Ampel noch Zebrastreifen

Den Jahresrückblick begann Egon Beuschlein mit Dankesworten für seine Kollegen im Ortschaftsrat. Er habe im vergangenen Jahre viele Ausfallzeiten gehabt, die die Räte sehr gut kompensiert hätten. 2016 habe sich das Gremium zu sechs nicht-öffentlichen und einer öffentlichen Sitzung getroffen, außerdem gab es vier Ortstermine zu verschiedenen Themen und zwei Besprechungen mit dem Kirchengemeinderat zum Reformationsjubiläum.

Ein bedeutendes Thema sei der Ausbau der A 3 gewesen. "Der sorgte mit dem vielen Dreck auf unseren Autos für das Dertinger Pkw-Design", scherzte Ortsvorsteher Beuschlein. "Das stehen wir aber noch durch." Bauleiter Manfred Neugebauer habe ihm gegenüber erklärt, dass man im laufenden Jahr mit den Fahrbahnen und den Auffahrten fertig werde. 2018 sollen dann die Arbeiten am Wall folgen. Abschließend kämen die Zufahrtsstraßen an die Reihe.

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Ein großer Erfolg sei die Weiterführung der Dorfsanierung gewesen. Für dieses Jahr stünden noch 150 000 Euro im Haushalt. Danach sei jedoch Schluss. "Das Geld werde viele Investitionen auslösen", sagte der Ortsvorsteher. Inzwischen habe man auch die "Kochschule" renoviert. Die dortigen beiden Wohnungen seien vermietet.

Seit dem vergangenen Jahr hat das Dorf mit der "Schmöckerecke" eine eigene kleine Bücherei. Von den Räten gab es Dank für die Sach- und Geldspender sowie an alle Helfer, die den Betrieb ermöglichten. Die Bauplätze im Neubaugebiet seien erschlossen, aktuell gebe es nur noch drei freie Plätze. Deshalb habe der Ortschaftsrat bereits eine Erweiterung beantragt, so Beuschlein.

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Der Adventsmarkt im "historischen Bergviertel" sei sehr gut angenommen worden und habe viele Besucher angelockt, auch von außerorts.

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Weniger glücklich waren die Räte mit den Ergebnissen einer Verkehrsschau, an der neben dem Ortschaftsrat auch die Polizei und weitere Fachbehörden teilnahmen. Neuralgischer Punkt war dabei die Ortsdurchfahrt auf Höhe der Firma Jahn. Ein Problem der Stelle ist, dass die Fahrbahn aus Bettingen kommend für Kraftfahrer schlecht einsehbar ist. Jeden Tag überqueren hier allerdings über 30 Kinder die Straße, weil sie unter anderem auf dem Weg zur Schule sind. Deshalb forderten die Eltern in einer Unterschriftenaktion eine Überquerungshilfe.

Die Fachleute hätten jedoch sowohl eine Ampel als auch einen Fußgängerüberweg abgelehnt. Einerseits gebe es für eine Überquerungshilfe zu wenig Verkehr, andererseits würde ein Zebrastreifen die Kinder in Sicherheit wiegen und sie so unvorsichtig werden lassen, benannte Beuschlein die Argumente.

Zweites Warnschild

Allerdings habe man zumindest andere Lösungen gefunden, auch wenn die Eltern mit diesen nicht ganz glücklich seien. So wurde ein zweites Warnschild mit der Aufschrift "Vorsicht Kinder" aufgestellt. Außerdem habe man eine Sperrfläche auf der Straße markiert, um so die, von zuvor dort parkenden Autos verdeckte, Sicht zu verbessern.

Bei einer zweimaligen Geschwindigkeitsmessung mit Anzeigetafel hatten 85 Prozent der Fahrzeuge die Begrenzung von 50 Stundenkilometern eingehalten. 13 Prozent fuhren zwischen 51 und 60 Stundenkilometern, knapp ein Prozent bis zu 70 und rund 0,2 Prozent noch schneller. Auf Nachfrage eines Bürgers erklärte Beuschlein, eine generelle Geschwindigkeitsbegrenzung der Ortsdurchfahrt unter die üblichen 50 Stundenkilometer sei nach seiner Information nicht möglich.

Halteverbot abgelehnt

Über diese Maßnahme hinaus beantragte man ein Halteverbot in der Lindelbacherstraße. Der Antrag sei jedoch wegen der Fahrbahnbreite abgelehnt worden. Im Bereich Steinhelle, Kreuzung Aalbachstraße, wurden Büsche zurückgeschnitten und die Sicht dadurch verbessert. Außerdem versetzte man die Ortstafel nach vorne, damit Fahrzeuge ihre Geschwindigkeit früher reduzieren.

Ortschaftsrat Joachim Hettinger dankte allen Helfern der Aktion "Saubere Landschaft". Es seien viele Kinder dabei gewesen, lobte er. Für das nächste Mal wünschte er sich aber auch mehr erwachsene Helfer. In der Sitzung stellte sich auch der kommissarische Leiter der Mandelberg-Grundschule vor. Tobias Spielmann stammt aus Urphar, wo er nun auch wohnt. Aktuell habe die Schule sechs Klassen und weise stabile Schülerzahlen auf, erklärte er. Zudem laufe das Bewerbungsverfahren für die Rektorenstelle. bdg