Am Amtsgericht verhandelt - Pkw-Fahrer aus Kreuzwertheim muss 2400 Strafe zahlen und erhält Fahrverbot von drei Monaten 61-Jähriger wegen Nötigung auf Autobahn bei Bettingen verurteilt

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Wertheim. Ein Autofahrer aus Kreuzwertheim ärgerte sich im August 2019 auf der Autobahn bei Bettingen über einen Lkw-Fahrer. Wegen mehrerer Unfälle gab es in Richtung Frankfurt Stau, und der Mann wollte über den Standstreifen zur Ausfahrt Bettingen. Ein Sattelzug, der von der rechten Spur auf den Standstreifen kam, verhinderte die Weiterfahrt. Darüber regte sich der Autofahrer auf und betätigte die Lichthupe. Als der Standstreifen wieder frei war, überholte er, bog auf die rechte Spur und blieb stehen, um trotz des dichten Verkehrs den Lkw-Fahrer zur Rede zu stellen.

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Wegen des starken Regens stieg der Beschuldigte nicht aus, sondern reckte gestikulierend den Oberkörper aus dem Fenster und wartete, dass der Lkw-Fahrer zu ihm kam und sich rechtfertigte. Der blieb jedoch im Führerhaus und telefonierte. Nach einigen Minuten stoppte im fließenden Verkehr links hinter dem Sattelzug ein Lkw, und der Sattelzug zog links am Pkw vorbei.

Anzeige erhoben

Dabei kam es zu einer Berührung des Pkw, und dessen vordere Frontschürze wurde abgerissen. Bis zum Eintreffen der Polizei waren die mittlere und die rechtE Spur blockiert. Die Beamten lotsten die Unfallbeteiligten zum nahen Autohof. Gegen den Kreuzwertheimer wurde Anzeige erhoben. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Mosbach erging vom Amtsgericht Wertheim ein Strafbefehl wegen Nötigung mit ein Fahrverbot von einem Monat. Der Beschuldigte legte Einspruch ein.

In der Verhandlung ging er nun wortreich nur auf den Unfall ein. Die Schuldfrage am Unfall spielt in diesem Strafverfahren jedoch keine Rolle. Die Nötigung hatte er zugegeben: „Ich bin auf die rechte Spur und habe gestoppt“. Der Lkw-Fahrer aus dem Raum Koblenz sagte, er sei nach rechts auf den Standstreifen gefahren, um die Bildung einer Rettungsgasse zu ermöglichen. Nach Einschätzung des Polizisten, der vor Ort war, sprechen die Unfallspuren am Pkw dafür, dass er bei der Kollision nicht stand, sondern nach links Richtung Lkw nachgezogen ist.

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Staatsanwältin und Richterin vermissten beim Angeklagten jegliche Einsicht. Der Verteidiger bat vergeblich um Freispruch oder eine mildes Urteil. Wegen Nötigung verurteilte das Amtsgericht den 61-Jährigen zur Strafe von 80 Mal 30 Euro und einem Fahrverbot von drei Monaten. Mit Rechtskraft werden im Flensburger Fahreignungsregister zwei Punkte eingetragen und die Verfahrenskosten werden fällig.