Amtsgericht - Angeklagter muss 1600 Euro Strafe zahlen 40-Tonner fährt nach Unfall weiter

Von 
goe
Lesedauer: 

Wertheim. Nach dem Zusammenstoß zweier Lkw mit den Außenspiegeln im Juli auf der L2310, gerade Strecke nahe Staustufe Faulbach, hielt einer der Lkw nicht an. Nur 15 Minuten später stoppte zwischen Freudenberg und Bürgstadt die bayerische Polizei dessen Fahrer.

AdUnit urban-intext1

Wegen unerlaubten sich Entfernens vom Unfallort verurteilte jetzt das Amtsgericht Wertheim den 54-Jährigen aus dem Kreis Miltenberg zur Strafe von 40 Mal 40 Euro und verhängte zudem ein Fahrverbot von drei Monaten.

Der Kollege aus Oberfranken hatte nach dem „Knall“ angehalten, doch als er zurückschaute war der andere „schon weg“. Der Geschädigte sammelte Spiegelteile auf, fuhr in eine Parkbucht und wartete auf die Polizei. An seinem Lkw waren durch umherfliegende Teile Lackschäden entstanden, und die Werkstatt berechnete für die Beseitigung und den neuen Spiegel 7000 Euro.

Ein Wertheimer, der hinter diesem Lkw fuhr, sprach als Zeuge von Glück, dass sein Wagen nicht getroffen wurde. Der Unfallverursacher sagte gegenüber der Polizei, er habe aus der Erfahrung nicht angehalten, dass andere in solchen Situationen weiterfuhren. Bei Gericht nannte er als Grund, andernfalls hätte es auf der engen Straße einen großen Stau gegeben. Bei ihm sei nur der Spiegel kaputt gewesen: 400 Euro.

Fahrer entschuldigen sich

AdUnit urban-intext2

Der Angeklagte ist bisher durch zwei Ordnungswidrigkeiten aufgefallen: 2018 bei Rot über die Kreuzung und 2019 zu geringer Abstand beim Hinterherfahren. Der Verteidiger bezifferte die jährliche Fahrleistung des Mandanten mit 100 000 bis 120 000 Kilometer. Komme es zum Entzug der Fahrerlaubnis mit Sperrfrist, gehe der Arbeitsplatz verloren.

Die Richterin betonte, Thema sei hier nicht die Schuld am Unfall sondern allein das Weiterfahren danach. Sie sprach von klassischer Unfallflucht, kam aber mit dem Fahrverbot dem Angeklagten entgegen. Nach dem Urteil entschuldigte sich der eine Lkw-Fahrer beim Kollegen wegen der Anzeige und dieser für die Umstände. goe