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Ortschaftsrat tagte - Bebauungsplan für Neubaugebiet „Furt II“ beraten / Zwischen 490 und 680 Quadratmeter große Grundstücke für Ein- und Zweifamilienhäuser geplant

25 neue Bauplätze für Sachsenhausen

Von 
Birger-Daniel Grein
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Die Erweiterung erfolgt auf den Freifläche oberhalb der jetzigen Häuser. © Birger-Daniel Grein

Hauptthema im Sachsenhäuser Ortschaftsrat waren die Planungen für die Erweiterung des Neubaugebiets.

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Sachsenhausen. Im geplanten Neubaugebiet Furt II in Sachsenhausen sollen insgesamt 25 Bauplätze entstehen. Dessen Bebauungsplan wurde am Mittwoch in der Sitzung des Ortschaftsrats in der Turnhalle vorgestellt. Außerdem beantworteten Stadtbaumeister Armin Dattler sowie Jonas Rastelbauer von der Stadtverwaltung Wertheim die Fragen der Bürger.

Das neue Baugebiet soll nördlich des bestehenden Neubaugebiets entstehen. Es ist eine Queranbindung auf den Ortsverbindungsweg nach Waldenhausen vorgesehen. Eine weitere Anbindung erfolgt über die bestehende Zufahrt zum jetzigen Neubaugebiet.

Im Baugebiet sollen 20 Bauplätze von 490 bis 630 Quadratmeter für Ein- und Zweifamilienhäuser entstehen. Außerdem sind fünf Bauplätze mit je durchschnittlich 680 Quadratmeter für Mehrfamilienhäuser vorgesehen. Hier sieht der Bebauungsplan eine Erlaubnis für Häuser mit drei Vollgeschossen vor.

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Festgelegt ist eine offene Bauweise. So sollen einzelne Gebäude entstehen, die in die dörfliche Bebauung passen. Die maximale Traufhöhe soll bei neun Metern liegen, die maximale Firsthöhe bei zwölf Metern. Bei Flachdächern wurde eine maximale Gebäudehöhe von 9,5 Metern festgelegt.

Pro Mehrfamilienhaus rechnet man mit drei bis sechs Wohneinheiten. Den Grund für die Erlaubnis von Mehrfamilienhäusern erläuterte Dattler: „Der Bebauungsplan muss genehmigungsfähig sein.“ Dies sei er nur, wenn er die Vorgaben des Regionalplans erfülle. „Die dort vorgeschriebene Dichte von 60 Einwohnern je Hektar können wir nur mit Einbeziehung von Mehrfamilienhäusern erreichen.“ Ortsvorsteher Udo Beck ergänzte, die Idee mit den Mehrfamilienhäusern sei dem Ortschaftsrat gekommen, da es Bedarf für Mietwohnungen im Dorf gebe, aber kein entsprechendes Angebot.

Ortschaftsrat Bernd Weigand ergänzte, in den Mehrfamilienhäusern seien auch Eigentumswohnungen möglich. Beide Wohnungsarten würden helfen, junge Leute im Dorf zu halten, die kein Haus bauen möchten. Sie seien aber auch für Senioren interessant, die sich räumlich verkleinern wollen. Die Flächen für die Mehrfamilienhäuser wurden in den Norden gelegt, damit die Gebäudehöhe die anderen Häuser nicht beeinträchtigt.

Nördlich des Baugebiets ist eine Ausgleichsmaßnahme für den Flächenverbrauch vorgesehen. Ziel sei es, so die Verwaltung, dass die Stadt den Streuobstbereich aufkauft und dort die Fläche mit den Bäumen ausprägt. Damit werde das Baugebiet in die Umgebung eingebettet. Dieser Streuobstbereich soll dann auch den Abschluss der Ortschaft in diese Richtung bilden. „Dort soll es zukünftig keine Erweiterungen des Baugebiets mehr geben“, so Dattler. Aus Reihen der Bürger wurden mehrere Anliegen hinsichtlich des Neubaugebiets und dessen Anbindung vorgebracht. So wird die Stadt auf Bürgeranregung hin prüfen, ob der Gehweg in der Karl-Mosemann-Straße im Rahmen der Erschließungsbaumaßnahmen über den Grünstreifen verlängert werden kann. Dies sei laut Einwohnern wichtig, da es sich auch um einen Schulweg handle und die Straße mit der Baugebietserweiterung sehr befahren sein werde.

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Vorgeschlagen wurde zudem, den Ausgang des Spielplatzes im bisherigen Neubaugebiet zu verlegen, da aktuell die Gefahr bestehe, dass Kinder auf die Straße laufen. Beck erklärte, eine Verlegung des Ausgangs nach oben würde dafür sorgen, dass die Kinder auf den dort nötigen Parkplatz und damit zwischen parkende Autos laufen würden. Auch dies stelle eine Gefahrenquelle für den Nachwuchs dar. Einig waren sich Räte und Bürger, dass man den bestehenden Ausgang so neu gestalten will, dass die Kinder nicht einfach herausrennen können.

Verkehrsrechtlich geprüft werden soll, ob das Ortsschild von Sachsenhausen hinter die Zufahrt zum Neubaugebiet gesetzt werden kann. Aktuell ist die Zufahrt für das Gebiet außerorts. Ein wichtiges Thema für viele Bürger war die Anbindung zwischen Altort und Neubaugebiet. Einige befürchten, dass im Neubaugebiet eine neue Teilgemeinde heranwachse ohne Bezug zum Altort.

Die zwei Fußwege vom Neubaugebiet zum Altort seien vor allem im Winter nicht barrierefrei und problematisch für ältere Menschen, aber auch für Personen mit Kinderwagen. Dattler erklärte, man sei gut beraten, die Verbesserung der fußläufigen Anbindung nicht im Rahmen des neuen Bebauungsplanverfahrens anzugehen. Man nehme den Wunsch der Bürger aber auf und mache sich Gedanken über Lösungen. Die beiden Stadtangestellten gingen auf die Erschließungsabläufe ein. Der Bebauungsplan Furt II umfasst 1,5 Hektar. „Das Regierungspräsidium Stuttgart sieht aktuell aber nur einen Bedarf von 0,7 Hektar“, so Rastelbauer. Daher werde man die Erschließung wohl in mehreren Bauabschnitten vornehmen müssen. Die Detailplanung zur Erschließung wird man gemeinsam mit dem Ortschaftsrat erarbeiten.

Aktuell läuft das Aufstellungsverfahren für den Bebauungsplan. Mit einer baulichen Erschließung rechnete Dattler ab 2023.

Verabschiedet wurde in der Sitzung Corinna Mattern als Schriftführerin. Ihre Nachfolgerin ist Eva Jaskulski. Mattern wird weiterhin die Ortsverwaltung betreuen. Sie war seit 2009 Schriftführerin des Gremiums. „Sie machte dies auf eine sehr gute Art und Weise“, so Beck. „Es machte mir immer Spaß und Freude“, sagte Mattern und wünschte ihrer Nachfolgerin viel Glück.

Freier Autor

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