Übergabe - Trinkwasserstele am Mainvorplatz für Öffentlichkeit freigegeben / Baukosten betragen 15 000 Euro / „FFF-Brunnen“ soll Namen der Bewegung tragen 10 000 Liter Wasser schaffen Mehrwert

Von 
Heike Barowski
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Frisches Trinkwasser sprudelt seit Mittwochvormittag auch für (von links) Wertheims Oberbürgermeister Markus Herrera Torrez, Belinda Baumgart von der Tourismus Region Wertheim GmbH, Fridays-for-Future-Vertreter Kai Fleuchaus und den Geschäftsführer der Stadtwerke Wertheim, Thomas Beier. © Heike Barowski

Fast pünktlich zum Ferienbeginn wurde in der Wertheimer Altstadt ein Trinkbrunnen in Betrieb genommen. Seine Installation geht auf eine Forderung der Fridays-for-Future-Bewegung zurück.

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Wertheim. Schnell die Flasche rausgeholt, sprudelndes Wasser getanktund sie kleine Erfrischung genossen – was nach „Bella Italia“ klingt, geht jetzt auch in Wertheim.

Auf dem Mainvorplatz, am Hinterausgang des Parkplatzes, wurde ein Trinkwasserbrunnen installiert, an dem sich jeder Besucher jeder Zeit laben kann. Nur ein Druck auf den Knopf an der Rückseite und schon fließt das kühle Nass für 30 Sekunden im hohen Bogen. Am Mittwochvormittag wurde der Trinkwasserbrunnen in Betrieb genommen.

Mit dabei waren auch Kai Fleuchhaus und Maximilian Busch von der Fridays-for-Future-Bewegung in Wertheim. Ein Trinkbrunnen in der Stadt war eine der Forderungen, die im vergangenen Jahr auf der Kundgebung geäußert wurden. Auf diese Weise würden weniger Einwegflaschen verbraucht, so die Hoffnung der Umweltschützer.

Lokal genießen

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„Der Brunnen schafft nicht nur für die Stadt einen Mehrwert, sondern für die gesamte Umwelt. Der Wasserspender allein bringt der Stadt natürlich keinen Cent Gewinn, aber er ist ein Gewinn für die zukünftigen Generationen“, sagte Kai Fleuchaus von der Fridays-for-Future-Bewegung. In diesem Zusammenhang erinnerte Fleuchaus an die Machenschaften der „Wassermafia“. Statt teuer importiertes Wasser aus Südamerika könne man nun ganz lokal genießen.

Beteiligt am Projekt „Trinkbrunnen“ waren neben der Klimaschutz-Bewegung, der Stadtverwaltung, der Stadtwerke auch eine Aktionsgruppe des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums, die sich mit den Themen Umwelt und Nachhaltigkeit beschäftigt.

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Auch für die Tourismus Region Wertheim GmbH (TWG) stellt die Trinkwasserstele einen deutlichen Gewinn dar. So gehe es nicht nur darum, Plastik zu vermeiden, sondern auch einen ganz praktischen Mehrwert zu schaffen, wie Wertheims Oberbürgermeister Markus Herrera Torrez mitteilte. „Daraus resultierte die Überlegung, dass wir diesen Trinkwasserbrunnen schaffen, der dann einerseits die Forderung der Fridays-for-Future-Bewegung erfüllt und andererseits auch den Belangen des Fahrradtourismus gerecht wird“, so der OB.

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Entschieden haben deshalb Stadtwerke, Verwaltung, Innenstadtmanager Christian Schlager und die Geschäftsführerin der TWG, Christiane Förster, gemeinsam über den Standort, der an einer von Touristen stark frequentierten Stelle errichtet wurde. Direkt am Marktplatz hätte der Trinkbrunnen vor allem bei größeren Veranstaltungen Probleme bereiten können. Auch ein leicht machbarer Anschluss an das Leitungssystem musste bedacht werden, wie der Geschäftsführer der Stadtwerke, Thomas Beier, erklärte.

Aufgrund von Lieferschwierigkeiten durch die Corona-Krise verschob sich allerdings die Fertigstellung. „Wir sind froh, dass wir den Trinkwasserbrunnen noch fast pünktlich zum Ferienbeginn in den Dienst stellen können“, so Beier.

Rund 15 000 Euro hat die Trinkstelle samt Brunnen gekostet, wovon rund 8000 Euro auf die Granitstele entfallen.

Beier rechnet damit, dass pro Tag rund 50 Liter Trinkwasser an der Säule entnommen werden. Wird der Brunnen rund 200 Tage betrieben, sponsern die Stadtwerke etwa 10 000 Liter Wasser im Jahr. Dass die Trinkwasserqualität ständig überprüft wird, verstehet sich für Beier von selbst.

Weil der Oberbürgermeister diesen Brunnen als Symbol dafür sieht, dass eine Bewegung, die so viele Menschen auf die Straße bringt, auch Erfolg haben kann, soll der Brunnen den Namen der Fridays-for-Future-Bewegung erhalten. Beier und Herrera Torrez versprachen, dass in Kürze in irgendeiner Form direkt am Standort der Name noch dokumentiert wird.

Überlegungen, die nächste Forderung der Fridays-for-Future-Bewegung in Angriff zu nehmen, sind auch schon im Gang. Doch mit der Einführung der Pfandbecher, beispielsweise für Kaffee, will man die Gastronomie während der Corona-Krise nicht zusätzlich belasten.

Kaum hatten die Verantwortlichen den Trinkwasserbrunnen zur allgemeinen Benutzung freigegeben, hatten zwei kleine Steppkes deutlich sichtbar einen riesen Spaß, das frische Wasser zu trinken und natürlich ganz ordentlich damit rumzuspritzen.

Redaktion Im Einsatz für die Lokalausgabe Wertheim