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Welzbachschule

Werbach: Ganztagsschule komplettiert Bildungscampus

Bei der Einrichtung der Ganztagsschule biegt Werbach auf die Zielgerade ein. Mit dem Start im September ändert sich nicht nur der Grundschulstandort, sondern auch das Betreuungskonzept.

Von 
Diana Seufert
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Die Umbauarbeiten für die künftige Ganztagsgrundschule in Werbach laufen auf Hochtouren. Mit Beginn des neuen Schuljahres soll der Betrieb aufgenommen werden. © Seufert

Werbach. Die Umbauarbeiten am Werbacher Bildungscampus sind in den letzten Zügen. Auf dem Vorplatz steht bereits das Flaggschiff der Grundschule, die „Welzmeralda“. Sie hatte bisher in Wenkheim am Gebäude der Welbachschule ihren Platz. Doch noch gehen die Handwerker und nicht die Kinder im Schulgebäude ein und aus. Ab September ist der Bildungscampus mit Ganztagsgrundschule, Kinderhaus St. Martin mit Kindergarten und Krippe, Tauberhalle, Musikschule und Mensa dann komplett.

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„Wir wollen eine qualitativ bessere Schule für die Kinder mit einem umfänglichen Betreuungsangebot, was auch von den Eltern gewünscht wurde“, betont Bürgermeister Otmar Dürr im FN-Gespräch. Er sieht, ebenso wie Schulleiterin Ulrike Münkel, einen Standortvorteil durch den Umzug. Dürr spricht beim Bildungscampus von einem Leuchtturmprojekt für die 3300-Einwohner-Gemeinde. „Darauf sind wir sehr stolz.“ Und auch darauf, dass von den 100 Kindern vom Start weg 70 Prozent das neue Angebot in Anspruch nehmen wollen. „Das ist extrem viel“, pflichtet auch die Schulleiterin bei.

„Wir freuen uns auf die neue Schule und den Start im September“, betont Ulrike Münkel. Das pädagogische Konzept sieht eine Abkopplung von Lernerfolg und Herkunft vor. „Die Kinder haben genügend Zeit für den Lernstoff und für Übungsphasen, aber auch für Pausen“, erläutert die Rektorin. Mit den nachmittäglichen Angeboten will man eine „Wohlfühlschule“ schaffen. Dass dies gelingen kann, davon sind die Verantwortlichen überzeugt. Denn das Raumkonzept erlaube eine sehr großzügige Planung und ausreichend Rückzugsmöglichkeiten. Zusätzlich wird es im Außenbereich weitere Angebote geben. Ein Außenklassenzimmer ermöglicht vielfältige Einsätze. Im Brotbackhaus, das derzeit entsteht, kann man kreativ werden, ein Ton-Ofen aus dem Betrieb der Netzwerkschule soll wieder aktiviert werden.

Geplant ist ein Unterrichtsband mit anschließendem Mittagessen in der Mensa, einer Pause und der Betreuung. Diese nachmittäglichen Inseln sollen jahrgangsübergreifend durch Lehrer und ehrenamtliche Betreuer erfolgen. Dabei wird es eine Kooperation mit Vereinen wie der Musikschule, dem TSV Werbach und TSV Tauberbischofsheim, dem Obst- und Gartenbauverein und weiteren Partnern geben. Das Apfelprojekt soll fortgeführt werden, ebenso das Thema Gesunde Ernährung. Mit Walter Münkel für ein künstlerisches Angebot wird sich auch der ehemalige Schulleiter der Netzwerkschule einbringen. Zudem sind Sprachangebote wie Italienisch vorgesehen.

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Große Herausforderung

Für die Lehrkräfte ist das eine große Herausforderung, auch weil durch Corona einiges nicht so gelaufen ist. Doch man sei in Sachen Digitalisierung nun einen großen Schritt weiter. „Wir sind eine kleine Grundschule. Deshalb sind wir auch sehr glücklich über die Unterstützung durch die Schulsozialarbeit.“ Anja Schultes wird „diesen wichtigen Baustein“ übernehmen. Alle wissen, dass die Ganztagsschule gebraucht wird. Aber es sei auch ein Spagat, weil nicht alle Schüler davon profitieren. Sie hoffen, dass das Angebot weitere Schüler anlocken wird.

Neue Fenster, Türen und Böden, barrierefreie Sanitäranlagen, eine neue Fluchttreppe wurden gebaut, das Treppenhaus neu gestrichen. Bis zu acht vollausgestattete Klassenzimmer und eine Bibliothek im Eingangsbereich können im September bezogen werden. Fahrbare Garderoben und Sitzsäcke ermöglichen mehr Flexibilität auf den Gängen.

Für den Umbau nimmt die Kommune viel Geld in die Hand. Rund fünf Millionen Euro werden investiert. Allein in den Bau der Mensa sind 1,5 Millionen Euro geflossen. Die ist seit rund einem Jahr fertig und wartet darauf, in Betrieb genommen zu werden.

Der Erfolg hat in Dürrs Augen viele Väter. Besonders lobt er die Weitsicht des Gemeinderats, der die Verlagerung der Grundschule von Wenkheim nach Werbach mitgetragen und die Gelder zur Verfügung gestellt hat. Federführend lag im Rathaus die Realisierung bei Bernhard Bach und Oliver Schramm. Die Ortsvorsteher Emil Baunach und Birgit Hörner, die Vorsitzenden der Fraktionen, Michael Zwingmann und Albrecht Rudolf, aber auch Rektorin Ulrike Münkel und das Kollegium haben viel Zeit und Engagement für die Umsetzung investiert. Als Berater fungierte Hartmut Hummel.

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Ziel ist nicht nur, die Anforderungen an einen modernen Schulbetrieb umzusetzen, sondern auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern. Und mit dem neuen Bildungsweg will man dem Gebäude wieder Leben einhauchen. Bis 2016 hatte hier die Netzwerkschule als Werkrealschule ihr Domizil. Doch aufgrund fehlender Schülerzahlen schloss die Einrichtung ihre Pforten. Die Idee, die Grundschule vom Welzbach an die Tauber zu verlagern, wurde bereits kurz danach in Angriff genommen. Mit einem Elternbrief wurden alle informiert. „Damit haben wir den Grundstein für die Ganztagsschule gelegt“, betonen Bürgermeister und Schulleiterin. Unterstützung erhielt man von Staatlichen Schulamt Künzelsau mit Magda Krapp. Um Ostern wurden den Eltern das neue Konzept und die Überlegungen zum Betreuungsangebot vorgestellt. Die Teilnahme ist kostenlos. Lediglich für die Betreuung am Mittwoch durch den Schulträger muss Geld gezahlt werden.

„Wir haben schon ein sehr gutes Programm“, findet Ortsvorsteherin Birgit Hörner. Jeder, der sich noch einbringen will, sei willkommen. Denn pro Nachmittag werden fünf bis sieben Angebote für die 70 Kinder benötigt. Alleingelassen werden die Betreuer nicht, erfahrene Pädagogen stehen ihnen zur Seite. Birgit Hörner selbst macht auch mit und freut sich darauf: „Die Kinder geben so viel wieder zurück.“ Und: Die einzelnen Zahnräder wie Schüler, Lehrer, Eltern und Verwaltung müssten bei diesem Projekt so gut eingestellt werden, dass das Getriebe laufe.

Die Mensa neben der künftigen Grundschule wird aber nicht nur für die Kinder als Ort für die Pausen offen stehen. Vorgesehen ist, das Gebäude als Begegnungshaus für alle Generationen zu öffnen und mit Leben zu erfüllen – sobald die Corona-Beschränkungen das zulassen.

Redaktion Hauptsächlich für die Lokalausgabe Tauberbischofsheim im Einsatz

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