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Spielfreude - Gitarrenkonzert auf der Gamburg mit Alexandra Whittingham

Voller Emotion und Energie

Von 
hpw
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Die Künstlerin Alexandra Whittingham bei ihrem Gitarrenkonzert auf der Burg Gamburg. © Hans-Peter Wagner

Gamburg. Ein Gitarrenkonzert mit der britischen Künstlerin Alexandra Whittingham lockte am Samstagabend etwa 60 Besucher auf die Gamburg. Diese erfreuten sich prächtiger Darbietungen exquisiter Gitarrenstücke.

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Der musikalische Abend im Spät-Frühling war Teil der „Strings of Spring“-Tournee des Vereins „Schlösser Burgen Gärten Baden-Württemberg“. Hans-Georg von Mallinckrodt begrüßte zu dem Gitarrenabend und erläuterte, dass das Konzert sowohl 2020 als auch 2021 aus unterschiedlichen Gründen hatte verschoben werden müssen. Nun beim dritten Mal habe es geklappt.

Die Künstlerin fand zu allen Stücken einleitende und hinführende Worte, erläuterte in ihrer Muttersprache Englisch zu den jeweiligen Komponisten und deren vor Ort gespielten Werken. Sie entführte zu den Lavendelfeldern Südfrankreichs und in die Olivenhaine Spaniens, beschwor einen Hauch anderer Zeiten und Länder herauf und zeigte, dass nicht zwingend laute Musik eindringlich ist, sondern eher die leisen Töne.

Der Reigen der Gitarrenstücke begann mit dem „Minuet No. 6, Op. 11“ (Fernando Sor), setzte fort mit „Forgotten“ (Catharina Josepha Pratten), „Varsovie Mazurka“ (Ernest Shand) und „Légende“ vom gleichen Komponisten. Whittingham musizierte frisch und lebendig, voller Emotionen und Energie, bewies kraftvoll und leidenschaftlich musikalische Souveränität, ihre Spielfreude war bei jedem Stück zu spüren.

Großartiges Feingefühl

Die Gitarristin nutzte das ganze Tonspektrum, mit großartigem Feingefühl und emotionaler Kraft, verzauberte mit einer Überfülle an Spielarten und Klängen. Ihr Spiel geriet nie eitel, kam von Gefühlen getrieben einher.

Das Konzert ging weiter mit „Préludes 1, 3 und 5“ (Heitor Villa-Lobos) sowie „Saudate No. 3“ (Roland Dyens) mit den Akzentuierungen „Rituel - Danse - Fêtes et Final“. Whittingham ließ den Klängen und Melodien Raum, sich zu entfalten und den großen Raum vibrierend zu füllen. Sie legte mit einer herausragenden Technik und einer klaren Musikalität großen Wert darauf, anregenden polyphonen Reichtum virtuos und präzise zu vermitteln. Ihr gelangen überzeugende Annäherungen an die Werke, ihre Vortragskunst blieb über jeden Zweifel erhaben.

Nach einer Pause war „Sonatina“ (Jorge Morel) in den Facetten „Allegretto - Andante espressivo - Allegro“ zu hören, anschließend „Vuelvo al Sur“ und „Verano Porteño“ (beides von Astor Piazzolla). Wie nach jedem anderen Stück gab es auch hier herzlichen und verdienten Beifall, geboren aus spontaner Begeisterung für musikalische Glanzleistungen. Die Gitarristin erwies sich als Meisterin feiner Nuancen und unterschwelliger Spannung, der Sanftheit und des Ausgewogenen, vermochte indes ebenso, den Sound vital und wach zu gestalten.

Whittingham spielte die das Konzert abschließenden Stücke „Caprico áraba“ (Francisco Tárrega) und „Fantasia“ (Roberto Gerhard) mit gleichbleibend profunder Kenntnis der Werke, voller Klangsinn und Phantasie, mit Sensibilität und Tonschönheit. Sie vermittelte ruhige, melancholische Momente ebenso mitreißend wie jene, die intensiv beseelt waren.

Die Zuhörer applaudierten eindringlich, es gab eine Zugabe mit der schon zuvor bewunderten Melodiösität und inneren Harmonie. hpw

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