Gemeinderat - Die Zahlen der Jahresrechnung 2019 fielen besser aus als noch im Haushaltsplan veranschlagt / Feststellung fiel einstimmig aus Solide Basis für künftige Aufgaben gelegt

Von 
Hans-Peter Wagner
Lesedauer: 

Das Jahr 2019 verlief für die Gemeinde Werbach finanziell besser als kalkuliert. So hatte der Gemeinderat auch keine Probleme, die Jahresrechnung billigend zur Kenntnis zu nehmen.

AdUnit urban-intext1

Werbach. Der Gemeinderat Werbach tagte am Dienstag in öffentlicher Sitzung in der Turnhalle in Wenkheim. Kernthema war die Feststellung des Jahresabschlusses 2019, welchen das Gremium nach ausführlichem Vortrag mit anschließender Debatte einstimmig billigte.

Bürgermeister Ottmar Dürr sagte eingangs, es könne „ein recht ordentlicher Jahresabschluss“ präsen-tiert werden, „besser als erwartet“. Die positiven Zahlen würden für die kommenden Jahre gebraucht, im Zeichen von Corona würden finanzielle Möglichkeiten in hohem Maße beeinflusst.

Kämmerer Michael Ank informierte, dies sei der erste Abschluss im neuen Verrechnungswesen. Er gab einen theoretischen Überblick, wie die finanziellen Mittel der Gemeinde innerhalb der kommunalen Doppik beim Drei-Komponenten-Rechnungssystem „Finanzrechnung, Vermögensrechnung, Ergebnisrechnung“ abgebildet werden.

AdUnit urban-intext2

Der Kämmerer sprach vom „großen Kontoauszug der Gemeinde“ und dem obersten Ziel, Eigenkapital zu schonen oder gar zu mehren.

Ank ging auf einzelne Bestandteile genauer ein. Bei der Ergebnisrechnung war festzustellen, dass die ordentlichen Erträge mit gerundet 8,254 Millionen Euro um gut 316 000 Euro höher waren als im Plan und die ordentlichen Aufwendungen mit etwa 7,978 Millionen Euro um über 82 000 Euro geringer als geplant ausfallen. Im ordentlichen Ergebnis war mit einem Minus von 122 570 Euro gerechnet worden, im Ergebnis ist man auf ein Plus von 275 994 Euro gekommen, was einer Verbesserung von 398 564 Euro entspricht. Inklusive des Sonderergebnisses von knapp minus 8800 Euro ergibt sich ein Gesamtergebnis von 389 765 Euro im Plus.

AdUnit urban-intext3

Der Kämmerer bezeichnete das in 2019 erreichte Ergebnis von fast 276 000 Euro im Plus als Polster für die kommenden Jahre.

AdUnit urban-intext4

Ank griff Aspekte der Finanzrechnung auf mit dem Schluss, dass aus einem Anfangsbestand an Zah-lungsmitteln von etwa 2,381 Millionen Euro durch die Verringerung des Bestandes von rund 687 000 Euro am Ende des Haushaltsjahres 2019 ein Betrag von zirka 1,694 Millionen Euro an Zahlungsmitteln zu verzeichnen ist

. Nach einem kurzen Abstecher in die Vermögensrechnung listete der Kämmerer eine Reihe abgeschlossener Maßnahmen wie die fünfte Gruppe im Kindergarten Werbach, den Umbau der Tauberhalle oder den Ausbau von Ortsstraßen auf. Danach sprach er Maßnahmen aus 2019 an, welche fortzuführen seien.

Der Mann der Zahlen ging auch ein auf Forderungen und Verbindlichkeiten. Schließlich ergab sich sowohl auf der Aktiv- als auch auf der Passivseite für das Geschäftsjahr 2019 eine Bilanzsumme von gerundet 49,678 Millionen Euro. Ank erläuterte, der Schuldenstand habe sich um gut 159 000 Euro verringert und liege nun im Durchschnitt pro Bürger bei 271 Euro für den Kommunalhaushalt sowie bei knapp 654 Euro bei Einbindung der Zweckverbände. Der Kämmerer fasste zusammen, das Ergebnis zum Jahr 2019 zeige, es sei nachhaltig und wirtschaftlich gehandelt worden. Die gemachten Erfahrungen könnten für die Zukunft zugrundegelegt werden. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie ließen sich bestenfalls erahnen, diese seien ein nicht einzuschätzendes Risiko. Insgesamt sei mehr denn je geboten, zwischen Bedarf und Bedürfnissen zu unterscheiden.

Das Gremium bedachte die Ausführungen mit Beifall, der Bürgermeister würdigte die umfangreichen Informationen.

Michael Zwingmann dankte für die gute Darstellung nach der Umstellung in ein neues und von Doppik geprägtem System. Es sei wie immer darauf geachtet worden, eine schwarze Null zu erreichen oder positiv abzuschneiden. Im vergangenen Jahr seien Projekte angestoßen worden, wobei man gar nicht zurück gekonnt hätte. Er richtete das Augenmerk darauf, dass es viele neue Verordnungen und Vorgaben des Gesetzgebers gebe, die so nicht geleistet werden könnten ohne Unterstützung. Gerade wegen der nächsten Generationen würden Pflichtaufgaben realisiert, in gut erhaltene Infrastruktur investiert. Der Rat forderte künftig einen Zwischenbilanzbericht, um zu wissen, woran man eigentlich sei. Zusammenfassend meinte Zwingmann: „Wir sind alle erfreut über dieses Ergebnis“.

Albrecht Rudolf kommentierte in die gleiche Richtung, „wir können zufrieden sein“, der Verwaltung sei das Zahlenwerk gut gelungen. Besonders erfreulich sei zu sehen, was das Leben in der Kommune koste, welche Investitionen getätigt würden. Der hohe Standard könne nur bleiben, wenn über Investitionen Abschreibungen zukünftig möglich seien.

Rudolf zeigte sich optimistisch, „die Zukunft gehört den Tüchtigen“. Verwaltung und Gemeinderat könnten auf dieser Basis aufbauen. Der Ab-schluss sei sehr gut gelungen, „400 000 Euro besser“ müsse erst mal jemand nachmachen.

Der Bürgermeister dankte für Lob und Anerkennung, benannte eine äußerst konstruktive Zusammenarbeit bis hin zu den Abstimmungen. Mit Sorge hingegen blicke er, so Dürr, auf die Entwicklung, einen zweiten Lockdown könne sich Deutschland nicht erlauben. Der Bürgermeister verlas den mit vielen Zahlen gespickten umfangreichen Beschlussantrag. Das Gremium billigte ihn einstimmig.