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Kirche St. Martin

Orgel in ihrer ganzer Bandbreite präsentiert

Organist Christian Müller und Flötistinnen Tina Zaß und Freia Behringer-Hoffmann musizierten

Von 
hpw
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Beim gemeinsamen Vortrag in der Gamburger Kirche St. Martin (von links): Tina Zaß, Freia Behringer-Hoffmann (beide Blockflöte), Christian Müller (Orgel). © Hans-Peter Wagner

Gamburg. Die Orgel der Gamburger Kirche St. Martin wird heuer 50 Jahre alt. Zum Jubiläum fand am Samstag vor Ort ein Konzert im Lichte des Barocks statt mit Organist Christian Müller sowie den beiden Blockflötistinnen Tina Zaß und Freia Behringer-Hoffmann.

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Das gemeinsame Konzert erwies sich als Rundreise durch den europäischen Barock, solistisch und gemeinsam vorgetragen. Von den Künstlern vorgetragen wurden neben bekannten Komponisten auch einige weniger bekannte Namen und seltener aufgeführte Werke. Albin Behringer steuerte die begleitenden Texte bei.

Die Orgel, oft als Königin der Instrumente bezeichnet, erfülle in der Kirche einen zweifachen Zweck, war zu hören. Bei der Einweihung vor fünf Jahrzehnten hieß es, mit der neuen Orgel sei den Organisten die Möglichkeit geboten, das Singen der Gemeinde dienend zu begleiten, dass das Gotteslob würdig und gut gesungen werde. Dann aber solle die Orgel auch die Freude des kommenden Lebens bei Gott ahnen lassen. Diesen Gedanken wurde bei dem Konzert mehr als hinreichend Rechnung getragen.

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Am Anfang des Konzerts stand eine Variationsreihe über das Lied „Ach du feiner Reiter“ von Samuel Scheidt. Jener verwendete die Technik der gemusterten Variation, bei der immer ein anderes rhythmi-sches Motiv verwendet wird und jede Variation ausgefeilter ist als die vorherige, bis der Höhepunkt der Komposition erreicht ist. Bereits dieser erste Teil der barocken Reise durch Europa aus dem Jahr 1624 faszinierte die Zuhörer.

Der zweite Teil des Konzerts beleuchtete eindrücklich die Vielfalt der Musik, zu welcher die drei Künstler überzeugend beitrugen. Die beiden Blockflöten intonierten ein Werk des Franzosen Michel de Monteclair, wobei die zahlreichen Verzierungen den typisch französischen Barockstil kennzeichneten. Danach war eine der stilbildenden Sonaten des Italieners Arcangelo Corelli zu hören, welcher großen Einfluss auf die Entwicklung der Kammermusik hatte, besonders auch beim Concerto Grosso.

Vom spanischen Komponisten Juan Cabanilles war ein kleines Werk für Orgel in drei Teilen zu hören. Der letzte Teil wurde mit den sogenannten „spanischen Trompeten“ gespielt. Die Gamburger Orgel mit ihrer vertikalen, innen stehenden Trompete im Hauptwerk, vermittelte durch das Spiel von Müller einen guten Einblick in diese Klangwelt. Als sehr überzeugend zeigte sich auch die polyphone Satztechnik.

Die anschließend zu vernehmende Sonate des Engländers William Willams enthielt typische italienische Merkmale, jedoch eher englischen Harmonien. Deren Folge kam farbig und überraschend zum musikalischen Ausdruck.

Die Freude bezüglich der musikalischen Reise setzte sich fort mit Werken von Johann Sebastian Bach, dem wohl bekanntesten Vertreter der barocken Musik. Dieser hatte Musik aus allen bisher gehörten Ländern gekannt und studiert. Die „Partita e-moll für Clavier beziehungsweise Cembalo“ beinhaltete eine Abfolge von Variationen und man konnte von einem Tanz durch Europa sprechen. Die Demonstration souveräner Handhabung verschiedener Stile und Formen machte den Nachmittag zu einem besonderen.

Die Partita über das Lied „Sei gegrüßet, Jesu gütig“ ließ den jungen Bach am Anfang ebenso verneh-men wie später den reiferen Bach. Die Variationssätze zeigten sich umrahmt von einem Anfangs- und Schlusschoral. Es war mittels des Interpreten förmlich nachzuspüren, wie musikalisch kunstvoll und ebenso aussagekräftig Bach in seiner Musik predigt. Als Zugabe hörten die begeisterten Zuhörer eine Orgelimprovisation über „Nun danket all und bringet Ehr’.

Christian Müller begeisterte durch eine sehr gekonnte und abwechslungsreiche Orchestrierung. Ihm gelang, das Instrument Orgel gekonnt vorzustellen. Beeindruckend waren vor allem die Krummhörner-Register und die Trompeten. Die kongenialen Flöten spielten sehr harmonisch zusammen. Die Flötenstücke erklangen in traumhaft schönem Zusammenspiel und -klang.

Das Konzert war zum einen ein Genuss für die Zuhörerinnen und Zuhörer, zum zweiten ein Beweis großer musikalischer Kunst, zum Dritten eine prächtige Würdigung der Gamburger Orgel. hpw

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