Musikschule Werbach - Aktuell werden 170 Aktive von 13 Lehrkräften unterrichtet / Konzept soll Weichen für kommende zehn Jahre stellen Nachhaltigkeit bei Ausbildung im Fokus

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Werbach. Mit dem Konzept „Musikschule 2030“ hatte sich das Vorstandsteam der Musikschule Werbach seit September 2019 mit der künftigen Ausrichtung der im Ehrenamt geführten Einrichtung beschäftigt. Dort werden aktuell 170 Musiker von 13 Lehrkräften unterrichtet.

Dieser Notenschlüssel steht am Eingang der Musikschule. © Musikschule
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Trotz „Corona“ stieg die Zahl der Wochenstunden von 90,78 2019 auf 96,51 2020. Die Gründung erfolgte im November 1997, zum 1. Februar 1998 begann der Unterricht. Seit der Gründung ist Dieter Oxenknecht-Kuhn Vorsitzender.

Die Frage, wie richtet man eine Musikschule für die Zukunft aus, ist ein vielschichtiger Komplex. Letztlich ist der Erfolg mit einem stimmigen und vollständigen Mosaikbild zu vergleichen. Alle einzelnen „Steinchen“ müssen zur Gesamtharmonie beitragen.

Stelle neu besetzt

Mit Michael Geiger, Lehrer für Trompete, Posaune, Tuba, Horn, wurde die Position des Schulleiters zum 1. Januar 2020 neu besetzt. Neben dem individuellen Unterricht der Blechinstrumente dirigiert er auch die Bläserklassen an der Welzbach-Grundschule in Wenkheim sowie das Blasorchester Welzbach-Tauber. Mit seiner familiären Verwurzelung in die Gemeinde Werbach zählt er als Einheimischer. Mit Geiger wurde die Weiche für eine langfristige Zusammenarbeit gestellt.

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Der Bereich der musikalischen Frühförderung beginnt im Babyalter von sechs Monaten mit den Kursen Baby-Musikgarten und Musikgarten ab 18 Monate, jeweils in Begleitung von Eltern oder Großeltern. Die Kurse werden von Anja Schultes geleitet und erfreuen sich großer Beliebtheit. Die Kurstermine werden sowohl am Vor- als auch am Nachmittag angeboten. Die Fortsetzung in der musikalischen Ausbildung erfolgt mit der musikalischen Früherziehung. Babys und Kleinkinder erhalten hier die ersten Kontakte zur Musikschule. Im stimmigen Mosaikbild einer Musikschule ist die Frühförderung sehr wichtig.

Erfolgreiche Kooperation

Schon kurz nach der Gründung der Musikschule erfolgte eine Kooperation mit der Welzbach-Grundschule Wenkheim. Die gesamte musikalische Grundausbildung mit dem Instrument Blockflöte erfolgt in Kleingruppen in Randstunden an der Grundschule, ebenso die Proben der Bläserklassen in der dritten und vierten Klasse. Darüber hinaus erfolgt der Musikunterricht in der dritten und vierten Klasse durch Schulleiter der Musikschule Michael Geiger. Der Schulchor wird dirigiert von Annika Weber, Lehrerin für Gesang. In der Welzbach-Grundschule sind nahezu alle Schüler musikalisch eingebunden. Die sehr enge Zusammenarbeit zwischen der Welzbach-Grundschule und der Musikschule Werbach wird sich auch in der künftigen Ganztages-Grundschule fortsetze.

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Die Bläserklassen sind das Erfolgsmodell. Anfang September 2020 startete die 13. Bläserklasse an der Grundschule. Bläserklasse bedeutet gemeinsame Probe, individueller Unterricht – und das Instrument wird stets neu gestellt. Durch die (angemeldete und genehmigte) Sammlung von Schrott nach dem Motto: „Schrott zu Blechinstrumente“ verfügt die Musikschule Werbach über die Finanzquelle für neue Instrumente.

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Gewichtigster Teil im Mosaikbild sind die passenden Lehrkräfte. Mit Anja Schultes, 17 Jahre, Johannes Böhm, 13 Jahre, Ulrike Devantier zehn Jahre, Alexandra Sauer, zehn Jahre und Senta Studer, acht Jahre, verfügt die Musikschule über langjährige Lehrkräfte, aber umgekehrt auch über junge Nachwuchstalente wie Michael Geiger, Julia Zerbin, Annika Weber, Kevin Bernard, Anselm Kirsch und Lukas Fink. Erfreulich ist, dass Eduard Prost, Lehrer für Saxofon und Klarinette, und Tatjana Prost, Lehrerin für Klavier, ihre Heimat nun in Werbach gefunden haben.

Abteilung fester Bestandteil

Im Konzept „Musikschule 2030“ ging es auch um eine nachhaltige Ausbildung. Nachhaltigkeit ist dann gegeben, wenn über die Ausbildung hinaus ein lebenslanges Musizieren erfolgt. Letztlich geht es auch darum, wie die Investitionen in die Ausbildung für die weitere persönliche Entwicklung genutzt wird? Innerhalb der Musikschule hat sich die Abteilung „Musikverein“ kreiert. Im „Musikverein“ sind die Jugendblaskapelle, der Chor „Sound of Jos“ und das Blasorchester Welzbach-Tauber angesiedelt. Die Abteilung wird geleitet vom Vorstandsmitglied Christian Herold. Über die individuelle Ausbildung hinaus bieten die Gruppen ein dauerhaftes Musizieren an.

Schlüssel einer nachhaltigen Ausbildung ist das Musizieren in der Familie. Im März 2020 wurde deshalb die Bläserklasse für Erwachsene kreiert. Letztlich ein Angebot, dass Eltern neu ein Instrument lernen oder ehemalige Kenntnisse auffrischen. Ohnehin wurde 2020 eine verstärkte Nachfrage von Erwachsen festgestellt.

Musik lernen ist ein Teil, Musik leben, auch in der Gemeinschaft musizieren, kirchliche und weltliche Events gestalten, ein zweiter Teil. Die Musikschule Werbach hat es geschafft, beide Bereiche abzudecken, so dass in der Tat von einem nachhaltigen oder lebenslangen Musizieren gesprochen werden kann.

Das Erfolgsmodell der Musikschule Werbach basiert auch auf eine familienfreundliche Strategie der Gemeinde Werbach. Die Gemeinde schuf die Räumlichkeiten der Musikschule auf dem künftigen Bildungscampus und war stets ein fairer Unterstützer der Idee, dass Musik auch Bildung ist.

Wegen Corona ausgebremst

Natürlich hat Corona das Jahr 2020 geprägt, Online-Unterricht, keine Events und weiterer Wachstums wurden ausgebremst. Aber es wurde mehr musiziert – und vor allem mehr in der Familie. Mit Musik wurde auch der Lockdown überbrückt, manche „verstaubte“ Instrumenten wurden erneut gespielt. Corona hinterließ zweifellos Bremsspuren, aber die Idee einer musikalischen Ausbildung blieb erhalten. Die Freude an der Musik blieb unverändert. Die gemeinsamen Balkonkonzerte sind ein kleiner Beleg.

Mit „Musikschule 2030“ hat die Musikschule Werbach die Weichen für die kommenden zehn Jahren gestellt.