Geburtstag - Werbachs Bürgermeister Ottmar Dürr hat in der Heimatgemeinde viel bewegt – an diesem Donnerstag wird er 60 Jahre alt Mit Bürgernähe und Offenheit punkten

Von 
Diana Seufert
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Er hat viel bewegt während seiner bisherigen 22 Jahre als Bürgermeister von Werbach. Heute feiert Ottmar Dürr seinen 60. Geburtstag.

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Werbach. Der Schnauzbart, sein Lächeln und seine offene Art sind seine Markenzeichen. Ottmar Dürr geht auf die Menschen zu – auch wenn das aktuell in Zeiten der Corona-Pandemie nur schwer möglich ist, sagt der Jubilar, der heute seinen 60. Geburtstag feiert. Er geht in seiner Aufgabe auf. Sein Leitspruch: „Aus dem Volk für das Volk“. Vom Amtszimmer, der aktuellen Wirkungsstätte mit Blick auf die Kirche, kann der gelernte Bankkaufmann übrigens immer seine „alte“ Wirkungsstätte sehen.

Der Werbacher Bürgermeister Ottmar Dürr genießt den Blick vom Rathaussaal auf das Taubertal. Heute, Donnerstag, feiert er seinen 60. Geburtstag. © Seufert

„Ich vermisse die Begegnungen und sozialen Kontakte mit den Bürgern.“ Trotz aller Distanz hat er seine offene und freundliche Art nicht eingebüßt. Der glückliche Großvater, der auch Wert auf das äußere Erscheinungsbild legt, ist stets mit einem Lächeln auf den Lippen anzutreffen. Er erzählt begeistert von seiner Frau Ute, der Familie und von den beiden Enkeln, mit denen er viel Zeit verbringt.

Welche Eigenschaften schreibt sich Ottmar Dürr selbst zu? Ruhe, Gelassenheit und Besonnenheit zeichnen ihn aus, findet der Jubilar. Es passiere sehr selten, dass er die Nerven verliere. „Aber wenn es um die Sache geht, kann ich auch verbissen sein.“ Etwa beim Kreisverkehr am Ortseingang von Impfingen her. Das Land hätte auf der L 506 eine Ampellösung präferiert, die er und der Gemeinderat nicht wollten. „Jetzt haben wir einen optisch sehr schönen Kreisel als Eingangstor zur Gemeinde.“

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Bürgermeister ist der gebürtige Werbachhäuser, der am 18. Februar 1961 das Licht der Welt erblickt hat, nicht nur von Montag bis Freitag, sondern rund um Uhr. Das gehe nur mit dem Rückhalt der Familie. Gerade am Wochenende spiele sich vieles bei den Vereinen ab, unterstreicht Dürr die Verbundenheit zu den rund 70 Vereinen in der Gemeinde und den sechs Feuerwehrabteilungen. Dafür lässt der eingefleischte Fußballfan auch mal ein Spiel „seines“ FC Bayerns sausen. Den Mitgliedsausweis des Clubs hat er immer griffbereit im Geldbeutel.

Übrigens: Als Franz Beckenbauer 2014 in Werbach zu Gast war, gab es nicht nur „Fachgespräche“ über die „Bayern“. Das Treffen brachte auch eine finanzielle Unterstützung für die Lebenshilfe im Main-Tauber-Kreis, deren Vorsitzender Dürr war. Diese Begegnung bewegt den Bürgermeister heute noch. Mit Dieter Bohlen war das im Herbst schon etwas anders. Den traf Dürr zufällig in Kloster Bronnbach beim „DSDS“-Dreh. Mit zwei Spitzenweinen wollte er dem Pop-Titan den Tauberfränkischen Wein näher bringen.

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Die Nähe und die Begegnungen mit „seinen Bürgern“ sind dem Werbacher Rathauschef wichtig. Mit Bürgernähe hat er schon bei seiner ersten Wahl zum Bürgermeister gepunktet. „Seitdem war es mein Bestreben, meine Heimatgemeinde voranzubringen.“

Kinderfreundliche Kommune

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Ganz oben beim Gestalten stand und steht auf der Agenda die Wohn- und Lebensqualität zu verbessern und die Kommune fit für die Herausforderungen der Zukunft zu machen. Ein entscheidender Punkt ist aus Dürrs Sicht eine kinder- und familienfreundliche Kommune. Dafür wurde in seinen bisherigen 22 Amtsjahren in allen Ortsteilen viel getan – allen voran die Schaffung von Baugebieten. „Das war vorrangig im Hauptort Werbach, aber auch in anderen Ortsteilen wie in Niklashausen oder Wenkheim wurden Areale zur Wohnbebauung erschlossen.“ Allein in Werbach entstanden 70 Bauplätze, 26 weitere folgen – und die Nachfrage ist ungebrochen.

Mit den Neubaugebieten wächst auch die Bevölkerung. Und da vor allem junge Familien zuziehen, was Dürr besonders freut, muss auch die Infrastruktur bei Kindergarten und Schule auf Vordermann gebracht werden. Ein Bildungscampus entsteht. Der erst im Sommer 2016 eingeweihte viergruppige Neubau des Kinderhauses St. Martin erhielt bereits eine fünfte Gruppe. Mit dem Betrieb der Ganztages-Grundschule mit Mensa, zu der die frühere Werkrealschule umgebaut wurde, will man im Herbst starten. Dafür seien rund zehn Millionen Euro investiert worden. Saniert wurde auch der Kindergarten „Abenteuerland“ in Niklashausen.

Sanierungsprogramm gelungen

Als „äußerst erfolgreich und hervorragend gelungen“ bezeichnet Dürr das Landessanierungsprogramm in Werbach, um den Altort nicht ausbluten zu lassen. Über 40 private Maßnahmen wurden gefördert. Auch die Sanierung des Rathauses mit dem Erweiterungsbau fügt er an.

Dass die Sanierungen des Welzbachbads und der Turnhalle in Wenkheim erfolgreich waren, freut ihn ebenso wie die Umsetzung eines Gewerbegebiets in Werbachhausen. Ein Kraftakt war der Bau des neuen Dorfgemeinschaftshauses in Gamburg. Zu den vielen Projekten gehören auch zahlreiche Straßenbaumaßnahmen wie die Ortsdurchfahrt Werbachhausen, die Verbesserung der Breitbandversorgung und die Anschaffung von Feuerwehrfahrzeugen.

„Uns sind alle Ortsteile gleich wichtig“, verweist Dürr auf Unterhaltungsmaßnahmen in Brunntal. Eine große Herausforderung war 2015 die Flüchtlingsunterbringung, aktuell ist es die Corona-Krise. Doch der Erfolg habe viele Väter und Mütter, lobt er die Weitsicht von Gemeinderat, Verwaltung und Ortsvorsteher.

„Die Kommunalpolitik ist mir in die Wiege gelegt“, sagt Dürr. Schon sein Großvater war in der damals noch selbstständigen Gemeinde Werbachhausen bis zur Eingemeindung 1974 Chef im Rathaus, sein Vater jahrzehntelang Ortsvorsitzender der CDU. Die ist auch Ottmar Dürrs politische Heimat geworden – auch wenn die Parteipolitik im Gemeinderat kaum eine Rolle spielt. Da gehe es eher um das Wohl der Kommune als um Parteiengeplänkel.

Vom Ehrenamt zum Hauptamt

Ottmar Dürr hat alle Stufen eines Kommunalpolitiker-Lebens erklommen. 1984 wurde er Ortschaftsrat, 1989 Gemeinderat und 1994 Kreisrat. Ab 1996 bekleidete er das Amt des Ersten Bürgermeisterstellvertreters von Günther Schäfer, den er bei der Wahl 1999 herausforderte. Zudem wurde er mit 23 Jahren zum Feuerwehrkommandanten von Werbachhausen und damit zu einem der jüngsten in ganz Baden-Württemberg gewählt. Zehn Jahre als Vorstandsmitglied beim TSV und viele Jahre als Schöffenrichter beim Amtsgericht Mosbach runden das ehrenamtliche Engagement ab.

Dürr ist aktuell einer der dienstältesten Bürgermeister im Kreis. Und seit vielen Jahren der erste im Werbacher Rathaus, der drei Perioden absolvieren durfte. „Darauf bin ich stolz.“ Seine beiden Vorgänger wurden nach 16 Jahren jeweils abgewählt. Ob er nach dem Ende der dritten Amtszeit im Juni 2023 noch eine vierte Periode anstrebt, „werde ich rechtzeitig entscheiden“. Bis dahin laufe noch viel Wasser die Tauber und den Welzbach hinab. „Ich werde meine ganze Kraft in die laufenden Projekte stecken.“

Dürr hat noch einiges vor. Die Ganztages-Grundschule in Werbach, die Erschließung von weiteren Baugebieten, die Umgestaltung der Welzbach-Grundschule in Wenkheim zu einer Kindertagesstätte, der Anschluss der Kommune an die Wasserversorgung Mittlere Tauber und die Schaffung von Grundlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien stehen ganz oben auf der Agenda. Und natürlich viele Treffen mit seinen Bürgern.

Die Fränkischen Nachrichten schließen sich allen guten Wünschen zum 60. Geburtstag an.

Redaktion Hauptsächlich für die Lokalausgabe Tauberbischofsheim im Einsatz