Apfelberg und Lindenberg - Naturschutzgebiete feierten ihren 40. Geburtstag / „Etwas ganz Besonderes im Regierungsbezirk Stuttgart“ Immer eindrucksvolle Ausflugsziele

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Der steile Trockenhang des Naturschutzgebiets Lindenberg ist auf dem linken Bild zu sehen. Eine Herde Zwergzebu-Rinder beweidet die Magerrasen im Naturschutzgebiet Apfelberg. © Regierungspräsidium Stuttgart

Gleich zwei Naturschutzgebiete auf dem Gebiet der Gemeinde Werbach feierten 2018 ihren 40. Geburtstag: die Naturschutzgebiete Apfelberg und Lindenberg.

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Werbach. Beide Naturschutzgebiete zeichnen sich durch extrem seltene und wärmeliebende Pflanzen- und Tierarten aus. „Hierher pilgern Botaniker aus ganz Europa. Das wundert mich nicht. Auch mich beeindruckt die Artenvielfalt beider Gebiete immer wieder. Apfelberg und Lingenberg sind etwas ganz Besonderes im Regierungsbezirk Stuttgart. Und sie sind nicht nur zur Sommerzeit eindrucksvolle Ausflugsziele“, schwärmt Regierungspräsident Wolfgang Reimer.

Windgeschützte Buchten

Das merkt man sogar im Winter, wenn sich am Lindenberg die vertrockneten Reste des Echten Federgrases wie der Steppe im Wind wiegen oder sich in den besonnten windgeschützten Buchten des Apfelberger Waldrands noch der spätsommerliche Duft des angrenzenden Trockenrasens erahnen lässt.

Talflanken und Berge der Gemeinde Werbach stellen die westlichen Ausläufer des mainfränkischen Trockengebiets dar. Dieses zeichnet sich schon immer durch überdurchschnittlich warmes und trockenes Klima aus, wie es weiter in einem Bericht des Regieurngspräsidiums heißt.

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Landwirtschaftliche Nutzung ist auf den steilen, mageren Muschelkalkhängen kaum attraktiv. So konnte sich hier in den letzten Jahrzehnten eine eindrucksvolle Fauna und Flora entwickeln und erhalten. „Aber selbst unter diesen extremen Bedingungen würde sich bei Nutzungsaufgabe Wald durchsetzen, lichtliebende Arten würden verschwinden.

Umsichtige Nutzung

Deshalb beauftragt das Regierungspräsidium, bestens unterstützt vom Kommunalen Landschaftspflegeverband Main-Tauber, die Vornahme von umsichtiger Nutzung und Landschaftspflegemaßnahmen“, so der Regierungspräsident weiter. Die Flächen am Apfelberg werden erfolgreich mit Zeburindern, die am Lindenberg mit Schafen und Ziegen beweidet. Nur umsichtige Nutzung und Landschaftspflege sorgen in beiden Naturschutzgebieten dafür, dass die offenen Lebensräume der Magerrasen und Wacholderheiden nicht zuwachsen.

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Am Apfelberg sind seit 2011 die weidenden kleinwüchsigen, asiatischen Buckelrinder oder Zwergzebus zu sehen. Sie mögen im ersten Moment nichts ins Gebiet passen. Aber sie sind optimal für dessen Erhalt geeignet, denn sie begnügen sich auch mit weniger saftigem Gras und sind sehr robust. „Sie zu züchten, lohnt nicht nur wegen der Landschaftspflege. Zebu-Fleisch schmeckt hervorragend und ist sehr beliebt“, erklärt Zebu-Züchterin Gabriele Asprion-Flad aus Gamburg

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Auch am Lindenberg geht Beweidung und Naturschutz Hand in Hand. Hier weiden zeitweise Schafe und Ziegen. Organisiert werden die vom Regierungspräsidium geförderten und beauftragten Maßnahmen vom Kommunalen Landschaftspflegeverband Main-Tauber.