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Leserbrief - Zur Werbetafel in Weikersheim

Unerträglicher Zustand

Von 
Leserbrief-Schreiber: Helmut Fehler
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Der neue Roadside-Screen in Weikersheim – eine riesige digitale Werbetafel – ist in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert. Zum ersten durch die Intransparenz der Entscheidung, solch eine Werbetafel überhaupt aufzustellen. Offensichtlich hat eine kommerzielle, fixe Idee es geschafft, trotz Vorbehalte der Gemeinderäte realisiert zu werden.

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Hat sich der Initiator dieser Elektronik-Tafel umgehört, wie andere Städte gleicher Coleur damit umgehen? Wie es um die Akzeptanz der zunehmenden Kommerzialisierung des öffentlich Raumes und dessen Okkupation steht?

Zumal sich in vielen Städten und Gemeinden massiver Protest gegen solche Eingriffe formiert. Nicht ohne Grund: der aufdringlichen, allen modernen Erkenntnissen der menschlichen Manipulation folgenden Werbung kann man sich nicht entziehen.

Sie ist eine allgegenwärtige Belästigung und in diesem Falle zusätzlich eine Gefährdung des Straßenverkehrs. Haltende Linksabbieger oder in den LBV-Parkplatz einbiegende Fahrzeugführer werden just an dieser Stelle mit überraschenden Werbemotiven abgelenkt.

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Die Genehmigungsbehörde muss sich da schon die Frage gefallen lassen, nach welchen Kriterien sie entschieden hat.

Während der Gesetzgeber bereits den Blick aufs Handy mit Bußgeld bestraft, wird die permanente Ablenkung via Werbung zugelassen. Die konkreten Auswirkungen für die Anwohner: die aggressive Farb- und Lichtfülle mit ihrer schnellen Sequenz – strahlt 16 Stunden lang, in beide Richtungen – auf die gesamte nähere Umgebung ab. Ein visuelles Stakkato und damit ein unerträglicher Zustand, dem niemand entkommen kann.

Zum zweiten: die Aufdringlichkeit dieser Werbung schädigt das Bild und den Charakter einer Stadt, sie wird – und Weikersheim sieht sich doch als Stadt der Kultur – nicht mehr als solche wahrgenommen.

Auch wenn die Nutznießer dieses Geschäftes es gerne so darstellen, als würde jeder nur darauf warten zu erfahren, „wo es den besten Kaffee in Weikersheim gibt“ oder gar mit banaler Werbung unterhalten zu werden: ein großer Teil der Bürger lehnt diese Werbetafel ab.

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Sie schadet dem kulturellen Image von Weikersheim, sie stört die Natur (Lichtverschmutzung), sie belästigt und traktiert Anwohner und Passanten gleichermaßen und gefährdet den Verkehr.

Sie dient niemandem, außer den Profiteuren. Deren Hauptakteur mit einer Dreistigkeit sondergleichen, offenbar am Willen des Stadtparlamentes vorbei, den „öffentlichen Raum“ – der den Bürgern gehört – besetzt und für seine monetären Zwecke nutzt.

Viele Bürger verwahren sich gegen diese Besitznahme und fordern eine Regelung, um den übergriffigen Interessen Einhalt zu gebieten.

Die Tafel gehört wieder entfernt.

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