Derzeit 64 Flüchtlinge in der Gemeinde Igersheim - Sachstandsbericht über die haupt- und ehrenamtliche Arbeit mit Asylsuchenden vorgelegt Überforderung der Freiwilligen zeitig abwenden

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Klaus T. Mende
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Igersheim. 44 Flüchtlinge lebten derzeit in Igersheim in der Gemeinschaftsunterkunft des Landkreises im Neuseser Tal, informierte Ingrid Kaufmann-Kreußer die Gemeinderäte im Rahmen ihres Berichts über die haupt- und ehrenamtliche Arbeit mit den Asylsuchenden. Insgesamt betrage die Zahl jener mit laufendem oder abgeschlossenem Verfahren bzw. als abgelehnte oder anerkannte Asylbewerber augenblicklich 64 Personen.

Mehr als 50 Engagierte

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Mittlerweile seien es in Igersheim mehr als 50 Bürger, die ehrenamtlich als Integrationspaten, Sprachvermittler, Hausaufgabenbetreuer, Spenden- und Fahrradverwalter, im Förderprojekt der Allianz für Beteiligung "Teamwork gefragt", als Praktiker in Mitmachprojekten und bei vielem mehr im Einsatz seien. Ohne deren Engagement, so Kaufmann-Kreußer weiter, wäre auch der Landkreis nicht in der Lage gewesen, "die Menschen dort abzuholen, wo und wie sie ankamen". Nur durch das Zusammenspiel von Haupt- und Ehrenamt "kann diese Aufgabe bewältigt werden".

Stark gewachsen

In ihrer Eigenschaft als BNW-Koordinatorin sei sie auch für den Arbeitskreis "Willkommen in Igersheim" und somit für die Ehrenamtlichen zuständig. "Mein Aufgabenbereich ist mit dieser neuen Herausforderung stark angewachsen. Doch hierdurch ist der Informationsfluss zu den Ehrenamtlichen und von diesen ins Rathaus gewährleistet", ließ Ingrid Kaufmann-Kreußer die Ratsmitglieder wissen. "Eine Überforderung der Ehrenamtlichen kann rechtzeitig abgewendet werden." Und diese Unterstützung werde zudem gut genutzt.

Die Netzwerkarbeit habe sich bewährt und das Zusammenspiel zwischen Landkreisverwaltung, Gemeinde und Freiwilligen funktioniere gut. Es sei davon auszugehen, dass nach Abschluss des Asylverfahrens rund 60 Prozent der in der Gemeinschaftsunterkunft lebenden Menschen gerne in Igersheim bleiben würden, weil die Kinder hier zur Schule gingen oder bereits erste Integrationsschritte gemeinsam von Ehrenamtlichen und Flüchtlingen gegangen und in Bindungen ausgebaut worden seien. "Es wird darum gehen, diesen Menschen bei der Suche nach Wohnungen und Arbeit zu helfen und ihnen klar zu kommunizieren, welche Möglichkeiten die Gemeinde Igersheim hier hat und wie viele Flüchtlinge letztlich in Igersheim bleiben können."

Von vorn beginnen

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Künftig, so die Koordinatorin weiter, werde keine so große Homogenität in der Gemeinschaftsunterkunft mehr erreicht werden können, da Flüchtlinge weg- und zuzögen und die Integrationsbegleitung bei jedem Neuzuzug wieder von vorn beginnen müsse. "Die Ehrenamtlichen stellen sich darauf ein, doch hierzu sind neue Paten erforderlich", warf sie einen Blick in die nächste Zeit. Die sehr gut etablierte Integrationsarbeit für Flüchtlinge uns Asylbewerber in der vorläufigen Unterkunft solle übergangslos für die hier bleibenden Menschen in der kommunalen Anschlussunterbringung fortgesetzt werden.

Reibungspunkte unvermeidbar

Was die im Zusammenleben auf solch engem Raum in der Gemeinschaftsunterkunft unvermeidbaren Reibungspunkte angehe, würden dies von ihr, so "IKK", und den Ehrenamtlichen "bei Bedarf sofort thematisiert und alle bemühten sich, diese abzustellen". Der Umgang untereinander sei gut, es geben keine offenen Konflikte, auch wenn manche sicher die Spannungen zwischen Religionen und Kulturzugehörigkeit aus der Heimat "im Kopf" mitbrächten nach Deutschland und relativ schnell dünnhäutig reagierten.

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Die Fragen, die sich der Arbeitskreis "Miteinander in Igersheim" stelle, seien diese: Wird es gelingen, für künftig zuziehende Flüchtlinge noch mehr Ehrenamtliche für diese Arbeit zu gewinnen? Und welche Möglichkeiten kann die Gemeinde ergreifen zur Unterstützung der Menschen in der kommunalen Anschlussunterbringung und der Ehrenamtlichen, die sich hier engagieren?

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Mehrere Freiwillige erstattetenanschließend ausführlich Bericht über ihr Engagement - und ernteten danach zurecht den Dank und die Anerkennung des Plenums.

Winfried Weber, einer der führenden Köpfe bei den Ehrenamtlichen, meinte: "Es ist fantastisch, diese Gemeinschaft zu erleben, in der alle mit Herzblut bei der Sache sind." Auch er hoffe auf weitere Mitstreiter, die mit Begeisterung und "einer großen Frustrationstoleranz" ausgestattet seien.

Tolle Arbeit wird geleistet

Bürgermeister Frank Menikheim bescheinigte ebenfalls, dass "wirklich tolle Arbeit geleistet wird". Dr. Barbara Reinwald hob das gute Miteinander von Verwaltung und Ehrenamtlichen hervor. Und Steffen Hertwig sagte abschließend: "Ich bin stolz und froh über die Gesamtsituation hier in Igersheim."

Redaktion Mitglied der Main-Tauber-Kreis-Redaktion mit Schwerpunkt Igersheim und Assamstadt