Kultur - Sascha Korf war mit seinem aktuellen Programm "Wer zuletzt lacht, lacht am längsten" in Igersheim zu Gast Mit Lachsalven garniertes Spontan-Kabarett

Von 
Ulrich Horch-Enzian
Lesedauer: 

Igersheim. Der Kabarettist Sascha Korf gastierte nicht zum ersten Mal in Igersheim. So wusste das Publikum in der ausverkauften Veranstaltung im Saal des katholischen Gemeindehauses ziemlich genau, was es erwarten durfte: Spontan-Kabarett und fortwährende Lachsalven. Entgegen dem Programmtitel "Wer zuletzt lacht, lacht am längsten" brachte Sascha Korf schon gleich von Anfang an die Zuschauer in Stimmung.

In seiner Show "Wer zuletzt lacht, lacht am längsten" pflegte Sascha Korf einen engen Kontakt zu Zuschauern, die sich auf sein Spiel und das Feuerwerk seiner Dialoge einließen.

© Ulrich Horch-Enzian
AdUnit urban-intext1

Als dessen Begrüßung durch diverse Veranstaltungshinweise etwas zu lang zu werden drohte, sorgte Korf durch humorvolle Zurufe vom Bühnenaufgang gleich für die ersten Lacher.

Man sah ihm an, dass er wieder gern nach Igersheim gekommen war. Schmunzelnd kündigte er an, dass es im Saal zwei Bereiche geben würde: einen, in dem gelacht wird, und einen zweiten, über den gelacht wird.

Schnell wurde klar, dass die zweite Gruppe von den vorderen Reihen gebildet würde.

AdUnit urban-intext2

Denn die Kommunikation mit diesen Besuchern bildete das Grundgerüst seiner Show. Zu diesen Besuchern stieg Korf, der Experte für interaktive Comedy, entweder von der Bühne herunter oder er lud sie zu sich auf die Bühne ein.

Dass aber alle, sowohl die Angesprochenen als auch die Zuschauenden, herzhaft mitlachen durften, lag daran, dass Sascha Korf zwar schlagfertig und unberechenbar mit seinen Gästen am Mikrofon umgeht, aber nie verletzend oder sarkastisch wird. Er bleibt freundlich, stellt keinen bloß. Wer nicht mitmachen möchte, wird taktvoll in Ruhe gelassen.

AdUnit urban-intext3

Was Korf aber aus ein paar Grundinformationen der Gäste (zum Beispiel Vorname, Beruf, Hobby) heraussaugt, wie er spontan komische Dialoge gestaltet und mit Situationskomik würzt, ist manchmal atemberaubend und höchst unterhaltsam.

AdUnit urban-intext4

So vermischt Korf die Interviews mit spontanen Gags und Ideen, die im raschen Wechsel unterschiedlichste Themen verknüpfen. Was immer ein interviewter Gast auch sagt: Korf fällt zu jeder Antwort eine lustige Replik ein.

Ein paar Kostproben seiner dazwischen gestreuten Sprüche: "Raclette - dieses Essen haben sich Frauen ausgedacht; sie wollen ihre Männer länger am Tisch halten." Berliner Großflughafen: "Nicht Wowereit oder Mehdorn. Man hätte den Bischof von Limburg holen sollen. Dann wäre der Flughafen schon fertig!" "Woher kommen Sie - aus Assam-Stadt? Also aus Indien?"

Vegetarier oder Veganer versteht Korf nicht. Frage in den Saal: "Wie viele von Ihnen sind Veganer?" Keine Meldung. Korf: "Siehste, Veganer sind zu schwach, um den Arm zu heben!"

Und so geht es hurtig hin und her: Weightwatchers ("Toll! Ich habe schon drei Kilogramm abgenommen. Seit 2007.") Fernseh-Sendungen, Handysucht, Fifa, Til Schweiger, Werbung (Hummels Reklame für ein Haarwasser: "Gut, dass der keine Werbung für Zäpfchen macht...")

Eine Dame aus der ersten Reihe wurde um Antworten zu ihrer Person gebeten. Alle diese Äußerungen verarbeitete Sascha Korf in der Pause zu einem Spontangedicht.

Am Schluss notierte er Zurufe aus dem Publikum von verschiedenen Emotionen. Auf Kommando einer Zuschauerin wechselte er, der ausgebildete Schauspieler, während einer Rede zwischen den Emotionen hin und her, mit denen er die Ereignisse dieses Abends zusammenfasste. Nebenbei: Er merkte sich alle Namen und Details.

Korfs Unterhaltungsschau folgt keinem festen Programm. Sein flottes rheinländisches Mundwerk, sein Improvisationstalent und Gespür für Situationskomik sind das Programm. Wer politisches Kabarett oder geschliffene Rhetorik erwartet, bevorzugt andere Vertreter der Kleinkunst.

Wenn es nach den begeistert applaudierenden Zuschauern im Igersheimer Gemeindesaal gegangen wäre, hätte der Abend gern noch etwas länger dauern dürfen. Doch zum Trost: Sascha Korf wird wohl nicht das letzte Mal in Igersheim gewesen sein.